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Asien

Mrs. World Wahl in Vung Tau, Vietnam

Autorin: Elischeba Wilde

Vom 2. bis zum 22. November 2009 ist die Weltpresse auf Vung Tau gerichtet. Verheiratete Schönheiten vom gesamten Erdball treten gegeneinander an, um die Krone der Mrs. World zu erlangen. Die Erlebnisse in Südvietnam sind vielfältig. Landausflüge, Tempelbesichtigungen, kulinarische Genüsse, Luxushotels, Einstudieren der Choreographie und eine pompöse Finalshow. Ich bin im gewaltigen Medienrummel mitten drin. Deutschland vertreten, die Freundlichkeit der Vietnamesen und die Andersartigkeit des Landes kennen lernen.

fenster_elischeba koffer_missen

Der Abschied von meinem Schatz ist verdammt hart. Drei Wochen sehen wir uns nicht. Puh...wie halte ich das aus? Über 80 Leidensgenossinnen geht es genauso wie mir. Auf dem gesamten Erdball spielen sich gerade ähnliche Szenen an internationalen Flughäfen ab. Die letzten Küsse. Drücken. "Ich liebe Dich auch". Tränen beim Blick zu den Kids, die noch gar nicht verstehen, wie lange die Mama wirklich weg ist. "Thành phố Hồ Chí Minh" heißt unser Ziel auf Vietnamesisch. Exotisch hört sich das an. Und ein bisschen fremd irgendwie.

"Einsteigen bitte!" Freundliche Thai-Stewardessen in bunter Landestracht zeigen mir, wo ich mich niederlassen kann. Was für schöne Sitze. Wow! Einer gelb, der andere lila und dann noch einer in pink. Die Farben von "Thai Airways" eben. Da kommt Asien Vorfreude auf. Ich nehme die pinkfarbene Menükarte in die Hand. Natürlich entscheide ich mich für die thailändische Variante: Pa-naeng Curry mit Hühnchenfleisch, gedämpfter Thai Hom Mali Reis und Gemüse. Kleines Problem: Viele finden das Gericht gut. Deswegen ist nichts mehr für mich da und ich muss zu den Lachsmedaillons greifen. Locker bleiben: Die nächsten Wochen werde ich noch oft genug asiatisch essen. Darauf freue ich mich richtig.

ausblick_fenster vietnam_urlaubsfoto

Dann schaue ich von meinem Fensterplatz "51k" raus auf die Wolken. Wie endlos weit sie wirken. Dann beginnt das Grübeln. Was wird mich in Vietnam erwarten? Wer wird meine Zimmerpartnerin werden? Wie wird mir das Land gefallen? Gibt es Zickenkrieg? Werde ich Wireless Lan haben, damit ich mit meinem Schatz in Verbindung bleiben kann? Habe ich auch mal Zeit zum Entspannen? Werden Pierre und ich ein paar Mal telefonieren können? Fragen über Fragen. Ein Zurück gibt es jetzt sowieso nicht mehr. Wie sagt man es in meiner Heimatstadt "Kölle" so schön: "Es kütt wie es kütt".

Jut - dann lasse ich mal alles auf mich zukommen. Als rheinländische Frohnatur werde ich auch aus einem anderen Grund positiv denken müssen und lasse das Einchecken Revue passieren. 600 Euro Übergepäck wollte Frau am Schalter für Koffer Nummer Zwei haben. Heftig! Spontane Umorganisation folgte: Meine Sachen sollten dann eben per Fracht reisen. Deutlich günstigerer Spaß: 150 Euro. Während ich durch die Sicherheitskontrolle gegangen bin, hatte mein Schatz sich um den gesamten Papierkram gekümmert. Ach Pierre, wenn ich Dich nicht hätte!

Pompöser Empfang

Schlafen im Flugzeug? Keine Chance. Im sitzen geht das eh nicht. Bin außerdem zu wirbelig. Umsteigen in Bangkok.  Das meiste geschafft. Aussteigen in ..........."Wie hieß die größte Stadt Vietnams noch mal?" Ach ja! Ho-Chi-Minh-City. Meine Augen und meinen Mund reiße ich erstaunt auf. Was für ein Empfang! Bis gerade war ich noch ziemlich müde, vom schlaflosen Nachtflug.

Im nächsten Moment bin ich für einen Moment hellwach. Das nennt man Aufwand: Riesige Aufsteller mit Mrs. World Postern, zahlreiche lächelnde Vietnamesen mit Schärpen, welche die Mrs. World Organisation präsentieren. Ein gewaltiger Blumenstrauß, der mir entgegen gereicht wird. „Welcome in our country, Mrs. Germany" wird mir herzlich von allen Seiten zu gerufen. Das bleibt auch von anderen Fluggästen nicht unbemerkt, die entweder fragen, ob sie Bilder machen dürfen, oder die einfach dastehen und wie Autos gucken.

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Doch in Vietnam herrscht ein anderes Tempo als in Deutschland. Langsamer. Gelassener. Die Menschen sind mit innerer Ruhe und Zufriedenheit genauso effektiv. Hektik und Eile widerspricht den Lehren des Konfuzius. Mir ist es unangenehm, dass ich meine zwei Passfotos für das Visum nicht so schnell finde. „Just relax, we have enough time" wird mir sanft bestätigt. Mein erster Eindruck: Ich mag Vietnamesen! Mein zweiter: Von denen kann ich noch eine Menge lernen.

Misses Pakistan

Kurz darauf treffe ich auf Mrs. Pakistan. Wir werden nach der Visa Kontrolle zusammen in das luxuriöse Sofitel Saigon gefahren.  „Oh I am so hungry" gibt sie mir im geräumigen Auto zu verstehen. Dann berichtet sie mir, dass man im Flugzeug für sie kein „moslem food" hatte. Ob es denn nur Schweinefleisch gab, hake ich nach. Nein, sie würde nur Fleisch essen, welches von Allah gesegnet worden ist - wenn ich sie richtig verstanden habe. „Probiere hier in Vietnam mal gebratenen Tofu mit Kokossauce und gegrilltem Gemüse", gebe ich ihr als Fan der asiatischen Küche als Tipp mit auf den Weg. Dann schaue ich mir die Kandidatin näher an: Eine bildhübsche junge Frau mit schwarzem Haar, großen Rehaugen und hellbrauner Haut. Darf sie sich denn überhaupt so zeigen? Dezent frage ich nach.

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Offen und spontan wird mir geantwortet. Was man im Rahmen der Mrs. World Wahl alles lernen kann! Es gibt Gebiete in Pakistan, wo Frauen sich komplett verschleiern müssen. In der Stadt, in der sie zu Hause ist, kann jede Dame selbst entscheiden, wie sie sich kleidet. Später berichtet sie mir, dass es im Islam mit dem Koran genau wie mit der Bibel im Christentum gehandhabt wird - manche Menschen legen sie strenger aus - was im Fall des Korans zur Zwangsverschleierung führen kann.

Großstadt mit besonderem Reiz

Wer an Vietnam denkt, der stellt sich unendliche Reisfelder, eine satte grüne Landschaft, das türkisfarbene Meer und Mangrovensümpfe vor. In Saigon lerne ich vorerst eine andere Seite Asiens kennen: Hupen, Mofas, Abgase, Hochhäuser und verkehrsreiche Straßen. Komisch. Dass die bei dem Durcheinander mit all ihren Zweirädern noch klar kommen. Das rege Treiben wirkt hektisch, aber bei näherem Hingucken gleichzeitig auch sehr gelassen und gekonnt. Die Stadt hat ihren eigenen Reiz. Die Andersartigkeit. Die bunten Häuser. Die pyramidenförmigen und strohfarbenen Hüte der Menschen. Das breite Lächeln, wenn ich sie aus dem Auto heraus anstarre.

Ich sehe zahlreiche Vietnamesen mit Mundschutz herumfahren. Eine Einheimische, die neben uns sitzt und für Planung der Mrs. World Wahl zuständig ist, mache ich darauf aufmerksam. „Ist das ein Schutz vor der Schweinegrippe?" frage ich erstaunt. Sie klopft mir sachte mit der Hand auf den Oberschenkel, fällt laut schallend an zu lachen und wirft den Kopf nach hinten: „Wir sind hier in Vietnam, da haben wir keine Schweinegrippe. Das ist ein Schutz vor dem Staub, was beim schnellen Moped fahren von Vorteil ist."

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Wieder dazugelernt. Im Hotelzimmer genieße ich den beeindruckenden Ausblick auf Saigon. Zum Abend hin verwandelt er sich in eine tolle bläulich-rötliche und romantische Farbenpracht. Die anderen Missen, die gestern angereist sind, befinden sich noch beim Ausflug. Schön, dann habe ich Zeit meinem Mausi Mails zu schreiben und einen Blogeintrag zu erstellen. Recht früh gehe ich schlafen. Gegen Mitternacht werde ich von Schritten in meinem Zimmer geweckt. „Hi, I`m Misses Switzerland" sagt eine sympathisch klingende Stimme, als ich mich im Bett bewege. Wir quatschen eine Stunde. Eigentlich war ich doch müde? Tja, eine Misses World Wahl ist doch zu aufregend um zu schlafen. Ruhen kann ich, wenn ich mal alt bin. Was wird der nächste Tag bringen?

Tuchfühlung mit Schönheitsköniginnen vom ganzen Erdball

Überraschungen. Eindrücke. Staunen. Was für eine Horde hübscher Damen. Wie von der Mrs. World Organisation gewünscht, werden die Schärpen von uns Missen den ganzen Tag getragen - so kann jeder direkt ersehen, welches Land von welcher Dame vertreten wird. Beim Frühstück die Mädels zu beobachten ist so, als würde man sich mit der Erdkugel beschäftigen. Mrs. Nigeria trägt ihre Tracht. Mrs. Kanada sitzt mir direkt gegenüber. Sie nimmt einen Schluck Kaffee und berichtet mir, dass sie am Morgen schon ein bisschen geweint hat. Per Skype hätte sie mit ihrem Mann gesprochen - sie würde ihn die nächsten drei Wochen so vermissen. Dass wir alle unsere Ehepartner in unserer Nähe haben möchten und lange auf sie verzichten müssen, das schweißt uns momentan zusammen. Wir erfreuen uns an den exotischen Früchten Vietnams und sind neugierig auf die kommende Zeit.

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"Come, please!" höre ich eine Stimme von draußen rufen. Meine Güte, sehen die stark aus: Zwei riesige rote Busse stehen vor der Tür. Großer Aufdruck des Mrs. World Logos. Die letzten Gewinnerinnen des Weltfinales sind ebenfalls abgedruckt. Außerdem werden Kurzinfos zum Ort des aktuellen Geschehens präsentiert. Da hat sich jemand Mühe gegeben.

Die Fahrt nach Vung Tau dauert circa drei Stunden - tagsüber gibt es auf dem Weg regen Verkehr. Der neugierige Blick nach draußen ist stets interessant. Mofas, Hupen, freundliche Vietnamesen, Palmen und bunte Hütten und Häuser. Wir steuern die Hauptstadt der Ba Ria Vung Tau Province an und sind gespannt. Vor dem "Imperial Hotel" angekommen stelle ich fest, dass der Empfang am Flughafen gar nichts war gegen das hier: Circa 500 Menschen stehen bereits vor dem Eingang.

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Bunt angezogen und schön geschmückt. Trompeten begrüßen uns. Winkende Kinder. Offene und willkommen heißende Gesichter, Musik, gute Laune und Asia-Feeling. Gerührt laufen wir weiter Richtung Rezeption. David Marmel persönlich - der Repräsentant der Mrs. World Organisation - begrüßt uns mit seinem Team. Schick gekleidet, stilvoll und charmant. Die warmherzige Mrs. Amerika Organisatorin Batsheva Baiba umarmt mich herzlich, erinnert sich an die schöne Zeit mit mir vor einem Jahr in Kaliningrad (Mrs. World Wahl 2008) und sagt mir, dass sie äußerst erfreut darüber ist, mich wieder zu sehen. Immer wieder betont sie, dass sie mich einfach so „süß" findet.

Exotisches Buffet und Misses Brasilien

Ein extrem leckeres Buffet wartet nun auf uns - das "Imperial Hotel" bietet feinste vietnamesische Küche. Misses Amerika fragt mich, ob ich mich zu der kleinen Gruppe am Vierertisch setzen möchte. Schnell kommen wir ins Gespräch. Misses Dänemark möchte alle Details über die Jury letztes Jahr wissen. „Ich bin der Sven" höre ich plötzlich eine deutsche Stimme, als ich mir etwas vom genialen Hünchen-Kokos-Curry nachnehmen möchte. Der sympathische Hoteldirektor aus München stellt sich vor und berichtet mir, dass er sich auch schon darauf freut, meinen Mann kennen zu lernen, der knapp drei Wochen später angereist kommen wird, um sich die Finalshow anzusehen und mich endlich wieder in seine Arme zu nehmen.

Nach der frischen und aromatischen Kost erfahren wir, wer unsere „room mates" hier im "Imperial Hotel" sein werden. „Misses Switzerland" und ich verstehen uns so gut, dass wir unbedingt wieder zusammen ein Doppelzimmer teilen möchten. Allerdings steht „Misses Brasil" und Zimmer „526" auf dem Schreiben, welches ich später von der Rezeption erhalte. Wie werde ich mich mit ihr verstehen? Sie ist eine der schönsten Teilnehmerinnen hier. Das ist sofort ersichtlich. Knapp 1,80 Meter groß, hellbraune Haut, riesige Augen, schlank, klassische Gesichtszüge und schönes schwarzes langes Haar. Aber sie wirkt etwas distanziert. Ob ich mit der Dame klar komme, die das Land des Sambas, Kaffees und Fußballs präsentiert?

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Beeindruckender Tempel mit erschreckender Geschichte

Mit zwei großen „Mrs. World Bussen" werden wir zur Umgebung Vung Taus gefahren. Vorbei an sattgrüner Palmenlandschaft erreichen wir nach einer Viertelstunde unser erstes Ziel für heute: Den weißen Leuchtturm. "Jurassic Park" ruft uns ein einheimischer auf dem letzten Fußweg dorthin grinsend zu und zeigt per Handbewegung auf die Umgebung. Ein hervorragender Ausblick auf eine Stadt voller bunter Häuser, den weißen Sandstrand und das hellblaue Meer erwartet uns. „Seht Ihr die Statue drüben?" fragt uns ein vietnamesischer Guide. „Diese soll Jesus darstellen und wurde um 1970 herum von der christlichen Minderheit erbaut", erklärt der junge Mann.

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Zwischendurch ist immer wieder amerikanische und asiatische Presse an unserer Seite. Ein regionales TV Team möchte von mir wissen, wie mir Vietnam gefällt und was ich beruflich mache. Ich erkläre mit zitternder Geste, wie kalt es gerade in Deutschland ist, und dass ich froh bin, hier zu sein und mich auf meinen Schatz freue, der für anschließenden Urlaub nachkommt. Auch spontane Fotoshootings stehen auf dem Programm.

"Where is the restroom, please?" frage ich beim Zwischenstopp und stelle immer wieder das gleiche fest: Vietnamesische Waschräume besitzen weder Toilettenpapier, noch Seife - wer sich rundum wohl fühlen möchte, der sollte beides immer dabei haben! Imposant ist der Eingang des Võ Thị Sáu Tempels, mit seinem drachenartigen Treppenhaus und seinen tollen Farben.

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Erschreckend dagegen die Geschichte der 16jährigen Võ Thị Sáu, welche nach einer bewaffneten Aktion gegen die französischen Kolonialherren gefasst und zum Tode verurteilt wurde. Die bürgerliche Legalität Frankreichs verbot es jedoch, die Minderjährige zu exekutieren.

So wurde sie dann als erster weiblicher Häftling auf die berüchtigte Gefängnisinsel "Côn Sơn" gebracht, damit ihre Henker dort auf ihre Volljährigkeit warten konnten. Am 23. Januar 1952 wurde dieTodesstrafe durch Erschießen vollstreckt. Für die Vietnamesen starb Võ Thị Sáu als Heldin - jedes Kind in diesem Lande kennt ihr Schicksal. In vielen Orten ist eine Strasse nach dem Mädchen benannt und Schulen tragen ihren Namen.

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Ein Herz für Kinder

Der anschließende Besuch der Schule für Kinder mit Handicap ist rührend. Viele von ihnen tanzen für uns auf der Bühne - ein Mädchen nimmt meine Handfläche und zeichnet mit ihrer Zeigefingerspitze symbolisch ihren Namen auf und fragt mich, wie ich heiße. Manche der Kleinen umarmen mich spontan und lächeln mir zu. Als ich sie fotografiere und ihnen das Bild nachher im Display zeige, sind sie ziemlich fasziniert. Einige von ihnen würde ich am liebsten mit nach Hause nehmen, aber sie sind hier in der Provinz Vung Tau bereits in liebevollen Händen und werden bestens betreut.

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Auf dem Rückweg singen wir im großen Mrs. World Bus schaukelnd „We are the world" von Michael Jackson und sind beeindruckt vom schönen Abendlicht, welches wir beim Blick aus dem Fenster wahrnehmen. Heute Abend steht nach dem Dinner „Üben für die pompöse Show" auf dem Programm. Anschließend geht es zurück ins Zimmer.

Misses Brasilien wirkte anfangs nur so distanziert auf mich, da sie kaum Englisch spricht - das ist der tatsächliche Grund. Da die exotische Schönheit gerne mit einer spanisch sprechenden Misses im Zimmer sein möchte und ich mit Misses Schweiz, tauschen wir unsere Begleitungen. Allerdings staune ich an dem Tag, den ich mit Misses Brasilien als "roommate" verbringe, wie wunderschön sie sogar ungeschminkt ist. Optisch gehört die knapp 1,80 Meter große junge Mutter zu meinen Favoritinnen.

Plötzlich hohes Fieber

Am nächsten Morgen geht es mir super. Ich bediene mich am hochwertigen Buffet des schönen Imperial Hotels mit typisch vietnamesischen Köstlichkeiten. Exotische Früchte sowie „Cha gio" - die Frühlingsrollen aus dünnem Reisteig, welche mit Krabben, Fleisch und / oder Ei gefüllt sind, gehören dazu. Weit verbreitet und lecker ist außerdem auch „mien ga" - die typische vietnamesische Nudelsuppe mit Hühnchenfleisch.

Hier schlage ich ebenfalls zu und genieße es, mit anderen Schönheitsköniginnen draußen zu sitzen und die angenehme Morgenluft einzuatmen, sowie den Blick auf die Palmenlandschaft zu werfen. Wann der richtige Zeitpunkt für Kinder ist, das ist das Gesprächsthema. „Früh ist schöner," sagt die 24 Jahre junge Mutter und amtierende Mrs. Kreta, während Mrs. Niederland mir gesteht, dass sie - wenn sie noch einmal entscheiden könnte - lieber mit Ende 30 Nachwuchs bekommen würde.

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Als die Mädels samt mir bei der morgendlichen Besprechung auf den Tag vorbereitet werden, geht es mir auf einmal nicht besonders gut, aber ich denke, dass es schon wieder besser werden wird. Plötzlich fühle ich mich ziemlich schlapp und frage die Personen der Mrs. World Organisation nach einem Arzt. Immerhin habe ich aus meiner schmerzhaften Erfahrung in Ägypten im April 2009 gelernt und weiß, dass schnelles Handeln bei den ersten Auswirkungen von Krankheit nicht zu unterschätzen ist.

Wunderpille

Im Informationsraum sind ein paar nette vietnamesische Angestellte zugegen, die den Arzt anrufen. Alle wollen irgendwie etwas tun, damit es mir besser geht, auch wenn sie nicht genau wissen, was mir helfen würde. Die Hilfsbereitschaft der warmherzigen Asiaten ist groß. Plötzlich wird mein Kopf ziemlich heiß und ich lege mich prompt auf die nächste Couch. „Oh nein, bitte nicht schon wieder" denke ich mir verzweifelt. „Ist das ein Zeichen dafür, dass ich nur noch Nahreisen machen soll?" Mir gehen die merkwürdigsten Gedanken durch den Kopf. Dass heute Samstag ist und ich zu Hause bei meinem geliebten Pierre sein könnte.

Jedoch ist die Teilnahme der Mrs. World Organisation meine - teilweise auch sehr angenehme - Pflicht und der Titel hat uns als Paar auch eine Menge Vorteile gebracht. Wieso ziehe ich denn immer wieder solche Dramen an? Es gibt hier über 80 Missen und davon ist außer mir nur eine einzige momentan krank, nämlich Mrs. Brasilien. Das Fieber wird höher. „Um die 40 Grad" sagt die Ärztin, die mittlerweile eingetroffen ist und unter meinem Arm meine Temperatur gemessen hat. Ich habe keine Schmerzen, aber ich fühle mich einfach ganz komisch. Und von Minute zu Minute komischer. Als wenn meine Lebensenergie meinen Körper verlassen möchte. Ich kriege ein bisschen Panik.

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Ich erinnere mich an meine Erlebnisse in Ägypten, als man mir keine Infusion geben konnte, da mein Blutdruck zu stark gesunken ist und lege meine Beine als Vorsichtsmaßnahme hoch. Damals hat die Höhe des Fiebers bewirkt, dass meine Nieren nicht mehr richtig gearbeitet haben, mein Körper auf Notfall umgelegt hat und ich nach dem „Fallen in Bewusstlosigkeit" am dritten Tag auf der Intensivstation wieder richtig aufgewacht bin. Mir gehen die Worte des Arztes später in Deutschland durch den Kopf: „Medizinisch ist es ein Wunder, dass Ihnen nichts passiert ist."

All das möchte ich wirklich nicht noch einmal erleben. Die freundlichen Vietnamesen und Runya von der Mrs. World Organisation legen mir eine Menge Medikamente auf den Tisch. Eins davon ist stark fiebersenkend. Keine Ahnung wie viele Nebenwirkungen das Zeug hat, aber das brauche ich jetzt! Schnell schlucke ich es mit ein bisschen Wasser. Super: Jetzt habe ich Grund zum Aufatmen: Die Medikamente wirken. Das Fieber sinkt. Und sinkt. Bereits nach circa 20 Minuten ist meine Temperatur wieder im grünen Bereich. 38,5. Noch einmal Glück gehabt! In den Tropen scheinen Infektionen schnell zu kommen, aber bei der richtigen Behandlung auch schnell wieder zu gehen. Was auch immer „Hapacol Blue" genau ist - es scheint erstaunlich schnell zu wirken.

Mit Blaulicht ins Krankenlager

Trotzdem werde ich vorsichtshalber mit Blaulicht auf einer Liege ins Krankenhaus gefahren - eine Infusion soll helfen, so dass ich schnell wieder richtig fit bin. Mir ist ein bisschen unbehaglich, als ich im „Hospital" ankomme. Ich befinde mich in einem riesigen Raum voller Menschen - ob Ärzte, Krankenschwestern oder Patienten - nur Vietnamesen sind hier. Ich werde von allen Seiten so angeguckt, als wenn ich von einem anderen Planeten kommen würde, aber trotzdem sehr freundlich. Leider ist kein Bett für mich frei, also wird eine junge Frau darum gebeten, für zwei Stunden auf einem nahe gelegenen Stuhl zu sitzen, was mir ein bisschen unangenehm ist. Beim Umschauen fällt mir auf, dass das „Nile hospital" in Hurghada wesentlich europäischer eingerichtet ist. Der Waschraum besitzt hier weder Seife noch Toilettenpapier. Hoffentlich kann ich schnell wieder ins behagliche "Imperial Hotel". Überhaupt liegen die zahlreichen kranken Personen in diesem Großraum extrem nah beieinander - Männlein, Weiblein und Kinder alle beisammen in einer großen Halle.

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„What do you want?" fragt mich der Doktor freundlich. Erst mal muss ich kurz lachen und sage ihm, dass er doch der Arzt ist. Danach erkläre ich dem Vietnamesen, dass ich eine Infusion mit Mineralstoffen benötige. Diese folgt kurz darauf. Die Nadel ist frisch, alles ist desinfiziert. Ich bin darüber erleichtert. Die ganze Zeit steht der junge Mann bei mir - irgendwie scheint er froh zu sein, dass eine Dame aus Europa in Behandlung ist und versucht sich mit Händen und Füssen mit mir zu unterhalten. Breit grinsend guckt er mich an und steht einfach da. Auch noch nach zwei Stunden. „You are so beautiful" sagt er mir. Schön, dass ich seinen Arbeitsalltag ein bisschen auffrische.

Als ich alleine bin, mache ich aus Langeweile Fotos von mir selbst, was der Doktor ziemlich lustig findet, als er wieder zurückkommt. Mein Mann würde sagen: „Schön, das zeigt, dass es meiner Elli wieder gut geht."

Einladung nach New York

"Kommt uns doch mal in New Jersey besuchen" ermuntert mich meine liebe Doppelzimmer-Partnerin Meilin Vanessa Rohrer, Mrs. Switzerland beim Frühstück und nimmt noch ein Stück Drachenfrucht. Ich bin ein bisschen gerührt über ihre Gasfreundschaft. Dann sehe ich mich auf der Terrasse nach meinen Mitstreiterinnen um. Ich lerne wundervolle Frauen aus der ganzen Welt kennen.
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Die hübsche Brünette ist zwar gebürtige Schweizerin, lebt aber momentan in der Nähe von der Weltstadt New York. Mein Mann Pierre ist sowieso großer Fan der Nordostküste - das passt also perfekt. Schon jetzt freue ich mich darauf, Misses Schweiz wieder zu sehen, denn sie ist mir sehr ans Herz gewachsen. Gerade trage ich ihre langen blauen Ohrringe, die sie mir für das heutige Hotelshooting ausleiht.

Zickenkrieg oder Konkurrenzdenken? Keine Spur. Dass wir 83 Kandidatinnen uns so gut verstehen, mag auch daran liegen, dass wir alle jeweils nicht die "Miss", sondern die "Misses" sind. Der Großteil von uns hat Kinder. Was uns alle verbindet, ist eine glückliche Ehe und ein Mann, der hinter uns steht. Nach einem Shooting-Tag im Hotel geht es abends zum Rathaus "Vung Taus", um wichtige Menschen aus dem Bereich Politik und Reisen begrüßen und kennen lernen zu dürfen. Jede von uns trägt ein Abend- oder Cocktailkleid und hält ein heimatliches Geschenk in den Händen. Nachdem wir vom „cheerman" positiv willkommen geheißen werden, folgt eine englische Übersetzung von Đoàn Thị Kim Hồng, Misses Vietnam 2005. Herrlich ist das riesige Poster im Hintergrund, welches Vietnams Schönheiten zeigt. Einladend der Film, der auf dem Bildschirm unter der Decke läuft.

Idee mit Welterfolg

Dann folgt die Rede von David Marmel, dem Präsidenten der Mrs. World Organisation. „Weil ich gerne hübsche Frauen im Bikini gesehen habe, war ich Gast eines Beauty-Wettbewerbes" beginnt er charmant seine Worte. Später hat er mitbekommen, wie eine verheiratete Bikinischönheit teilnehmen wollte. Jedoch wurde ihr forsch erklärt, dass dieser Wettbewerb nur ledigen Damen vorbehalten ist. Einige Wochen später schlenderte er durch Miamis Strassen. Es waren die Mütter und die Damen mit Ring, die ihm aufgefallen sind: Ihre Aura, ihre Ausstrahlung, ihre Erfahrung. Nichts hielt ihn mehr davon ab, den weltweit einzigen Contest für Ehefrauen zu gründen. Allein die Vielzahl der internationalen Presse, die hier in Vietnam anwesend ist, zeigt, dass seine Idee ein großer Erfolg geworden ist.

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Jetzt ist es soweit - wir übergeben unsere Geschenke. Misses Côte d'Ivoire aus Westafrika setzt dem „cheerman" von Vietnam eine große Krone auf dem Kopf und sagt vor allen, dass er jetzt der „King" ist. Gelächter im Raum. Einige Missen bringen kulinarische Highlights mit. „Mrs. Germany, please." Vor dem Blitzlichtgewitter überreiche ich ein deutsches Monopoly Spiel und erkläre dem Präsidenten, dass er bei dieser Benutzung die 22 schönsten Städte Deutschlands kennen lernt. Der freundliche Herr bedankt sich und überreicht mir ebenfalls etwas: Zwei vietnamesische kleine Figuren. Bei 83 Kandidatinnen dauert das Überreichen und Fotografieren eine Weile.

Sehnsucht nach dem zweiten Koffer

Langsam gehen mir die Kleider aus. Ich vermisse meinen zweiten Koffer. Noch knapp zwei Wochen bis zur Finalshow - das passende Outfit ist noch auf Reise. Das wird eng. Umso erleichternder die frohe Botschaft: Mein Koffer hat Saigon erreicht. Die schlechte Nachricht folgt kurz darauf: Mich erwartet ein ganzer Tag im Auto um nach HCMC hin und wieder zurück zu fahren. Ich muss mein Gepäck persönlich abholen.

Während die anderen Missen einen Tagesausflug machen, werde ich nach HCMC fahren. Neben mir im Auto nimmt Mrs. Libanon Platz, die ihren Koffer von Beirut aus nach Vietnam per Schiff verschickt hat. Neugierig schaue ich auf dem Weg aus dem Fenster: Mofas, hupen, reger Verkehr, freundliche und lächelnde Gesichter mit spitzen Hüten. Palmen, Sonne, bunte Häuser, Werbeplakate mit europäisch aussehenden Frauen.

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Plötzlich fährt ein Ambulanz Wagen mit rotem Blinklicht und Alarm an uns vorbei. „Ich liebe dieses Land, aber ich möchte hier nicht ernsthaft krank werden" fügt unser Guide Dolev Sunshine Sadan aus Israel beim Blick aus dem Fenster hinzu, der neben uns sitzt. „Die Krankenwagen haben hier nur eine einfache Liege und sind auf nichts vorbereitet. Der Weg ins Krankenhaus kann drei Stunden und mehr dauern - bis dahin sind viele Patienten leider schon gestorben" sagt er mit einem ernsten Gesichtsausdruck. „Puh, das ist heftig" antworte ich und erinnere mich daran, dass ich hier auch schon meine Erfahrungen mit dem „vung tau hospital" gemacht habe. Auf der Fahrt dorthin hat der Kleinbus die ganze Zeit richtig heftig gewackelt.

Ohne vietnamesische Hilfe aufgeschmissen

Mittags geht es erst mal Richtung Restaurant und das landestypisch: In einem Suppennudelhaus kann der Gast die passenden Beilagen wählen - ich entscheide mich für Hähnchenfleisch und bin beeindruckt davon, dass ich für drei Dollar richtig satt werde. Danach startet die Bürokratie: Erst geht es mit vietnamesischer Begleitung in ein riesiges Gebäude voller Kartons und Maschinen. Danach folgen Mrs. Libanon und ich in einen Raum mit drei Sekretärinnen und jeweiligen Schreibmaschinen. Die Businessfrauen tippen ziemlich schnell die Wünsche der Besucher nacheinander ein. Anschließend geht es noch in ein Gebäude mit anwesenden Polizisten und uniformierten Personen. Zwischendurch ist langes Warten angesagt.

Die hübsche Kandidatin aus dem Libanon ist ein äußerst stiller Typ, also starren wir beide die meiste Zeit einfach ins Leere. Mit meiner kleinen Panasonic Lumix TZ7 laufe ich so lange herum, bis ich freundlich darum gebeten werde, keine Bilder mehr zu erstellen. Unsere Helfer haben unsere Reisepässe in der Hand und diskutieren mit den Angestellten heftig. Scheint alles nicht so einfach zu sein.

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Nachdem wir den Vietnamesen noch einmal in einen weiteren Lagerraum hinterher laufen, steht er dann endlich da. Mein Koffer! Nicht nur meiner. Auch der von Mrs. Libanon. Beide am Stück und unversehrt. Meine Güte, das war eine Prozedur. Ohne die intensive Unterstützung der vietnamesischen Helfer vom Hotel wäre das fast unmöglich alleine zu schaffen, denn dafür ist Englisch als zweite Sprache im Großteil Vietnams einfach nicht verbreitet genug.

Das Glück wird nicht im Außen gesucht

Auf dem Rückweg halten wir an wunderschönen buddhistischen Tempeln, um zwei weibliche Mönche einzusammeln. Ich vertrete mir bei dieser Gelegenheit für fünf Minuten die Füße und nehme den inspirierenden Duft der Räucherstäbchen wahr. Welch eine Ruhe dieser Ort ausstrahlt. Grüne Landschaft, Palmen, Blüten, ein paar herumlaufenden Hunde. Ich gehe an einfachen Räumen vorbei, in denen Männer in dunkelorangefarbigen Umhängen und kahl rasierten Köpfen sitzen.

Sie essen Reis und lächeln mir freundlich zu. Diese Menschen lehren, dass das Glück nicht im Außen in der materiellen Welt gesucht werden sollte, sondern dass Herzensfrieden von innen kommt. „You are very nice" findet der weibliche Mönch im hellgrauen Umhang auf dem Rückweg, der neben mir sitzt. Dann erklärt mir die Dame, deren Haupthaar sie geschoren trägt, dass sie blonde Haare und weiße Haut schön findet.

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Abends gibt es für uns 83 Missen noch eine kleine Einführung in die Meditation. Kann man entspannen, wenn drei Kamerateams aufs eigene Gesicht gerichtet sind? Andererseits ist das hier mittlerweile Alltag und irgendwann nehmen wir die Begleitung der Medien gar nicht mehr richtig wahr.

"Mrs. Germany, no computer, please!" Fred guckt mich böse an. Nichts tun ist halt nicht so mein Ding. Stundenlanges Warten empfinde ich als unproduktiv. Irgendwann hat man sich ausgequatscht mit der Sitznachbarin. Oder die Englischkenntnisse reichen nur für oberflächliche Diskussionen. Wir sind müde. Ab der zweiten Woche haben wir täglich "rehersal". Auf Deutsch heißt das "Trainieren für die Show" In der Praxis bedeutet es vor allem eins: Auf der Bank zu sitzen. Die über 80 Mädels werden in 12er Gruppen aufgeteilt und mit diesen wird Laufen geübt. Die anderen haben die Anweisung zu Gucken. Ich sehne mich ein bisschen nach den tollen Landausflügen der erste Tage zurück. Dann schaue ich mich in der klimatisierten Halle um. Draußen scheint die Sonne. Davon kriegen wir jedoch nichts mit. Ich grinse in mich hinein, als ich daran denke, dass mir Freunde und Bekannte einen schönen Vietnamurlaub gewünscht haben. Es ist eine einmalige Erfahrung, für die ich dankbar bin. Aber Urlaub ist doch etwas anderes.

Aus Spaß wird Ernst

Jetzt wird es ernst. Wir lernen anspruchsvolle Tanzchoreographien für das Opening. Als ich die Schritte endlich im Kopf habe, da macht die Sache auf einmal so viel Spaß, dass ich gar nicht mehr aufhören will. Die Amerikaner Fred und Fride bringen uns eine Menge bei - durch ihre große Portion Humor gibt es immer wieder Gelächter im Raum. Auch wenn der Großteil von uns die Ausflüge und Trips als schöner empfunden hat, als das tägliche Üben, ist die jetzige Vorbereitung für den 22. November wichtig. Die Show wird immerhin live übertragen und weltweit ausgestrahlt.

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Endspurt: Am 18. November 2009 muss sich jede von uns einem Smalltalk mit der Jury stellen. Diese stammt aus Russland, Amerika und Asien. Meine Favoritin ist Diana Tucker, Mrs. World 2007. Herz, Ausstrahlung, Schönheit und Intelligenz - die Amerikanerin hat das gewisse Etwas. Die Stoppuhr geht. Das war`s - nach drei Minuten stehen wir auf und gehen von links nach rechts direkt weiter zum nächsten Prüfer. Wann haben die überhaupt Zeit, sich Notizen zu den einzelnen Kandidatinnen zu machen, denke ich mir, als es schon zum nächsten Juroren geht. "Ob ich lieber einen mitfühlenden oder einen reichen Mann hätte?" fragt mich der Gegenüber. Erst mal muss ich wegen der Frage lachen. "Einen mitfühlenden" antworte ich. Erstaunt guckt mich der äußerst elegant gekleidete junge Mann asiatischer Herkunft an. Aber nur ein Reicher kann für Dich sorgen, klärt er mich belehrend auf. Später erfahre ich, dass er mehrfacher Millionär ist. Falsche Antwort meinerseits? Egal - ich bleibe authentisch.

Die Stimmung wandelt sich

Zum "Preminalary" ändert sich die Stimmung der Kandidatinnen Schlag auf Schlag. 13 Stylisten haben für über 80 Damen eine Stunde Zeit! Wer sich am besten durchsetzen kann, der wird gestylt. Für mich ist kein Platz mehr. Schade. Ich habe kein Talent mir die Haare für einen Bühnenauftritt angemessen herzurichten. Also lasse ich sie einfach glatt herunterhängen. Mein Schatz mag mich so am liebsten, auch wenn es nicht die passende Frisur für ein Abendkleid und eine Gala ist. Das Wichtigste für eine gute Ausstrahlung: Mich vorher noch mal richtig satt zu essen. Deswegen lange ich im "Imperial Hotel" zu - immerhin ist der Abend lang.

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Die russisch sprechenden Kandidatinnen sind mir gegenüber alle freundlich und zuvorkommend. Allerdings behandeln viele von ihnen die kleinen vietnamesischen Helferinnen wie „dumme Sklaven." Das tut mir und vielen anderen Teilnehmerinnen im Herzen weh. „Oh she is so stupid, she understands nothing" betont beispielsweise eine Titelträgerin lautstark zur anderen. Doch können diese Schönheitsköniginnen ein Wort vietnamesisch sprechen? Sie vergessen, dass sie gerade die Ausländerinnen sind.


Es ist der Auftritt ausschließlich für die Jury. Nun wird alles entschieden. Wir treten vor, wir lächeln, wir präsentieren und wir sind erfolgreich. Zum Finale erhalte ich eine wunderschöne und äußerst glamouröse Frisur. Wow! ich bin begeistert. Wobei mir dieser Look am Tag der Entscheidung mehr gebracht hätte. "In Deutschland haben wir das berühmte Oktoberfest, trinken gerne Bier und haben eine Menge Spaß" mit diesem Satz stelle ich fröhlich mein Landeskostüm vor.

Warum bist Du die perfekte Mrs. World?

Die Vergabe der Top 12 Plätze erstaunt uns Kandidatinnen teilweise. Zuletzt stehen drei Damen auf der Bühne. Die warme Mrs. Vietnam, die professionelle Mrs. Amerika und die kühle blonde Mrs. Russland. „Warum bist Du die perfekte Mrs. World?" Es ist nicht möglich, dass eine der Kandidatinnen die Antwort der Konkurrenz hört. Auf das Feedback zur Finalfrage schaut die Weltpresse mit gespannter Erwartungshaltung.

Herzlich und liebevoll reagiert Mrs. Vietnam - ihre Übersetzerin ist ein bisschen überfordert mit der Situation und kann kaum etwas wiedergeben. Jedoch erfahren habe wir später, dass Yen Hoang Thi eine „wunderbare Antwort" gegeben hat (auch wenn nicht vietnamesisch sprechende Menschen kaum verstanden haben, was sie gesagt hat).

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Die durchtrainierte Mrs. Amerika reagiert wie immer professionell und erklärt, dass ein Titel nicht nur eine Ehre ist, sondern auch eine Aufgabe und es harte Arbeit bedeutet, diesen gut zu nutzen. „Es ist meine Pflicht, den Titel nach Russland zu holen" antwortet die Dame, die als letztes gefragt wird und bekommt als Resultat die Krone. Mrs. Amerika ist nun die amtierende Vize Mrs. World (first runner up). Russland hat viele schöne Frauen - Victoria Radochinskaya wünsche ich eine Menge Erfolg.

"Good luck, Germany!"

„You are the winner in my heart" - mit diesen Worten überrascht mich Paul bei der After Show Party, ein junger Mann aus Amerika, der dort wohl sehr bekannt ist, Deutschland liebt und dessen Nachnamen ich leider vergessen habe. Er erklärt mir, dass er sehen würde, welches Lächeln echt ist und welches nicht. Die Vietnamesen mögen mich und haben vor dem Finale häufig meine Hände gehalten, mir tief in die Augen geschaut und mir temperamentvoll „good luck, Germany!" gewünscht. Jury Mitglied Diane Tucker kommt am Abend auf mich zu, drückt mich und bekundet, dass ich alles richtig gemacht hätte. „I love you" sagt mir die Hochgewachsene dunkelhaarige Mrs. World 2007, die auch Mrs. Arizona gewesen ist. Ich bin mir sicher, dass sie mich „gut bewertet" hat!

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Mir tun die Kandidatinnen leid, die ein paar Stunden nach der anschließenden Finalgala bereits mit Koffern in der Hotel Lobby stehen müssen. Der Rückflug ins kalte Deutschland erwartet sie. Ich dagegen habe mich die gesamte Zeit riesig über eine gewisse Anreise gefreut: Mein Schatz ist bereits einen Tag vor der Show eingetroffen. Für ihn bin ich jederzeit die "schönste Ehefrau" - und die besten Schätze im Leben sind eine gute Beziehung und echte Freundschaften. Ich lehne mich an Pierre heran und freue mich auf unseren einwöchigen Vietnamurlaub.

Kontaktadresse Imperial Hotel:

Imperial Hotel Vung Tau
159 - 163 Thuy Van Street
Vung Tau City, Vietnam
Tel: +84 (0)64 362 8888
Fax: +84 (0)64 356 1111

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vietnamfotopaerchen


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Sawasdee im exotischen Urlaubsparadies Thailand

Autorin und Fotografin: Elischeba Wilde
Models: Elischeba und Pierre Wilde, Tiere vom Asia Safari Park
Von Dezember 2008
Die Bilder mit Elischeba als Model wurden überwiegend von Martin Helmers erstellt

Koh Kho Khao - die unentdeckte Insel

Wer einsame, raue und wilde Natur liebt, der wird sich auf Koh Kho Khao schnell wohl fühlen. Bislang gibt es noch sehr wenig Tourismus, Nachtleben und Shopping Möglichkeiten auf der 22 Kilometer kleinen Insel südwestlich von Khao Lak. Dafür werden Individualisten jedoch mit ursprünglichen Fischerdörfern, einer ruhigen Umgebung und angenehmer Erholung belohnt. Im gewaltigen Andaman Princess Resort und Spa können Gäste typisch thailändisch hausen.

Der Weg ist das Ziel

Schon das Hinkommen zu unserer Unterkunft ist abenteuerlich. Unsere Reise beginnt ab Frankfurt mit Thai Airways. Der Jumbo-Jet bietet genügend Beinfreiheit und bezaubert durch ein tolles Farbdesign in Lila, Pink und Gelbtönen sowie mit besonders freundlichen Thaistewardessen in Landestracht. Nach zehn Stunden Urlaubsvorfreude haben wir die Metropole Bangkok erreicht und warten gespannt auf unseren einstündigen Weiterflug nach Phuket.

Hier ist der Weg das Ziel, denn schon beim Anflug lockt das Urlaubsparadies verheißungsvoll: Nach und nach werden bewaldete Bergzüge und üppige Plantagen sichtbar. Drumherum kilometerlanger weißer Strand und das smaragdgrüne Meer. Spätestens jetzt ist die Müdigkeit des Nachtfluges vergessen!

Am Flughafen angekommen werden wir von sympathischen Thais in türkisfarbenen Tyshirts und einem klimatisierten Kleinbus vom Andaman Princess Resort abgeholt. Palmen, Sonne und eine angenehme Wärme - jetzt fängt der Urlaub an. Nach circa zwei Stunden Fahrzeit vom Flughafen Phuket entfernt befindet sich der „Nam Khen Pier" in Khao Lak. An der Anlegestelle stehen zu jeder Tageszeit große Longtailboote bereit, welche für 20 Baht (circa 40 Cent) pro Gast zur Insel Kho Kho Kai übersetzen. Gerade möchte ich es mir für die zehnminütige Bootsfahrt bequem machen, da lacht mich der Kapitän an. Ob ich auch mal steuern will, fragt er. Spontan klettere ich zu ihm auf die Seite und nehme einen großen Hebel in die Hand, der sich schnell hin und her bewegt. Ich muss ihn wirklich gut festhalten. Dann soll ich lenken, aber irgendwie will das Boot nicht so wie ich will. Da wir alle ganz gern am Ziel ankommen wollen, gebe ich doch lieber dem das Ruder in die Hand, der gelernt hat damit umzugehen und bedanke mich für die nette Erfahrung.

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Wild, ursprünglich und ruhig

Der erste Eindruck der Insel ist schon mal angenehm: Weißer Strand, einsame Landschaft, ein großer See und dichte, tropische Vegetation. Manche Bäume sehen fast schon europäisch aus und wachsen häufig mit Palmen und exotischen Pflanzen dicht durcheinander.  Wer eine Hotelanlage mit intensivem thailändischem Flair erleben möchte, der ist im Andaman Princess Resort und Spa gut aufgehoben. Schon von weitem erschlägt die Anlage förmlich mit seinen vielen spitzen Dächern. Hier sind auch der Inhaber und das gesamte Management thailändisch. Wir nächtigen in einem Doppelzimmer in der obersten Etage mit Blick auf eine riesige Palmenanlage und auf eine Brücke, die über einen Fluss führt. Morgens und abends ist die Sicht hier besonders reizvoll - nämlich auf die rotfarbige Sonne, die über dem Meer auf- unter untergeht. Jeden Abend verwandelt sich die Andamanensee in eine warme und leuchtende Farbenpracht. Empfehlenswert sind auch die netten Bungalows, welche auf einem rauen Felsen direkt am Meer gelegen sind.

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Thailändische Küche auf Platz Eins

Jeden Abend werden Themenbuffets geboten - die thailändische Küche bietet eine Gewürzkombination, welche die Geschmacksknospen durch eine verführerische Harmonie und Exotik verwöhnt. Sie stellt eine Mischung aus europäischen, indischen und chinesischen Einflüssen dar, die im Laufe der Jahrhunderte zu einer vorzüglichen Landesküche verschmolzen ist. Als Pastaliebhaber stellen wir jedoch beim Italienthemenabend fest, dass jedes Land seine eigene Kost am Besten kreieren kann.

Wir dinieren am Strand unter dem Sternenhimmel. Pro Tisch ist außer dem natürlichen Licht von oben nur ein kleines Windlicht vorgesehen. Als ich dem Manager für die tollen Köstlichkeiten lobe, erkläre ich ihm, dass es auch schön wäre, diese Spezialitäten auf dem Teller zu erkennen. Ein Gast aus Schweden, der das Gespräch mitbekommt, fügt hinzu, dass ein wenig Musik auch ganz nett wäre. Am nächsten Abend bin ich sprachlos: Ein wunderschönes Lichtermeer schmückt die Palmen und ein DVD Player steht zwischen dem aufgebauten Buffet. Wow! Das nennt man schnelle Umsetzung.

Die Anlage ist perfekt zum Relaxen und Chillen. Dass der Großteil der Gäste blond, schlank und hoch gewachsen ist, liegt daran, dass die Besucher hier fast alle aus Schweden kommen. Von wegen junge Leute brauchen immer Night Life und Discos: Der Großteil der Urlauber ist unter 40 Jahre alt und hat bewusst eine Bleibe inmitten einsamer und unberührter Landschaft gebucht. Das Personal spricht bis auf die Angestellten an der Rezeption fast gar kein Englisch - das führt manchmal zu lustigen Missverständnissen. Die Hotelköche am Buffet haben nur den Satz „I will do it for you" gelernt. Egal was man fragt, das ist die Standartantwort auf alle Wünsche und was dabei raus kommt ist oft zum Schmunzeln. Den herzlichen Menschen kann man jedoch nichts übel nehmen und sie geben aufrichtig ihr Bestes.

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Zarter Körperbau - enorme Power und Kraft

Die Massagen im netten hoteleigenen Spa sind hier genauso so günstig wie in den kleinen Bambus Hütten, die auf der Insel verteilt sind. Die traditionelle Thaimassage kostet 300 Baht (circa sechs Euro) und ist es wert, wenigstens einmal ausprobiert zu werden: Die in der Regel äußerst kleinen Thailänderinnen sind nicht zu unterschätzen. Mit einer enormen Kraft, die niemand den zarten Geschöpfen zutrauen würde, benutzen sie Füße, Hände und den ganzen Körper um Verspannungen zu lösen und die Muskeln zu kneten und zu lockern. Ich erwähne bei meiner ersten Massage nicht, dass ich sie „Medium" wünsche. Als die junge Frau meine Waden drückt, da ist das schon fast an der Schmerzgrenze, aber es tut irgendwie auch genauso gut wie es weh tut, also genieße ich in Stille die medizinische Wirkung. Fertig! Ein breites Grinsen wird mir zugeworfen. Ich bedanke mich und fühle mich am ganzen Körper durchblutet. Später beobachte ich die kleinen Masseurinnen, wie sie schwergewichtige Herren unter dem offenen Zelt eines Spa-Bungalows kneten. Es belustigt mich zu beobachten, wie die zarten Wesen förmlich auf ihnen herumturnen, ihren Spaß dabei haben und die Gäste entspannt auf das Meer schauen.

Fahrräder anders als zu Hause

Für 150 Baht pro Person (circa drei Euro) kann man im Hotel Fahrräder für einen halben Tag buchen. Da sie nicht im besten Zustand sind, ist eine längere Nutzung nicht unbedingt empfehlenswert. Außerdem sind sie eher für kleinere Personen erstellt - was die Benutzung erschwert. Wir erkunden einen Teil der 22 Kilometer großen Insel mit Muskelkraft. An der Ostseite befinden sich Mangroven und an der Westseite weitläufige, feinsandige, unberührte Strände. Es ist nicht möglich, mit dem Fahrrad einmal um die Insel herum zu fahren, also geht es den gleichen Weg, den wir gekommen sind, auch wieder zurück. Die Landschaft ist extrem wild - hier kann der Gast noch das authentische und ursprüngliche Thailand erkunden. Wir lassen das Fahrrad stehen und laufen durch eine dichte Dschungellandschaft, die uns etwas Schatten bietet. Toll: Wir fühlen uns wie im Urwald. Ein paar Äffchen oder Schlangen die uns überraschen fehlen noch. Später halten wir an einer abgelegenen Bambushütte, um unseren Durst zu löschen. Wir bestellen uns alkoholfreie Cocktails vom Feinsten - alle kosten nur circa 1,50 Euro und locken mit frischen Mangos, Papayas oder Kokosmilch. „Wisst Ihr, was ich an dieser Insel besonders liebe?" fragt mich der Barbesitzer, während er mir einen Mango-Orange-Banane Cocktail serviert. „Ich kann hier überall mein Handy liegen lassen und abends ist es noch da. Die Menschen hier sind ehrlich, auf dem Festland ist das nicht immer der Fall." „Dann ist Koh Kho Khao auf jedem Gebiet ein Paradies," trage ich zur Runde bei und wir stoßen an. Allerdings habe ich auf dem Festland auch nur gute Erfahrungen gemacht - denke ich mir - und genieße meinen ersten Schluck des Fruchtshakes.

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Essen wie bei Mama

Einmal wollen wir bei einer thailändischen Familie essen. Dieses individuelle Erlebnis wird uns im kleinen Papaya Thairestaurant geboten, welches fünf Gehminuten von unserem Hotel entfernt liegt. Die Mama kocht, der Sohn gibt die Bestellung auf. Seine Schwester pflückt die Zutaten. Wir sitzen auf einem von drei Bambusstegen, welche sich auf einem Naturbelassenen See befinden. Der Sohn der Hütte trägt eine bunte Mütze, viel Schmuck und sieht einfach originell aus. Jedes Gericht wird nach und nach von der Mama persönlich zubereitet. Das, was am Schnellsten hergerichtet werden kann, wird zuerst serviert, deswegen erhalten wir unsere Kokoscremesuppe zuletzt. Bei den Thais ist es ansonsten üblich, alle Köstlichkeiten auf einmal auf den Tisch zu stellen und durcheinander zu genießen, denn Vorspeisen kennt man hier weniger. Außerdem werden die Mahlzeiten am liebsten in Gesellschaft eingenommen. Aus westlicher Sicht mag es ein wenig befremdlich erscheinen, dass jeder, der am Tisch sitzt, sich aus den vielen Schüsseln mit seinem eigenen Löffel bedient. „Wahnsinn - noch frischere Kost geht nicht! Die Erbsen in der Suppe schmecken extrem knackig. Probier doch mal," fordert mich mein Ehemann begeistert auf. So ein intensives Aroma kennt man aus Deutschland von Gemüse nun mal nicht. Klar - die Mama hat die Zutaten extra für uns direkt aus ihrem Garten gepflückt. Über mangelndes Sonnenlicht kann hier nicht geklagt werden, Thailand bietet eben hervorragende Vorraussetzungen für das perfekte Wachsen und Gedeihen von Obst und Gemüse. Wir können ein bisschen beim Kochen zugucken und sind begeistert davon, mit wie viel Liebe Speisen hier zubereitet werden.

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Faszinierend - der Asia Safari Park

Der Holiday Service in Khao Lak bietet eine Menge exklusiver Tagestouren. Als leidenschaftlicher Tierfan entscheide ich mich für den Asia Safari Park in Lamkean. Um 10 Uhr morgens werden wir von Peter Stiller am Pier abgeholt und starten eine 15minütige Autofahrt. Im Zentrum vom Khao Lak wird dann in einem deutschsprachigen Cafe noch ein bisschen geplauscht. Hier ist definitiv mehr los als auf unserer kleinen Insel. Ein Blick auf der davor liegenden Strasse zeigt jedoch, dass der Tourismus trotzdem noch überschaubar ist. Die gewaltigen grünen Berge, die hinter den Shops, Restaurants und Massagehütten hervorstechen, gefallen uns richtig gut.

Als wir ankommen fasziniert mich das Elefantendorf sofort. Mein Schatz macht mich auf den blumigen Duft der exotischen Pflanzen aufmerksam und ich bringe meine Begeisterung für die Schönheit des Orchideengartens zum Ausdruck. Irgendetwas gibt mir das Gefühl, dass ich mich in dieser Oase sofort wie zu Hause fühle. Ein paar Schritte weiter und da stehen sie: Freundliche indische Elefanten. Als ich das süße Baby sehe, da kriege ich mich gar nicht mehr ein - die anderen Gäste schmunzeln über mein mädchenhaftes Gekreische. Dann steigen wir nacheinander auf den Rücken der Schwergewichte. „Spürt der Elefant das eigentlich, wenn ich ihn streichele?" frage ich Peter neugierig. Der 56jährige, der einen langen Zopf trägt und eine angenehme Ruhe ausstrahlt, bejaht mir dies und erklärt mir außerdem, dass Elefanten ein wahnsinnig gutes Gedächtnis haben. „Er merkt sich eine gute Behandlung genauso intensiv wie eine schlechte" beendet er das Gespräch und wünscht uns viel Spaß für unseren einstündigen Elefantenritt. Auf einmal fragt mich mein Schatz, warum ich so lachen würde. Ich erwidere ihm, dass wir den besonders hungrigen Erdbewohner erwischt haben. Das sympathische Lebewesen hält immer wieder an, um sich riesige Bambusstämme oder kleine Büsche vom Wegesrand abzureißen. Auf einmal haben wir das Gefühl umzukippen, als der Elefant sich für die Nahrungsbeschaffung ein bisschen stärker bewegt. Doch die Gäste sind jederzeit perfekt angeschnallt und die netten Tiere haben ein gutes Gefühl für das Gleichgewicht. Auch kommt es uns beim Hinaufsteigen auf den Berghang teilweise so vor, als ob wir gleich samt Elefant abrutschen, so nah wie wir am Wegesrand sind. Doch keinen Grund zur Sorge, das scheint optisch aus der Höhe nur so. Die Mahuts, die direkt auf dem Kopfanfang der Geschöpfe Platz nehmen, geben weiter die Richtung vor. Der Ausblick vom höchsten Punkt ist traumhaft schön: Das türkisfarbige Meer lockt zwischen grünen Bergen und wunderschöner Landschaft.

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Elefantenwaschung und der Kampf der Äffchen um blondes Haar

„Elischeba, hat der Elefant gute Arbeit geleistet?" fragt mich Peter breit grinsend. Seine Augen verraten, dass er noch irgendetwas vorhat. Richtig vermutet, denn ich darf noch einmal im Bikini drauf klettern. Das Outfit trage ich nicht zum Braunwerden. Kurz darauf kriege ich einen riesigen Wasserschlauch und einen Schrubber in die Hand gedrückt und soll für die Reinigung des Schwergewichtes sorgen. Der Dezember bietet heiße und regenfreie Tage, also gönne ich mir auch direkt einen angenehmen Schauer. Elefanten brauchen die Bewegung, aber sie lieben auch die Wasserdusche. Generell werden sie hier sehr liebevoll befreut. Jetzt weiß ich, warum ich mich auf diesem kleinen Stückchen Erde so pudelwohl fühle: Hier geht es allen Tieren richtig gut und das nimmt meine Aura war. Danach erhalten wir für 20 Baht Bananen und kaufen fünf dieser Obstschälchen (umgerechnet sind dies insgesamt etwa zwei Euro). Doch nicht für uns, sondern für die Fütterung. Wahnsinn - wie der Elefant sein großes Maul aufreißt und die Früchte doch so behutsam entgegen nimmt, als wolle er bewusst darauf achten uns nicht zu verletzten.

Die nahe liegenden Äffchen sind jedoch zu meinem Gatten wesentlich freundlicher als zu mir. Mit ihm wollen sie nur sanft Händchen halten. Als ich ihn ihre Nähe komme, da bange ich schon fast darum, dass ich am Ende des Tages einen kahlen Kopf habe. Der Thai neben mir kriegt schon fast Bauchschmerzen vor Lachen. „Die Affen mögen blonde lange Haare," klärt er mich ein bisschen spät auf. Von allen Seiten wird kräftig an meiner Mähne gezogen - für ein paar Sekunden nehme ich den Satz zurück, dass ich diese Tierchen absolut putzig finde. Zumindest weiß ich jetzt, dass sie nicht zu unterschätzen sind und verstecke noch schnell meine Sonnenbrille in meinem Rucksack, bevor diese von den blitzschnellen und süßen Biestern zu Hackfleisch verarbeitet wird.

Krokodile, Schlangen und wunderschöne weiße Vögel - sie alle in ihrer natürlichen Umgebung - runden unser tolles Erlebnis ab. Naturverbundener hätten wir unseren letzten Urlaubstag in Khao Lak kaum verbringen können.

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Bitte lesen hier das Interview mit dem Auswanderer Peter Stiller, über seine Vorliebe zu Khao Lak und seinen Erfahrungen mit den Einheimischen der Insel:

http://www.elischebas-reisen.de/asien/thailand.html

Kontaktadressen:

HOTEL:

Hotel Andaman Princess Resort 
111 Moo 3 Tambon Koh Kor khao, Amphur Takuapa, Phang Nga 82190, Thailand
Tel. +66 76 592 200-28
Fax. +66 76 592 229

Bangkok Sales Office
123/7 Nonsi Road, Chongnonsi Yannawa Bangkok 10120
Tel. +66 26 810 102-5
Fax. +66 26 810 107

E-mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.            

Website: http://www.andamanprincessresort.com

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Holiday Service Khao Lak:

OLIDAY SERVICE CONSULTING & MANAGEMENT Co. Ltd. 
2/10 Moo 2, T. Lamkean, A. Thaimuang, Phang Nga 82210 
Telefon und Fax: 076-595324 
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
Webseite: http://holiday-service-khaolak.com

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Airline:

THAI AIRWAYS International Public Company Limited
Direktion Deutschland, Österreich und Osteuropa
Zeil 127
60313 Frankfurt am Main

Telefon
(069) 92 874-444

E-Mail
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Internet: http://www.thai-airways.de

Interview mit Peter Stiller vom Holiday Service Khao Lak: 

 


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Thailand Urlaub Trip Vergleich - Interview

Autorin: Elischeba Wilde

Fotografin: Elischeba Wilde - alle Bilder mit Elischeba als Model wurden von Martin Helmers erstellt 

Online seit dem 29. August 2009 

Interview mit dem 56 jährigen Peter Stiller, der bereits seit 12 Jahren in Thailand lebt und momentan in Khao Lak sein zu Hause hat - hier ist er als Geschäftsführer vom Holiday Service tätig. Da es sich um einen guten Bekannten handelt habe ich im Interview auf seinen Wunsch hin die „Du-Form" gewählt:

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Elischeba: Peter, wenn ich mich mit Dir über das Reiseland Thailand unterhalte, dann hast Du so einen auffallenden Glanz in den Augen. Du lebst hier mit Leib und Seele - was reizt Dich so an diesem Land?

Peter: Es gibt viele Gründe: Zum einen reizt mich die Vielseitigkeit der Landschaften - vom Dschungel im Norden bis zu den einsamen Stränden im Süden des Landes. Wir finden alles, was das Herz begehrt. Zum anderen ist es die Kultur und Lebensart der Thais, die Kultur wurde vielseitig geprägt durch die Geschichte und den unterschiedlichen Einflüssen der Nachbarländer. Dazu kommt die buddistische Lehre, die Gleichmut, Tolleranz und Glaubensfreiheit lehrt. Nicht zu vergessen das tropische Klima und die hervoragende Küche, die man hier vorfindet.

Elischeba: Warum hast Du Dich jetzt in Khao Lak niedergelassen und welche Unterschiede gibt es zu Phuket?

Peter: Als ich 1997 das erste Mal durch Khao Lak gefahren bin, da habe ich mich sofort in diese Gegend verliebt. Damals gab es nur vier Hotels und einige kleine Bungalowanlagen. Was mich damals faszinierte, das waren die langen Strände und die dschungelbewachsenen Hügel im Hintergrund. Phuket stellt heute eine internationale Touristendestination dar, mit allen seinen Vor- und Nachteilen. Hier finden wir alles, was eine solche Destination ausmacht, von grossen Shoppingzentren, dem bunten Nachtleben mit seinem Entertainment und den vielseitigen Wassersportmöglichkeiten am Strand. Khao Lak ist anders, hier gibt es keinen Wassersport am Strand, da dies verboten ist. Ebenso dürfen keine Liegestühle und Sonnenschirme am öffentlichen Strand aufgestellt werden. Für Grossraumdiscos und GoGo Bars gibt es keine Betriebsgenehmigungen. Khao Lak ist also der richtige Urlaubsort für Menschen, die Ruhe und Erholung suchen, Familien mit Kindern, Naturfreunde, Taucher und Schnorchler.

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Elischeba: Nehmen wir einmal an, Gäste haben einen zweiwöchigen Badeurlaub gebucht und möchten sich im Urlaub in erster Linie erholen. Welches Minimum an Zeit sollten sie einplanen, wenn sie trotzdem die Highlights des Landes sehen möchten? Welche Ausflüge sind fast schon ein „Muss" für Urlauber?

Peter: Das kann man pauschal nicht beantworten, das kommt ganz auf die persönlichen Interessen des Gastes an. Ich denke aber, dass man mindestens drei Tage für Unternehmungen einplanen sollte. Für mich sind die bekannten touristischen Highlights wie James bond Rock oder die auf den Phi Phi Islands gelegene Mayabay kein absolutes Muss, da es sich hier inzwischen um Massentourismus handelt. Ich empfehle eher, die nicht so bekannten Ziele wie den Cheow Lan See mit einem Panorama wie im „Jurassic Park", die Phang Nga Bucht mit seiner einmaligen Inselwelt - mit einer Sea Canoe Tour zu entdecken. Die Provinz Phang Nga kann man auf dem Landweg mit seinen schönen Tempeln, interessanten Höhlen und vielen Wasserfällen erkunden. Für Elefantenfreunde gibt es den Asia Safari Park mit Elefantenreiten und einem kleinen lokalen Minizoo. Für Taucher sind es halt die bekannten Similan Inseln und für die Schnorchler die Surin Inseln mit ihren einmaligen Schnorchelplätzen.

Elischeba: Mein persönlicher Lieblingsausflug ist der Asia Safari Park, den ich besonders Familien mit Kindern ans Herz lege. Mir erscheinen die Tiere dort besonders glücklich. Woran liegt das?

Peter: Hier merkt man, dass die Familie von Khun Simon mit Elefanten gross geworden ist und diese Tiere liebt, er kümmert sich fürsorglich um seine Dickhäuter.

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Elischeba: Für Individualisten bietest Du auch einen ganz speziellen Service an. Was dürfen VIP-Gäste von Dir erwarten?

Peter: Individuelle Beratung und Ausflüge, die man nicht an jeder Ecke buchen kann. Unsere Gäste reisen in einem komfortablem VIP Minivan, mit maximal neun Personen und einem deutsch/englisch sprechenden, lizensiertem Tourguide, der sein Land und seine Kultur den Gästen näherbringen möchte. Wir haben neben den Tagestouren auch ein Programm mit mehrtägigen Privatrundreisen im Süden Thailands, das sehr ausgewöhnlich ist.

Elischeba: Sicherlich ist dieses Paket wesentlich interessanter, als einer von vielen Besuchern im großen Reisebus zu sein, der oft nur einen kurzen Fotostopp einlegt. Kann man als Normalverdiener ein solches Angebot denn bezahlen?

Peter: ich finde der Preis ist relativ, die Tagestouren liegen im Bereich von 60 bis 80 Euro pro Person, das ist angemessen, wenn man bedenkt, dass alle Leistungen wie Transfers, Bootsfahrten, Eintrittsgelder und so weiter sowie ein gutes Mittagessen mit Softdrinks inkludiert sind.

Elischeba: Du hast von einer Landschaft á la Jurassic Park berichtet. Reichen Sportschuhe, Sonnenmilch, Wasser und Mückenschutz für das Reisegepäck oder empfiehlst Du noch mehr?

Peter: Neben den oben aufgeführten Sachen, empfehle ich eine Kappe oder Hut als zusätzlichen Sonnenschutz. Außerdem sollten man ein T- Shirt, kurze oder dreiviertellange Hosen, Badesachen und ein Handtuch mitnehmen.

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Elischeba: Welche kulinarischen Highlights muss man einfach probieren wenn man das Land besucht?

Peter: Das sind die leckeren Kokossnussmilchsuppen mit Shrimps oder Hühnerfleisch - Tom Ka Kung oder Gai genannt. Die Shrimps sind auf unterschiedlichste Weisen zubereitet, besonders zu empfehlen mit Tamarindsosse. Hühnerfleisch gebraten mit Gemüse und Cashenutnüssen. Oder eines der vielen Currygerichte, die angeboten werden.

Elischeba: Verrätst Du uns auch Dein thailändisches Lieblingsgericht?

Peter: Alle Gerichte esse ich gern. Fisch, einen knusprig gebratenen Red- oder Whitesnapper mit einer leckeren aber scharfen Chillisosse mag ich besonders.

Elischeba: Jedes Land hat seinen eigenen Charme. In Thailand ist mir aufgefallen, dass die Menschen von innen heraus strahlen. Der Herzensfrieden steckt schon fast an und die innere Ruhe der Einwohner ist beneidenswert. Liegt das an der schönen Landschaft oder haben uns die Menschen am indischen Ozean irgendetwas voraus?

Peter: Wahre Zufriedenheit kommt von innen, man muss nicht reich oder wohlhabend sein. Besonders der Buddissmus mit seinen Lehren spielt hierbei eine tragende Rolle. Dazu kommt das man immer genügend zu essen hat. Das liegt am fruchtbaren Boden und die wesentlich geringeren Ansprüche ans Leben.

Elischeba: Diesen Herzensfrieden strahlst Du übrigens auch aus, Peter! Wie Du mir berichtet hast, freust Du Dich außerdem darauf, jeden neuen Besucher kennen zu lernen und ihm das teilweise noch unentdeckte Thailand zu zeigen. Ich wünsche Dir und Deinen Gästen weiterhin viel Spaß und danke Dir für das nette Interview.

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Kontaktadresse:

HOLIDAY SERVICE CONSULTING & MANAGEMENT Co. Ltd.
2/10 Moo 2, T. Lamkean, A. Thaimuang, Phang Nga 82210
Telefon und Fax: 076-595324
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Webseite: http://holiday-service-khaolak.com

Hier gibt es das Interview als Film zu sehen:

 


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Bali - Tauchen und Genießen auf der Insel der Götter

Bali - Tauchen und Genießen auf der Insel der Götter

Autorin: Elischeba Wilde
Fotografen: Elischeba Wilde, Martin Helmers
Models: Elischeba Wilde, exotische Tiere und viele nette Einheimische
Diese Reportage ist im SeaStar Magazin erschienen.

Von September 2006

 

Zwischen dem Javasee im Norden und dem Indischen Ozean im Süden liegt die exotische Trauminsel Bali – im Zentrum des indischen Archipels. Das populäre Urlaubsziel bietet weit mehr als nur tolle Tauchspots für Makro-Fans. Kitschig-bunte Tempel, eine Vielzahl von Ausflugsmöglichkeiten, dichte Dschungellandschaften, Luxushotels und Wellness pur lassen auch Paare auf ihre Kosten kommen, bei denen nur einer taucht.

Nach zirka 13 Stunden reiner Flugzeit mit Malaysian Airlines sind die Eindrücke nach meiner Ankunft in Denpasar zu überwältigend um meine Müdigkeit zu spüren. Bali ist ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Ich muss schmunzeln, als ich mich daran erinnere, wie ich nach den letzten Reisen am Indischen Ozean den Daheimgebliebenen von den vielen bunten Tempeln erzählt habe. Bali übertrifft auf diesem Gebiet alles was ich je gesehen habe. Jedes Gebäude wirft in mir die Überlegung auf, ob es sich um einen Tempel, oder um ein Haus handelt. Reiseleiter Gerry aus Österreich, der uns mit seinem orangefarbenen VW Kübelwagen vom Flughafen abgeholt hat, klärt mich schnell auf. „Hier hat jedes Haus einen eigenen Tempel“, erzählt er und berichtet, dass circa 80 Prozent der Einwohner Hindus sind. Das tägliche Leben, die Religionen, die Kunst und die Landschaft Balis verschmelzen sich hier zu einer faszinierenden Einheit. Ständig bin ich gedrängt für Fotomotive anzuhalten, deswegen bin ich froh, nicht mit einem Bus voller Urlauber unterwegs zu sein, sondern den gutgelaunten Gerry als Insider für mich zu haben. Denn er zeigt Individualisten auch abseits der haupttouristischen Strecken die spannendsten Gebiete der Insel und bietet dabei noch eine Menge Infos, die über eine Standard-Reiseführung hinausgehen. Dabei bleibt genug Zeit, die Eindrücke, die Land und Leute geben, auf sich einwirken zu lassen.

Mystische Tempel

Als wir abends von dem Guide zum Meerestempel Tanah Lot gefahren werden, überlege ich kurz, ob ich gerade eine Vision habe. Ist es die „Herr der Ringe Kulisse“ die ich hier im Nebel erblicke? Als mir kurz darauf ein Einheimischer eine Schlange in die Hand drückt bin ich schlagartig wieder in der Wirklichkeit zurück. Ich gebe das Tier mit einer Mischung aus Faszination und Unsicherheit schnell an andere Touristen weiter, die mit Kamera parat stehen um ihren Liebsten mit dem schaurig-schönen Geschöpf abzulichten. Dann lasse ich die Anlage, die hoch auf einem Felsen im Indischen Ozean gelegen ist und die im 15en Jahrhundert als Dämonenabwehrtempel erbaut wurde, noch einmal auf mich einwirken. Abends schlafe ich mit vielen Bildern einer völlig fremden Welt behaglich in der Villa Kompiang ein. Am nächsten Morgen erfreue ich mich an dem traumhaften Licht. Nach einem exotischen Frühstück in tropischem Ambiente geht es mit dem originellen Kübelwagen weiter. Der Weg ist das Ziel, denn der Blick aus dem Fahrzeug ist abwechslungsreich und spannend. Ständig winken uns die Inselbewohner, auf den Reisfeldern arbeitend oder an uns vorbeiziehend und auf ihren Köpfen Ware transportierend, zu. „Das Lächeln ist hier nicht gespielt“, erzählt Gerry, während er uns durch eines der schönsten Reisterrassengebiete Balis fährt. „Die Menschen sind sehr zufrieden und glücklich hier“, fügt er hinzu. Bald darauf stehe ich vor dem gewaltigen Pura Luhur Tempel mit vielen kleinen braunen Türmchen. Gerry bindet mir vor dem Betreten des Tempels eine gelbe Stoffschärpe um die Hüfte, damit mir im heiligen Reich der Götter keine unanständigen Gedanken kommen.

In diesen gigantischen Anbetungsstädten werden jedes Jahr unzählige prunkvolle religiöse Zeremonien abgehalten. Mir fällt auf, dass viele Eingänge der Tempel, die ich hier besichtige, gleich aussehen – nämlich wie ein gespaltener Berg aus Stein. Dieser symbolisiert auf der einen Seite das Gute und auf der anderen Seite das Schlechte. Der Mensch ist weder gut noch schlecht, sondern enthält beides und ist somit ausgeglichen wenn er durch die Mitte den Tempel betritt. Ausgeglichen fühle ich mich auch durch die Schönheit und die Ruhe, die die Anlage ausstrahlt.

Tierische Begegnungen

Das bald darauf folgende Mittagessen im Pacung Mountain Restaurant bietet mir einen weit reichenden Ausblick auf eine tolle Berg- und Palmenlandschaft. Noch ahne ich nicht, welche tierische Begegnung ich vor dem Eingang des Restaurants machen werde. Ein Balinese setzt mir begeistert einen riesigen bunten Tukan auf die Schulter und gibt mir kurz darauf eine zappelnde Riesenfledermaus in die Hände. Ihr Anblick entlockt mir im ersten Moment ein Kreischen – kenne ich die düsteren Gestalten doch eher aus Gruselfilmen. Schnell wird die Fledermaus jedoch von einem bunten Leguan abgelöst, den mir der Balinese über den Rücken krabbeln lässt. „Den möchte ich am Liebsten nach Deutschland mitnehmen“, denke ich mir, sage jedoch nichts, denn das wäre aus Artenschutzgründen streng verboten.

Auf dem ursprünglichen Früchtemarkt von Bedugul duftet es herrlich – bei so vielen frischen Kräutern und Gewürzen die hier ausgebreitet sind ist das kein Wunder. Strahlende Gesichter halten mir exotische Früchte entgegen die ich teilweise noch nie zuvor gesehen habe. Vor meiner Kamera bleibt keine der sympathischen Marktfrauen sicher. Das laute und begeisterte Gekreische ist groß, als ich ihnen die Kamera hinhalte und sie im Display ihr eigenes Gesicht erkennen. „Kann es sein, dass sie noch nie ein Bild als Foto von sich gesehen haben?“ kommt es mir bei der heftigen Reaktion prompt in den Sinn. Auf der Weiterfahrt höre ich wie ein „Musik spielendes Moped“ an uns vorbeifährt. „Das ist der Eismann“, lächelt Gerry und fragt mich ein paar Minuten später, ob er kurz anhalten soll um eine köstliche Schalenfrucht für mich zu pflücken. Diese „Salak“ Schlangenhautfrucht schmeckt wie Apfel und Ananas zusammen – interessant wieder dazugelernt zu haben. Am späten Nachmittag bewundern wir noch bei herrlichem Fotolicht den Pura Ulun Danu Tempel am Bratansee. Hier sitzen viele fröhliche Balinesen auf der Wiese vor den bunt geschmückten Statuen und picknicken zusammen. Immer wieder möchten sie uns einladen mit zu Essen – die Herzlichkeit der Menschen ist hier wirklich faszinierend. Auch die Weiterfahrt zur noch wenig erschlossenen Nordwest-Küste Balis bleibt aufgrund der atemberaubenden Landschaft und den kleinen Dörfern mit freundlichen Balinesen erlebnisreich. In einer antiken Halle aus Java werde ich im gemütlichen Pondok Sari herzlich willkommen geheißen, welches direkt am Nationalpark Bali Barat und Unterwasser-Nationalpark Menjangan liegt. Es unterstützt den Erhalt der Traditionen und der ursprünglichen Lebensweisen Balis und war 1991 viele Jahre das einzige Hotel dieser Region. Auch das Schnorcheln wird hier am örtlichen Strand federführend von den Bewohnern des Ortes organisiert. Der daraus erwirtschaftete Erlös steht der Dorfgemeinschaft zur Verfügung.

Eisenkäfige unter Wasser

Beim Tauchgang am Hausriff des Hotels mit dem Werner Lau Diving Center lerne ich das weltweit größte Projekt zur Korallenaufzucht kennen. Nach dem Abtauchen paddele ich auf fünf Meter Tiefe auf einer Strecke von mehr als 150 Meter lang an riesigen Eisenkäfigen vorbei. Durch diese fließt eine leichte elektrische Spannung von circa sechs bis acht Volt. Natürlich stellt diese selbst bei einer Berührung keine Gefahr dar. Der Schweizer Dieter Merz, der die neu erbaute Tauchbasis führt, hat mich bereits vor dem Tauchen darüber aufgeklärt, dass die hier angesiedelten Korallen durch das „künstliche Riff“ etwa viermal schneller als andernorts wachsen. Ich halte vor dem großen Drahtkäfig für einige Minuten inne und beobachte aufmerksam die Farbenschönheit der Korallen. Außerdem schaue ich begeistert den bunten Fischschwärmen zu, die sich hier versammeln und lass dieses originelle Bild, dass mir hier die Unterwasserwelt bietet, auf mich wirken. Dieses hervorragende Korallenprojekt ist auch für Nachttauchgänge exzellent geeignet – Makrofans sind einfach angetan und belassen es selten bei nur einem Tauchgang am Hausriff. Nach dem Tauchen mache ich es mir in dem traditionellen Restaurant des Hotels gemütlich und genieße die wohltuende Aussicht auf die riesigen Lotusteiche mit glücklichen Buddha Figuren und exotischen Blüten. Bei der Speisekarte fällt mir die Vielseitigkeit ins Auge – allein für Vegetarier gibt es hier eine ganze Seite mit tollen Gerichten zur Auswahl. Während ich meine indonesischen Köstlichkeiten genieße beobachte ich, dass beim Nachbarstisch gerade gefrühstückt wird. Urlaub bedeutet schließlich auch Ausschlafen – darum kann man im Pondok Sari problemlos auch noch nachmittags frühstücken. Auch die Nichttaucher kommen hier bei Entspannungsmassagen, individueller liebevoller Betreuung und ruhiger Musik im schönen Java SPA auf ihre Kosten. Bei inspirierenden Spaziergängen durch die Anlage und beim Gammeln in der Ruhe ausstrahlenden Atmosphäre kann man Körper, Geist und Seele verwöhnen. Und in den indonesischen Bungalows mit herrlichen Bambus Betten und Außenbädern mit Karibik Flair lässt es sich prima nächtigen.

Extras für Hochzeitspaare

Eine Hotelsteigerung halte ich jedoch kaum für möglich, bis ich im Matahari Beach Resort eintrete. Südlich des Luxus Resorts - welches harmonisch in die Landschaft integriert ist - erheben sich bizarre Bergformationen in den Himmel. Sie bilden das Tor zum Bali Barat Nationalpark. Als ich in den ganzheitlichen und ursprünglichen Parwathi Spa eintrete, weiß ich wo ich einen Grossteil meines Aufenthalts verbringen werde. Die fast schon mystische Atmosphäre fesselt mich und ich bin begeistert wie östliche und westliche Einflüsse hier reizvolle Gegensätze bieten. Die Architektur des SPA ist den königlichen Wasserpalästen von Bali nachempfunden. Zufriedene Gäste berichten mir von der "Bali Beach Massage" die hier von Generation zu Generation weitergegeben wird - sie ist eine sehr kräftige „Kopf bis Fuß" Massage. Man muss mich nicht zwei Mal auffordern die vitalisierenden Berührungen auf meinem Körper spüren zu lassen, während ich im Strandpavillon liege und das Meeresrauschen höre. Für Brautpaare wird ein besonders königliches Erlebnis geboten – sie können den SPA ganz allein und exklusiv mieten und die gesamten Arrangements der Hochzeit einer balinesischen Fürstenfamilie nachempfinden. In absoluter Privatsphäre beginnt das Ritual synchron in perfekter Harmonie für Ihre Körper. Nach diesem Verwöhnprogramm wird im Wasserpavillon des SPA ein exklusives 10-Gänge Menü serviert, während die Verliebten dem sanften Plätschern der Wasserspiele lauschen können. Eigene Plantagen, eigene Geflügelzuchten und größte Sorgfalt bei der Zubereitung der frischen Speisen tragen zu einem vollendeten Genuss bei. Es ist eine Freude in entspannter Strandatmosphäre dabei zu zuschauen wie balinesische und westliche Kreationen vor den eigenen Augen zubereitet werden. Wasserscheuen Gästen mit Tauchpartner kann nicht langweilig werden – ob Yoga, Fitness, Golf, Fahrradtouren oder Ausflüge zu den Inseln der Götter – das gut organisierte Programm ist vielfältig. Das einzige Problem besteht darin, dass die Abreise von Bali besonders schwer ist. Doch man kann jederzeit wiederkommen – im Land des Lächelns wird man auf jeden Fall wieder herzlich empfangen werden.

Mehr Informationen sowie die Buchungsmöglichkeit für diese Reise finden Sie hier: 

http://www.wernerlau.com

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Ayurveda - in Sri Lanka mehr als nur Wellness

Ayurveda - in Sri Lanka mehr als nur Wellness

Fotografin und Autorin: Elischeba Wilde
Erschienen im SeaStar Magazin
Von September 2006

Ayurveda - die "Wissenschaft vom gesunden und langen Leben" wird in Sri Lanka seit Jahrtausenden praktiziert. Das Herz der alten indischen Heilkunde bildet die Panchakarma-Kur, die in der Greystones-Villa individuell auf den Patienten abgestimmt wird.

Warum tun wir uns das eigentlich an?

„Wir könnten jetzt auch ein Schlemmer Buffet in einem Wellness Hotel genießen", jammert die 34jährige Tina aus Bochum, während sie ihre Wasser-Reis-Suppe zum Frühstück löffelt. Dass unsere zehnköpfige Gruppe aus Deutschland und Österreich lieber deftige Omeletts oder Nutellabrötchen zum Frühstück hätte, schweißt uns zusammen. Außerdem plagen uns Leidensgenossen, die wir nun alle um den alten Teakholztisch der Kolonialvilla versammelt sitzen, die ersten Entgiftungserscheinungen: Durchfall, Kopfschmerzen oder Blähungen. „Ja, die ersten drei Tage sind hart", lächelt Gast Sabine, eine Zahnärztin aus Passau, die bereits vor einigen Jahren für drei Wochen hier war. „Aber durch Ayurveda bin ich meine massive Migräne langfristig losgeworden, habe zehn Kilo abgenommen und mein Gewicht auch danach noch über Jahre gehalten." Als die anderen Stammkunden dann von ähnlichen, teilweise verblüffenden Erfolgserlebnissen berichten, schmeckt mir meine Suppe auf einmal etwas besser. Was die Damen erzählen, bestätigt die Worte des berühmten Ayurveda-Arztes namens Charaka. Der Philosoph lebte circa 400 Jahre vor Christus und beschrieb die herausragende Wirksamkeit der Panchakarma-Therapie wie folgt: "Bei einem Menschen, dessen Verdauungsfeuer gereinigt wurde, wird der Stoffwechsel angeregt, Krankheit verringert und normale Gesundheit aufrechterhalten. Sinnesorgane, Geist und sexuelle Kraft werden erzeugt. Alterserscheinungen treten weniger leicht auf und der Mensch lebt lange frei von Störungen. Deshalb sollte man die Ausscheidungstherapie zeitgemäß und richtig durchführen."

Jeder Gast nimmt andere Heilkräuter zu sich

Damit uns das allen bestmöglich gelingt, werden wir von Anfang an optimal betreut. Unsere Suppen, die wir die ersten drei Tage erhalten, sehen bei uns allen aus - und doch nimmt jeder von uns andere Heilkräuter und Gewürze zu sich - die im Ayurveda auch als Medizin gelten. Das Ärzte Team des Ayurveda Zentrums hat uns nämlich vor Kurbeginn gründlich durchgecheckt und dann unseren individuellen Ernährungs- und Therapieplan erarbeitet. Dr. Weerasinghe - der seine Ausbildung am „Gampaha Ayurveda College" erhalten hat - schaut mir tief in die Augen, fixiert meine Körperhaltung, misst meinen Puls und betrachtet aufmerksam meine Haut und Fingernägel. Dann muss ich die Zunge weit raus strecken und anschließend verschreibt er mir Heilkräuter, Baumrinden und Wurzeln, die meine dreiwöchige Projektreise ergänzen sollen. Gynäkologin Frau Dr. Karunadasa und Frau Dr. Kumari sitzen an seiner Seite, schauen sich meinen in Deutschland ausgefüllten Fragebogen aufmerksam an und beraten sich mit dem traditionellen Arzt. Als Übersetzerin sitzt die 47jährige Wahlmünchnerin Daniela Wolff mit am Tisch - sie hat am Mahindra-Institut in Deutschland mehrere Ausbildungen in Ayurveda absolviert und dabei den Schwerpunkt auf ayurvedische Ernährung gelegt und wird uns die gesamte Zeit als persönliche Betreuerin zur Verfügung stehen. Für jeden von uns wird es eine eigene und individuelle Behandlung geben, die von unserer Konstitution abhängig ist und dem Zustand unserer Doshas, der Bioenergien.

Authentizität wird hier groß geschrieben

Die Medizin wird im Regenwald von Greystones Mitarbeitern eigenhändig gesammelt, stundenlang gekocht und liebevoll zubereitet. Authentischer geht es kaum. Manche Gäste erzählen mir, dass bei Ayurveda-Kuren an der Küste häufig Produkte aus großindustrieller Produktion geliefert werden. Hier erleben wir einzigartige Tage in der ersten Kurklinik vor der Südspitze Indiens, die von der Regierung Sri Lankas zur Durchführung von ayurvedischen Panchakarma-Kuren für Europäer anerkannt worden ist. Vormittags genießen wir die gesamte erste Woche in vollen Zügen "Shirodara" - der tägliche Stirnguss mit einem warmen Ölstrahl. Durch die gekonnten Pendelbewegungen von Kanthi und Niluka fließt es meine rechte Schläfe oberhalb meines Ohrs entlang und dann wieder zurück zur linken Seite. „Wow, für morgen hab ich zehn Minuten mehr verschrieben bekommen", denke ich mit einem zufriedenen Lächeln, während sich erst meine Schulter-Nackenpartie beruhigt und dann auch mein Geist. Und irgendwann verliere ich mein Zeitgefühl und genieße einfach den Moment. Das erwärmte Sesamöl aus dem Tontopf soll Vata ausgleichen - jene Bioenergie, die bei den Kurgästen aus dem Westen am häufigsten gestört ist. Der tägliche Weg zu unseren Behandlungen führt durch die wunderschöne Gartenanlage der Greystones-Villa, zu der exklusiv Greystones Gäste Zutritt haben. Während dem Spaziergang beobachte ich Kolibris, die aus riesigen Boungainvillea-Blüten Nektar saugen und bin angetan vom Anblick der exotischen Pflanzen. In der Winterzeit gibt es hier häufiger Regen, doch nach dem warmen Regenguss werden die Besucher dafür mit dem besonders intensiven Duft der Gartenkräuter belohnt.

Lecker ohne Fleisch geht tatsächlich

Ein Genuss sind seit Tag Vier auch wieder die Mahlzeiten. Die Köche Jayantha und Mahesh zaubern täglich vegetarische Köstlichkeiten, bei denen auch die Fleischliebhaber unserer Gruppe nichts vermissen. Die täglich frisch zubereiteten Mahlzeiten enthalten jeweils sechs Geschmacksrichtungen: Süß und sauer, salzig und scharf, bitter und zusammenziehend. „Krass, wie harmonisch und gut das schmeckt", denke ich mir und lasse mir nicht zweimal sagen, dass ich vom köstlichen Curry so viel nachnehmen darf, wie ich will. Auch an den ungewöhnlichen Tagesablauf haben wir uns jetzt gewöhnt. Einen Wecker brauchen wir nicht - dafür sorgt der morgendliche Gesang der Mönche, welchen wir aus dem nahe gelegenen buddhistischen Tempel hören. Morgens vor dem Frühstück um sieben und nachmittags um fünf vor dem Dinner ist jeweils eine Stunde Yoga und Meditation angesagt - für ein größeres Selbstverständnis, emotionale Ausgeglichenheit und tiefgehende geistige Entspannung. Selbst westliche medizinische Wissenschaftler haben bestätigt, dass Yoga lebensbedrohende Krankheiten mildern kann und dass der Alterungsprozess verlangsamt wird. Angeleitet werden wir bei der uralten Übungsweise vom Österreicher Florian Palzinsky. Der 37jährige Idealist lebte ein Jahrzehnt als Mönch in Sri Lanka. In dieser Zeit machte er seine erste Erfahrung mit dem Ayurveda. Denn durch seine oft einseitige und scharfe Almosen-Ernährung kamen unangenehmen Symptome von Gastritis auf, die weder die besten westlichen Ärzte in Colombo noch sein Vater oder Bruder, die ebenfalls konventionelle Mediziner sind, kurieren konnten. Erst das hausgemachte Mittel eines Ayurvedischen Arztes in einem entlegenen Dorf, dem sein Wissen von seinem Vater weitergegeben wurde und der hauptberuflich Bauer war, konnte Florian von seinem Leiden ohne jegliche Kosten und Nebenwirkungen befreien. Seit fünf Jahren erfährt er eine intensive Yoga Ausbildung und unterstützt zusammen mit seiner Freundin Daniela die Flutopfer.

„Bei mir klappt es nicht mit der Meditation"

„Wie ergeht es Euch bei der Meditation?" fragt Florian nach unserer morgendlichen Übungsstunde. „Bei mir klappt`s nicht richtig", erwidere ich sofort. „Ich denke darüber nach, was es wohl gleich zum Frühstück geben wird und ob wir heute einen sonnigen Tag kriegen". Der Lehrer lacht in sich hinein. „Elli, man le rnt nicht von heute auf morgen gedankenlos in der Gegenwart zu verweilen". Und Daniela fügt mit einem Augenzwinkern hinzu, dass gerade ich es lernen sollte, da ich meinen Geist nur schwer entspannen kann. Dafür werden mir hier viele Tips gegeben, zum Beispiel, dass ich die Achtsamkeit bewusst auf die Ein- und Ausatmung richte, so dass mein „Gedankengeplapper" leichter in den Hintergrund gerät. Beim Yoga konstatiere ich, dass der 81jährige Milan teilweise biegsamer ist als ich - das Kücken der Gruppe. „Verrätst Du uns Dein Geheimnis?", frage ich ihn den quirligen Wiener. „Seit zehn Jahren mache ich hier alle zwei Jahre eine Panchakarma Kur - zu Hause wende ich die erlernten Hinweise zu 80 Prozent ein. Das ist mein Geheimnis", lacht er. „Die Suppen und tägliche Medizin reinigen körperlich - Meditation geistig", erklärt mir auch Frau Dr. Kumari während meiner zweiten Konsultation. Sie nimmt sich viel Zeit, sich nach meinem Wohlergehen zu erkunden, während Daniela für eventuell auftretende Verständigungsprobleme als Dolmetscherin jedes Mal mit am Tisch sitzt.

Keinen frisch gepressten Saft für mich

„Es war schon hart für mich, als die gesamte Gruppe vom frisch gepressten Fruchtsaft zum Frühstück geschwärmt hat, während ich als einzige keinen gekriegt habe" erzähle ich ihr, als wir über die täglichen Speisen und Getränke reden. Sie nimmt meine Hand und fragt mich sanft: „Elli, bist Du hier hergekommen um Papaya Säfte zum Frühstück zu bekommen oder um Deine Darmprobleme los zu werden?" Nachdem sie mir erklärt, warum Fruchtsäuren während der Kur nicht gut für mich sind, zeigt sie auf ihren wunderschönen Sari. Die Ärztin fügt lächelnd hinzu, dass sie diesen erst wäscht, dann bügelt und anschließend aufhängt und dass unser Körper während der Kur genauso erst gereinigt wird, dann balanciert und anschließend gestärkt. Neben vielen weiteren Infoveranstaltungen und einer hervorragenden Kochdemonstration geht es ab der zweiten Woche mit meinen Lieblingsbehandlungen los: Synchron wird mein Körper beidseitig von den Fußspitzen bis zum Oberkörper hinauf und wieder zurück mit duftendem Sesamöl massiert. „Hier gelingt mir das Konzentrieren auf den Moment doch wesentlich besser, als während der Meditation", denke ich mir mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. Die Nachmittage haben wir in der Regel zum Lesen und Entspannen frei, ich gönne mir jedoch zweimal die Woche noch eine Zusatzbehandlung wie Gesichts- und Fußmassage. Gegen Ende der zweiten Woche fühlen wir uns alle wie erneuert, teilweise können wir untereinander das „Aufblühen" der Gesundheit regelrecht feststellen. Damit wir die restlichen im Körpergewebe angesammelten giftigen Schlacken lösen können, kommen wir gegen Kurende nicht um Einläufe herum. Doch am letzten Tag werden wir noch mal mit einem Wunschmenü vom Feinsten belohnt. Zum Frühstück reicht uns Jayantha Fruchtsalat mit Haferflocken und köstliche Kurrakan Waffeln. Mittags verwöhnt uns der Koch mit ceylonesische Crepes, Chapatis, Auberginencurry, Dhalcurry, Minzpaste, Bananenblütencurry, Süßkartoffeln, Gotukola- und Bulgursalat. Wie immer hat er die Speisen so liebevoll zubereitet, dass auch das Auge mitgeniest. Während der Abschlusskonsultation freuen sich Daniela, Frau Dr. Kumari, Suweneetha, die Leiterin des Gesundheitszentrums, sowie Frau Dr. Karunadasa über unseren hervorragenden Kurerfolg.

Nein, drei Monate Sexverbot geht nicht!

Sie erklären mir ausführlich wie ich meine Aufbaumittel für die Nachkur einnehmen soll und geben mir einen Zettel, auf dem ich sämtliche Ernährungstipps für meinen Typ aufschreiben soll. Drei Monate lang keine Milchprodukte, kein Fleisch, keine Rohkost und keinen anstrengenden Sport. Da mein Darm sich gesund anfühlt wie nie zuvor nehme ich mir vor, mich daran zu halten. Den beiläufig erwähnten Hinweis „drei Monate keinen Sex", meint die Panchakarma-Expertin tatsächlich ernst. „Das können Sie vergessen, ich habe einen Mann zu Hause, der sehnsüchtig auf mich wartet". Wir lachen alle laut und dann erklärt Daniela mir, dass für die Nachkur Enthaltsamkeit und der Verzicht auf anstrengende Sportarten förderlich ist, da die geschwächten Gewebe Zeit brauchen, um sich neu bilden zu können. Ich fühle mich gesund, bin dankbar für viele neue Erfahrungen, aber brauche auch nicht jeden Rat anzunehmen, denke ich in mich hinein. Der Abschied vom Personal fällt schwer - waren doch alle extrem familiär, liebevoll und herzlich. Ich freue mich, dass ich viele wertvolle Impulse und Anregungen für ein Leben im Gleichgewicht mit nach Hause nehme. Auch verstehe ich jetzt, warum sich immer mehr Menschen dieser „Wissenschaft von gesunden und langen Leben“ zuwenden.

Kontaktadresse zur Greystones-Villa:

Nandhi Ayurvedic Therapies GmbH
Christophstraße 5 
70178 Stuttgart 
Tel.: 0711 / 2 34 81 44 
Fax: 0711 / 2 34 81 45

Internetkontakt: 
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.  
Homepage: http://www.ayurveda-kur.de

Informationen zu den Sozialprojekten und Yogaworkshops von Florian Palzinsky:

http://www.simple-wisdom.net

Transfer mit Sri Lanka Airlines:

Die ultramoderne Airbusflotte bietet regelmäßige Flüge von Frankfurt nach Columbo.

Internetseite: http://www.srilankan.aero

Zeitverschiebung:

Mitteleuropäische Zeit plus viereinhalb Stunden.

 


Ayurveda - in Sri Lanka


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