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Jul 15 2011

Hamburg und Bremerhaven Kurztrip

Zeitpunkt der Reise: 09. bis 12. Juli 2011

Auch als gebürtige Kölnerin muss Elischeba zugeben, dass Hamburg zu den schönsten Städten Deutschlands gehört. Im Juli 2011 hat sie auf http://www.Elischebas-Reiseblog.de ein Online-Tagebuch über ihre Eindrücke und positiven Assoziationen geführt.

Hier präsentiert die Blondine nun ihre Zusammenfassung inklusive zwei ihrer Filme und veröffentlicht einige Restaurant-Kritiken. Ihr Rückweg führte über Bremerhaven und das Auswanderermuseum.

Hamburg mit Schön-Wetter-Garantie

Wieso mich der strömende Regen auf dem Weg nach Hamburg gar nicht stört? Weil ich mit der Hansestadt so meine Erfahrungen gemacht habe. So soll es auch diesmal sein – laut meinem weiblichen Instinkt.

koenigderloewen

Bei meiner Ankunft im Quality Hotel Ambassador in Hamburg heißt mich am Samstagabend nicht nur ein schöner Obstteller und ein persönliches Kärtchen vom sympathischen Personal willkommen. Nein – noch etwas. Ein Wetter-Vorbote. Beim Blick aus dem Fenster sehe ich einen strahlend schönen Regenbogen. Danach ist der Nieselregen wie weg geblasen und mich erwartet tolles Wetter.

Wow-Effekt und Cocktail bei Alex

Vom Hotel aus kann man die Innenstadt in circa 15 Minuten zu Fuss erreichen – also marschiere ich los. Der nächste Wow-Effekt erwartet mich beim Springbrunnen, welcher auf der Binnenalster für ein Gefühl von Frische sorgt. Am Jungfernstieg gefällt es mir immer wieder gut – die Bauten entlang des Prachtboulevards sind eindrucksvoll.

 alex      jungfernstieg

Den lauen Sommerabend lasse ich mit einem Cocktail bei Alex im Alsterpavillon ausklingen. Wir atmen die würzige Sommerluft ein, welche uns daran erinnert, dass das Meer nur circa eine gute Autostunde entfernt liegt.

Bus- und Hafenrundfahrt

Power gibt mir am nächsten Morgen das hausgemachte Bircher Müsli und ein Kräutertee – der sonnige Tag fängt gesund an. Im Rahmen einer Busrundfahrt entdecken wir die schönen Alleen in Rothenbaum, die Speicherstadt und den Gänsemarkt. Ob Flanieren am Jungfernstieg oder ein Cocktail mit Blick auf die Binnenalster – selbst als gebürtige Kölnerin muss ich zugeben, dass Hamburg klasse ist! Abends locken Musicals, St. Pauli und ein Bierchen am Hafen.

 busrundfahrt      fruehstueck_quality_hotel

Die Hafenrundfahrt startet an den Landungsbrücken von St. Pauli und übermittelt mir ein Gefühl von Freiheit, Fernweh und Abenteuer. Wie im Film zu sehen, gibt es eine Menge Container, Brücken und Schiffe zu entdecken. Außerdem verrate ich in meinem Video, wieso ich den Dresscode der Hamburger sympathisch finde.

Restaurant-Kritiken in Hamburg:

Copper House, Dean & David, Delta Bistro, Café Mélange und das RIVE Restaurant

1. Copper House In St. Pauli gelegen, etwas kühl und modern eingerichtet. Das Preisleistungs-Verhältnis ist TOP – für circa 22,90 Euro wähle ich das Buffet anstatt a la Carte zu speisen. Frischen Fisch, Fleisch und Gemüse können Gäste nach Belieben mixen und mit der Wunsch-Sauce vom sympathischen Koch live zubereiten lassen. Es gibt auch fertige Gerichte, wovon jedoch relativ viel frittiert ist – nicht jedermanns Sache. Beim Dessert sündige ich mit einem großen Nachschlag-Teller – die Sesamkugeln mit gefüllten Backpflaumen haben es mir angetan! copper-houseDer Rest unserer Runde ist vor allem vom Sushi schwer begeistert. Um uns herum speisen viele gut gelaunte junge Leute – eine gewisse Geräuschkulisse ist an einem Samstagabend also völlig normal. Webseite des Copper House inklusive Kontaktdaten und Öffnungszeiten

2. Dean und David – fresh to eat

Fußläufig vom Jungfernstieg am Georgsplatz gelegen und besonders praktisch, um den Mittagshunger schnell, gesund und unkompliziert zu stillen. Beim Eintreten sehe ich direkt etwas, was mir als Botschafterin für Fairtrade cotton gefällt: Kaffee, Tee und Snacks aus fairem Handel. Mein Wellness-Drink enthält ein Tröpfchen Öl, damit die Vitamine von Möhre & Co. perfekt aufgenommen werden.

fairtradepark

Mein asiatisches Curry ist ein bisschen zu weich gekocht, da das Gericht für mehrere Stunden warm gehalten wird. Beim Thailänder wäre meine Wahl sicher authentischer. Wer es richtig frisch und knackig liebt, der wird die Salatvariationen lieben: üppige Toppings runden den Genuss ab.

Wer – wie ich – von einem Salat alleine nicht satt wird, der kann sich eine Vollkorn-Piadine zu den grünen Kreationen gönnen, raffinierte Wraps oder einen leckeren Kuchen zum Dessert wählen. Die Bedienung ist jung und freundlich – sie kommt sehr locker und trendbewusst rüber.

Webseite von Dean und David inklusive Kontaktdaten und Öffnungszeiten

3. Delta Bistro

Hätten mir meine Facebook Kontakte dieses Restaurant nicht als Geheimtipp empfohlen, so wäre ich sicherlich niemals auf die Idee gekommen, dass sich mitten auf dem Gelände eines Fleischgroßmarktes solch ein chices Restaurant mit gehobener Küche befindet.

Gegen Mittag erreiche ich den ersten Stock über den Lagerhallen und bin beim Anblick der eleganten Atmosphäre positiv überrascht – damit hätte ich hier definitiv nicht gerechnet. Als ich mir die jungen und charismatischen Kellner anschaue, lächele ich leicht in mich hinein. Trotz meiner Größe von 1,80 Meter überragen sie mich alle – werden die hier nach Optik eingestellt? Bei der Beratung registriere ich auch noch gutes Fachwissen. Ich bestelle mir eine Fisch-Lasagne von der Mittagskarte für 7,95 Euro und mein Schatz ein Pommersches Rumpsteak mit einer Ofenkartoffel für 31 Euro von der Hauptkarte. fisch-lasagneDie Portionen stillen nicht nur unseren Hunger – auch die Geschmacksknospen werden bestens befriedigt. Beim Umschauen sehe ich überwiegend Geschäftsleute unter den Gästen, welche hier wohl ihre Mittagspause verbringen oder mit Partnern ihr Business in schöner Atmosphäre besprechen.

Da es recht voll ist, schließe ich, dass abends eine Reservierung vorteilhaft ist. Netter Nebeneffekt: Als Restaurantgast darf man direkt vor dem Gelände parken. Kleiner Nachteil: Es gibt kein Tageslicht. Webseite des Delta Bistro inklusive Kontaktdaten und Öffnungszeiten

4. Café Mélange

Was mich beim Café Melange beinahe umhaut, ist das Ambiente, welches bei knapp 30 Grad und Sonne satt schon fast mediterran erscheint. Auf einem riesigen Balkon sitze ich im ersten Stock und schaue auf den Rathausplatz, die Rathausschleusen sowie die Alsterarkaden. Beim Blick nach oben denke ich mir, dass sich die Location durch die interessante Überdachung auch bei einem warmen Sommerregen eignet. Das Interieur empfinde ich allerdings als etwas zu dunkel, aber sehr gefällig.

melange_hamburg

Ich bestelle mir eine vegetarische Pizza für weniger als zehn Euro – der Teig ist schön knusprig und dünn, allerdings werde ich von der kleinen Portion nicht mal ansatzweise satt. Die Bedienung ist freundlich, könnte jedoch einen Touch aufmerksamer sein. Ich habe zwar schon besser gegessen, aber innerhalb Deutschlands selten so nett gesessen – deswegen würde ich hier wieder hingehen!

Auch das Preisleistungsverhältnis ist meiner Meinung nach in Ordnung – einen „Schöne-Lage-Aufpreis“ scheint es nicht zu geben.

Webseite des Café Melange inklusive Kontaktdaten und Öffnungszeiten

5. RIVE Restaurant

Es ist ein lauer Sommerabend und ich sitze mit einem Glas Wein auf der Terrasse des RIVE Restaurant und schaue auf den Hafen in Altona. Herrlich! Die Speisekarte könnte noch einen Hauch ansehnlicher sein – wichtiger ist natürlich die Qualität des Essens selbst. Unsere Kellnerin ist sehr hübsch, allerdings mit ihrem Job ein bisschen überlastet.

Als das Wasser zum Wein auch beim zweiten Nachfragen einfach nicht kommen will, bitten wir ihre Kollegin um Hilfe – eine ebenfalls sehr ansehnliche junge Dame. Und schwups – unsere Getränke sind vollständig. Meine Fischsuppe schmeckt absolut ausgezeichnet. Da es heute nicht möglich ist, die Nordsee-Seezunge zu ordern, entscheide ich mich für den gekochten Angelschellfisch mit jungem Blattspinat, 
Dijon-Senfkörnersauce und Petersilienkartoffeln als Hauptgang.

rive_bistro      rive_hamburg

Mein Schellfisch ist frisch und hochwertig – allerdings werde ich diese Fischsorte nicht noch einmal bestellen – ich empfinde sie als zu trocken. Bei einem Dreigang-Menü kann Frau auch mit größerem Hunger durchaus satt werden.

Der große Schock kommt beim Bezahlen. Dass wir zu Zweit mindestens 100 Euro im RIVE lassen werden, das war uns bereits vorher bewusst. Als die Bedienung jedoch die Mastercard-Kreditkarte ablehnt und ein wenig arrogant sagt, dass in diesem Hause nur mit American Express gezahlt werden kann, schauen mein Schatz und ich wie Autos.

Ich sehe mich für einen Augenblick spülend in der Küche. Wir kratzen unser Bargeld zusammen und kommen gerade so hin – Glück gehabt.

Webseite des RIVE Restaurant inklusive Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Ankunft in Bremerhaven

Hungrig und später als geplant komme ich nach meiner Hamburg-Tour in Bremerhaven an. Wie gelange ich jetzt zum ATLANTIC Hotel SAIL City? Mir wird nachgesagt, dass ich total locker, fröhlich, unkompliziert und pflegeleicht bin. Stimmt. Aber mit leerem Magen ändert sich das schlagartig und ich kann ganz schnell ziemlich grauenvoll werden. Stimmt leider auch. aussenansicht_tag_atlantic_hotel_sail_city Also gilt es, ziemlich rasch meine Bleibe zu finden. Auf einmal sehe ich sie von weitem. Wow! Majestätisch und eindrucksvoll. Wie ein riesiges modernes Schiff. Aber wie jetzt dahin? Einmal noch verfahren und dann geht es bereits in die Tiefgarage des Hotels.

Restaurant Strom – Hauptgang besser als die Vorsuppe

Für welche Uhrzeit ich einen Tisch reservieren möchte, werde ich von der sympathischen Rezeptionsdame gefragt. „Och am Besten jetzt gleich in zehn Minuten,“ erwidere ich und ehe sie sich versieht, laufe ich schon frisch zurechtgemacht durch das moderne Gebäude ins hauseigene Restaurant Strom. Nachdem ich durch das riesige Fenster begeistert auf die Weser schaue, steht auch schon eine nette junge Dame vor mir, um meine Bestellung aufzunehmen.

dinnerrestaurantstrom

 Circa 20 Minuten später wird mir meine Wurzelcremesuppe mit Sellerie, Roter Beete und einer Jakobsmuschel gerreicht. Schade, dass ich fast nur Sahne und Rahm rausschmecke – das Hauptgericht kann nur besser werden. Richtig vermutet.

Der im geräucherten Heu gegarte Wildlachs mit grünem Spargel, schwarzen Bandnudeln und Orangenschaum schmeckt fantastisch! Raffiniert, würzig und absolut lecker. Ich bin völlig begeistert. Mein Süßer hat das Steak medium-rare bestellt – es wird jedoch versehentlich komplett durch gegart geliefert.

Als Pierre dies bemerkt, wird das Dinner von der Kellnerin rasch wunschgemäß neu serviert. So, noch das Glas Rotwein genüsslich austrinken und meine Laune ist wieder Top. Satt und glücklich. Beim Bezahlen unserer Rechnung denke ich mir allerdings, dass ich im gemütlichen Restaurant am Hafen womöglich etwas preisgünstiger gespeist hätte.

ausblickdach

Ziemlich neugierig peilen wir mit dem Aufzug den 20. Stock an und staunen. Was für ein Ausblick. Einmal innehalten und genießen.

Wie, Bremerhaven ist hässlich?

In unserem modernen Zimmer schaue ich begeistert durch die großen Panoramafenster und bin glücklich darüber, dass mein Zimmer im sechsten und nicht im ersten Stock liegt. Der Blick auf die Weser ist fantastisch – ich kann mich kaum satt sehen.

Plötzlich klingelt mein Handy. Ein Bekannter fragt nach, was ich denn in Bremerhaven machen würde. Die Stadt sei doch voll hässlich. Ich lächle in mich rein und schaue nach draußen. Ich weiß ja nicht, welchen Teil von Bremerhaven er gesehen hat, aber den Bereich, auf den ich gerade schaue, finde ich absolut klasse!

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Das Auswandererhaus in Bremerhaven

Heute bin ich nicht die Elischeba, sondern die Martha Hüner. Fasziniert schlüpfe ich im Rahmen meiner Besichtigung des Auswandererhauses in Bremerhaven in ein 17-jähriges Mädchen, das kurz vor dem ersten Weltkrieg aufwächst und Sehnsucht hat nach dem Land der Freiheit und seinen unbegrenzten Möglichkeiten. Amerika!

Ein Mädchen, welches drei Jahre dort leben wollte. Aber dann wurden es 62 Jahre. Amerika eben. Im sogenannten „Europäischen Museum des Jahres 2007″ folgen die Besucher den Spuren der mehr als sieben Millionen Menschen, die über Bremerhaven nach Übersee auswanderten.

Ich habe eine Magnetkarte in der Hand, mit der ich an verschiedensten Stationen spannende Informationen über Martha Hüner via Kopfhörer abrufen kann. Beeindruckt durchstreife ich eine Ablegerhalle, sehe ein altes Schiff und menschengroße Passagiere. auswanderermuseumSind die aus Plastik? Woraus auch immer, sie sehen hier im Halbdunkeln verdammt echt aus. Gekonnte Rauminszenierungen, geheimnisvolle Klanginstallationen und modernste Museumstechnik lassen meine Zeitreise durch die Migrationsgeschichte zu einem Abenteuer werden.

Beim Betrachten des Gepäcks einiger Auswanderer bekomme ich eine Gänsehaut. Zahnbürste, Unterwäsche zum Wechseln, ein Handtuch, Strümpfe und Nachtzeug. Eine Hose und ein Hemd. Alles in Beige-Tönen. Original von damals. Meine Güte, wenn ich auch nur für ein Wochenende verreise, dann habe ich einen halben Kleiderschrank dabei. Bescheiden waren die Menschen damals. Oder waren es doch eher die Umstände? essensraumMit meiner Magnetkarte kann ich an dieser Stelle auch Auszüge aus Tagebüchern hören. Von Zweifeln und Ängsten direkt vor der Abfahrt. Was wird die Auswanderer in Ellis Island erwarten? Diese Menschen sind mir auf einmal so nah und vertraut – sie haben Hoffnungen auf eine bessere Welt. Und eine große Portion Mut. Meine Zeitreise geht weiter – vom Abschied der Heimat, den Bedingungen der Überfahrt bis hin zum Neuanfang in den USA, Argentinien oder Brasilien.

Die Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Klasse sind teilweise enorm – auch die deutlichen Verbesserungen der Reisebedingungen in einem Jahrzehnt. Immer wieder verfolge ich die Geschichte der Martha Hüner, die vom 01. Juli 1906 bis zum 03. Juli 1987 gelebt hat, sehe ihre Fotos, Requisiten aus dieser Zeit und bin in ihrem Schicksal mitten drin. schiffsnachbildungIn der armen Heimat wird ihr Ausreisefieber geweckt, als ihre Tanten aus den USA vom leicht zu verdienenden Geld in den Staaten schreiben. Ich schaue auf die Freiheitsstatue, Schwarzweissfotos und sehe originale Filmszenen von tanzenden Menschen auf Schiffen und nehme auf nachgebauten Essensäumen und Schiffskabinen Platz.

Dann habe ich daran teil, wie Martha im Winter 1932 Bremerhaven mit dem Schiff „München“ verlässt und schaue auf eine Pferdebürste, welche ihr Vater dem jungen Mädchen als Andenken mit auf die weite Reise gibt. Später entdecke ich Martha auf einem Schwarzweißfoto mit einem Mann an ihrer Seite und erfahre, dass sie in Amerika einen deutschen Bäcker aus Hameln geheiratet hat und mit ihm eine Bäckerei gegründet hat, nachdem sie vorher als Kindermädchen und Hausangestellte tätig gewesen ist. ausblickMit meiner Magnetkarte kann ich auf Wunsch auch andere Biographien hören. Im Auswandererhaus könnte ich problemlos einen Tag verbringen und in einer spannenden Vergangenheit versinken. Zum Schluss sehe ich zwei Filme in einem großen Kino.

Rührende Interviews mit circa 80-jährigen Auswandern und Rückblicke auf ihr Leben. Tolle Szenen von Brasilien, Amerika und der weiten Welt. Für einen Augenblick spüre ich Fernweh. Sollte ich nicht auch auswandern?

Disclaimer: Danke an die Hotels für die Übernachtung

 

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