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Europa

Wellness, Wale und UNESCO Welterbe in Stralsund

Autorin: Elischeba Wilde
Fotografen: Elischeba Wilde (22 Bilder ) Christian Rödel (10 Bilder)
Zeitpunkt der Reise: 27. April bis 4. Mai 2010

Stralsund bezaubert mit einer historischen Altstadt, restaurierten Bürgerhäusern, Hafenidylle und schönen Fußgängerzonen. Auch für Regenwetter ist der Urlaubsort bestens gewappnet.

Das imposante Ozeaneum und das beeindruckende Meeresmuseum dienen als Liebeserklärung an das Leben im Wasser. Besucher erfahren, wie sie zum Schutz der Wale beitragen können. Der HanseDom lockt mit einer einladenden Saunalandschaft wie aus 1000 und einer Nacht. Für Groß und Klein wird ein tolles Wellness, Sport- und Badeparadies geboten.

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Verwunschen, urig und wild

Wer in der Nähe des Ruhgebietes wohnt, erlebt im Rahmen der letzten Kilometer Richtung Mecklenburg-Vorpommern vor allem eins. Das Gefühl von unendlicher Weite. Riesige grüne Felder säumen die Landstraße. Knorrig und urig sind die Äste der Bäume.

"Wow, hier kommt Urwaldstimmung auf" lächele ich zu meinem Schatz, als wir an einem dichten Wald vorbeifahren. Die Landschaft hier im Osten ist wild, ursprünglich und verwunschen. Leuchtend und satt sind die Farben - ihre unterschiedlichen Schattierungen machen einen besondern Reiz aus.

"Elischeba, hast Du an einem anderen Teil Deutschlands schon einmal Waldnester in den Feldern gesehen?" fragt mich mein Mann Pierre mit Blick aus dem Fenster. Ich verneine und stelle fest, dass der Weg Richtung Stralsund einzigartig ist.

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Roter Leuchtturm in der Suite

Als wir im Radisson Blu einchecken, sind die Strapazen einer siebenstündigen Autofahrt im Nu vergessen. Direkt an der Rezeption fühlen wir das weite Meer. Der Empfangstisch an der Rezeption hat die Form eines Schiffes und Strandkörbe laden zum Verweilen ein.

„Hey, was für eine tolle Idee" rufe ich mit Begeisterung, als ich mir in unserer Suite den großen roten Leuchtturm mit eingebautem Fernseher anschaue. „Hier ist die Minibar integriert und dieser Knopf sorgt für die Beleuchtung" fügt mein Schatz fasziniert hinzu.

Wir schauen uns weiter im Haus um. Lampen im Schiffs-Design und Türen mit Bullaugen. Überall liebevolle Details, die Lust auf Seefahrten machen. Man könnte meinen, man wäre auf einem riesigen Kreuzfahrtschiff gelandet.

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Feinschmecker im Radisson Blu

Bereits am Eingang des Hauses haben wir gesehen, dass das hoteleigene Restaurant diverse Auszeichnungen vom Magazin "Feinschmecker" erhalten hat. Der Gast eines Halbpension Arrangements erhält abends in der Regel ein Dreigang-Menü - für den Hauptgang besteht die Möglichkeit, zwischen einem Fisch- und Fleischgericht zu wählen. Vegetariern werden Tagliatelle in verschiedenen Varianten geboten.

Eingeleitet wird täglich mit einem netten Gruß aus der Küche. Durch meinen Gourmet Hobbykoch bin ich verwöhnt - ob ich trotzdem ins Schwärmen gerate? Als die Karotten-Orangen-Creme-Suppe gereicht wird, weise ich den smarten Kellner darauf hin,
dass ich für einen Nachschlag auf das Dessert verzichten würde.

Er grinst, bringt den Nachschlag und serviert mir trotzdem noch die Schokoladenmousse mit den marinierten Waldbeeren zum harmonischen Ausklang. „Das Steak war auch richtig lecker" sage ich Pierre, während ich das Menü Revue passieren lasse.

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Gut gekleidete Dänen und glückliche Gäste

"Die Besucher, die in das Restaurant hinein gehen, haben es gut, denn diese haben das tolle Essen noch vor sich" schmunzelt mein Mann, während wir den Speisesaal verlassen. Seine ehrliche Feststellung ruft in mir einen lauten und spontanen Lacher hervor.

Zu den anderen Gästen zählen neben Geschäftsleuten vor allem freundliche Familien mit Kindern. Auch eine Menge Dänen sind zu Gast - immerhin hat ein Großteil von ihnen keinen weiten Weg zur Ostsee. Mir fällt auf, dass sie besonders interessant und chic gekleidet sind und häufig besonders süße und viele Kids dabei haben.

Jedoch gehen einige deutsche Urlauber in ihrer Jogginghose zum Dinner - mein Ding wäre das gar nicht, aber hier ist alles erlaubt. Der Kunde ist König und auf seine Wünsche wird in diesem Hause sehr eingegangen.

Das innere Kind

Schön, dass der Weg in den HanseDom für Hotelgäste äußerst bequem ist. Mit meinem weißen flauschigen Bademantel fahre ich direkt vom Hotelzimmer aus mit dem Aufzug Richtung Erdgeschoss und stehe dann bereits unmittelbar vor dem Eingang des Wellness Bereiches samt Badeparadies. Die Wandbemalung mit farbenfrohen Motiven der beeindruckenden Unterwasserlandschaft lädt charmant zum Eintreten ein.

Als mein Gatte Pierre die gelbe große Rutsche im HanseDom entdeckt, kommt das Kind im Mann raus. „Boa, die wird am Schluss richtig schnell" berichtet er begeistert. Ich schaue nach oben und sehe Äffchen aus Stoff an einer Brücke hängen.

Die Kids haben einen Riesenspaß und auch im Bade-Restaurant kommen sie auf ihre Kosten: Pommes, Burger und Eis. Alles, was den Kleinen schmeckt, ist reichlich vorhanden. Beim Weiterschwimmen entdecke ich die Turbo-Riesenwasser- und Black-Hole-Erlebnisrutsche und stelle fest, dass Groß und Klein den Adrenalinkick und die Wasserspritzer lieben.

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Märchenwelt zum Schwitzen

Sobald ich durch die Tür Richtung Saunalandschaft gelangt bin, fühle ich mich wie in einem Traum von 1000 und einer Nacht. Die vielen kunterbunten Farben, die Atmosphäre, der maurisch-orientalischer Flair und die exotischen Düfte verzaubern mich. Was für eine Architektur! 

Kosmetikbehandlung von einem Mann

„Das ist das erste Mal, dass ich eine Gesichtsbehandlung von einem Mann erhalte" fange ich das Gespräch an, als mir Hardy sanft ein Peeling aufträgt. Er lacht und erzählt mir, dass so jede Unterhaltung mit seinen Gästen beginnt.

Der lebenslustige Herr verfügt über vielseitige Erfahrungen im Spa-Bereich und wurde irgendwann gefragt, ob er auch für Kosmetik einsetzbar sein möchte. Er bejahte und hat nun viele Stammkunden. Anschließend gönne ich mir eine Aroma-Ganzkörpermassage und bin begeistert davon, wie gut es sich anfühlt, wenn alle Muskeln einmal richtig gelockert werden.

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Nachbar lebt im vorigen Jahrhundert

Zehn Autominuten vom Radisson Blu entfernt liegt die schöne Altstadt von Stralsund. Wir parken am Stadtrand und erfreuen uns beim Anblick einer wunderschönen Park- und Seelanlage mit romantischen Brücken. Mir fällt beim Weitergehen auf, dass manche Bürgerhäuser in leuchtenden Farben restauriert sind, während der Nachbar noch im vorherigen Jahrhundert zu leben scheint. Später erfahre ich, dass einige Personen ihre Häuser noch nicht renovieren konnten, da die Eigentumsverhältnisse noch nicht geklärt sind.

Verlassene Klosterruine

Urig empfinden wir das „St. Johannis Kloster" vom Jahre 1254. Trotz seiner vollständigen Größe sind nur noch Ruinen ohne Fenster vorhanden. Wilde Natur bettet die historische Sehenswürdigkeit ein.

Uns wundert es nicht, dass die Altstadt seit 2002 mit dem Titel „Historische Altstädte Stralsund und Wismar" zum UNESCO-Welterbe gehört. Immerhin macht eine Vielzahl wertvoller Zeugnisse der Hansezeit den Reiz aus. Am großen Yachthafen entlang zu spazieren, lässt einen Hauch von Luxus aufkommen. Hier locken eine Menge Fischrestaurants und Cafés die Besucher. Zum Shoppen gibt es auch eine nette Auswahl an Geschäften und Boutiquen, so dass der Urlauber auf nichts zu verzichten braucht.

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Schiffsbesteigung

"Wow, siehst Du das Schiff dahinten?" fragte ich meinen Schatz mit großen Augen. "Hey, das ist ja die Gorch Fock" erwidert Pierre ebenso beeindruckt. "Ich wusste nicht, dass das weltberühmte Segelschiff in Stralsund steht" fügt er hinzu. Was für eine schöne Überraschung. Für vier Euro pro Kopf kann der Gast drauf steigen, sich wie ein Kapitän fühlen und die Innenräume betrachten.

Wir erfahren, dass das im Jahre 1958 gebaute Schiff nach dem Schriftsteller Gorch Fock benannt ist. Einmal aufgestiegen haben wir einen hervorragenden Ausblick auf den schönen Hafen.

"Ich würde gern die Kabinen der Kadetten sehen" deute ich an. Fehlanzeige! 80 Hängematten in einem riesigen Raum - Komfort und Privatsphäre war damals nicht drin. Eben nicht zu vergleichen mit einer Luxus-Seerundfahrt, welche Urlauber in Reisebüros buchen. Wobei das Wohnzimmer des Kapitäns ziemlich relaxend, vornehm und anspruchsvoll aussieht. "Der hatte eben Sonderrechte" bestätigt mir Pierre.

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Überwältigendes Ozeaneum

Ein Muss für einen Aufenthalt in der Hansestadt ist eindeutig das Ozeaneum. Auf der Stralsunder Hafeninsel werden auf 8700 Quadratkilometer Ausstellungsfläche in 39 Aquarien circa 7000 lebende Tiere und Unterwasserpflanzen gezeigt. Das überwältigende Haus bietet eine gelungene Symbiose aus Alt- und Neubau und lässt weder Erwachsene noch Kinder kalt.

Eine Liebeserklärung an das Meer

Ein Highlight des Ozeaneum sind die Wale - die Ausstellung „Riesen des Meeres" ist ihnen gewidmet und erstreckt sich über drei Etagen.

Im untersten Bereich besteht die Möglichkeit, sich gemütlich hinzulegen und erst einmal zu staunen. Der Blick in die Höhe ist ehrfurchteinflößend. Sogar die zuvor noch tobenden Kinder werden plötzlich ganz still und lassen auf sich wirken, was nun passiert.

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Klänge die unter die Haut gehen

Als wenn der Blick auf die gewaltigen Walmodelle noch nicht genug wäre, so wird die Stimmung noch getoppt. Durch deren Gesänge, die gekonnt wieder gegeben werden, besteht das Gefühl, dass man mit den riesigen Geschöpfen am Meeresbodentauchen würde. Ich schaue mir die Augen an und habe direkt mein Erlebnis in Kenia vor Augen, als ich mit einem Walhai mitten im offnen Meer zehn Minuten Schritt halten durfte. Noch heute sehe ich die weißen Punkte auf dem blauen Körper vor mir. Die Emotionen beflügeln mich noch wie am damaligen Tag.

Der Blauwal ist an der Reihe und wird angeleuchtet. Wir erfahren, dass es sich um das größte Tier des Planeten handelt. Bis zu 200 Tonnen schwer ist das gigantische Geschöpf. Nach der Erklärung kann man seinen tiefen Gesängen lauschen.

Schwer beeindruckt sind wir, als der Buckelwal seinen Einsatz hat. Seine Melodie ist kaum beschreibbar, sie muss erlebt werden. Ich spiele mit dem Gedanken, mir eine Audio-Datei zu erwerben und einen Hauch „Wal-Feeling" in den eigenen vier Wänden zu erleben.

Der Feind heißt Mensch

Je mehr man sein Herz in diese Vorstellung hinein gibt, umso härter fühlt sich der aufklärende Film im Nebenraum an. Dieser zeigt, dass die Giganten des Meeres durch Hightech Walfang Methoden, Umweltverschmutzung und Lärm unter Wasser vom Aussterben bedroht sind.

Wir alle können den Walen helfen

Schön ist, dass nicht nur traurige Botschaften übermittelt werden, sondern auch gezeigt wird, was jeder von uns tun kann. Den Walen ist bereits geholfen, wenn wir nur noch Fisch mit dem „MSC Siegel" erwerben, da die Giganten dann in der Regel nicht mehr als Beifang elendig verenden brauchen. Bei dieser Auszeichnung handelt es sich um das weltweit führende Zertifizierungsprogramm für nachhaltig gefangenen Fisch und Meeresfrüchte. Die Besucher des Ozeaneums werden angehalten, sich bei Ihrem nächsten Einkauf nach dem blauen Logo umzuschauen.

Ökostrom und Greenpeace


Auch Atomstrom schadet der Welt unter Wasser enorm, da Atomabfälle auch im Meer entsorgt werden. Wer zu Ökostrom wechselt, der hilft dabei, den Ozean und seine wunderbaren Lebensformen sauber zu halten. Wie wäre es außerdem, der Organisation „Greenpeace" beizutreten?

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Herr Dr. Benke - Meeresforscher aus Leidenschaft

Besonders erfreut bin ich über den persönlichen Kontakt mit dem Meeresbiologen Herrn Dr. Benke. Er hat mich vor meinem Besuch in Starlsund bereits gefragt, ob ich als Botschafterin für die Scheinswale dienen möchte. Als Taucherin und Fan der Unterwasserwelt bejahte ich dies schnell.

Nach einem Smalltalk nimmt er nun einen Modell-Schweinswal in die Hand und fragt mich nach meiner Meinung zur Optik. "Oh, der sieht ja aus wie ein Delphin" sage ich mit Begeisterung und streichele sanft über das künstliche Säugetier. Dann werde ich leiser und fragte den Forscher mit ernstem Gesichtsausdruck: "Herr Dr. Benke, ich mag Delphine und Wale. Hier scheine ich eine Mischung aus beiden vor mir zu haben. Wieso ist dieses tolle Geschöpf, welches ich in meinen Händen halte, vom Aussterben bedroht?"

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Als Mrs. Germany kämpfe ich für die Verschleierung

Seine traurige Erklärung folgt kurz darauf. Ich erfahre, dass der Schall, der bei den Rammarbeiten für die Fundamente von Offshore-Windkraftanlagen entsteht, eindeutig eine Verletzungsgefahr für das Gehör der Meeressäuger birgt. Ohne ihr sensibles Ultraschallgehör können sich die Tiere nicht orientieren und müssen verhungern.

Spontan fragte ich, wie man das verhindern kann. Der Unterwasserfan erwidert, dass es dafür eine einfache Lösung gibt. Mit dem Einsatz von Luftblasenschleiern kann der Lärm zu circa 90 Prozent reduziert werden. "Habe ich richtig verstanden, nur noch zehn Prozent des Krachs bleiben erhalten?" Herr Dr. Benke bejaht mir das und fügt hinzu, dass dies jedoch aus Kostengründen kaum gemacht wird.

In der deutschen Nord- und Ostsee wird in den nächsten Jahrzehnten ständig gerammt werden, wenn die geplanten 5.000 Windkraftanlagen aufgestellt werden. Da bleibt für die Schweinswale kein Raum zum Ausweichen - zumal der Schall unter Wasser bis zu 80 Kilometer weit trägt.

Deshalb:

Das Deutsche Meeresmuseum und ich als Botschafterin fordern zum Schutz der Schweinswale die Verwendung von Blasenschleiern für alle Rammarbeiten.

Auch wenn der Einsatz der Luftschleier sicher einen gewissen Mehraufwand bedeutet, kann dadurch eine wunderbare Tierart erhalten werden, die für das ökologische Gleichgewicht in der Ostsee wichtig ist.

Schildkrötenfütterung aus meiner Hand

Anschließend darf ich die großen Meeresschildkröten mit Salatblättern und Tintenfisch füttern. Sie springen hoch und greifen sich ihre Mahlzeiten. Vergnügt bin ich beim Anblick der beeindruckenden Lebewesen.

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30 Jahre Enthaltsamkeit waren zu lang

„Diese Schildkröte, die hier gerade am Beckenrand schwimmt, kommt aus Polen" erklärt mir Herr Dr. Benke später und zeigt auf die Größte von allen. Spontan los lachen muss ich, als ich erfahre, dass diese sich bei ihrer Ankunft direkt auf das Weibchen gestürzt hat und Mann Frau nicht mehr los gelassen hat. Doch beim nächsten Gedanken wird mir bewusst, dass die polnische Schildkröte hier im Gegensatz zu früher artgerecht gehandhabt wird. 30 Jahre musste sie zuvor alleine im Becken leben, was absolut nicht im Sinne der Natur sein kann.

Kunstschätze im Meeresmuseum

„Schatz, den Oktopus musst Dir angucken" lasse ich meinen Mann begeistert wissen, als ich den achtarmigen Kraker entdecke, der fast so groß ist wie ich selbst. Zahlreiche Meerestiere sind hier mit viel Liebe zum Detail nachgebaut. „Hinter jedem hier steckt monatelange Arbeit von hervorragenden Künstlern" klärt uns Herr Dr. Benke im deutschen Meeresmuseum auf, welches ein paar Autominuten vom Ozeaneum entfernt liegt.

Die Mauer einfach weg gesungen

Am Abend erhalten wir VIP-Karten für das Konzert von der Kultrockband "City" im Ozeaneum. Nachts hat das Haus ein besonderes Flair - mystisch wirken die Rochen, welche sich majestätisch im Wasser bewegen. Tagsüber springen sie im gesonderten Bereich für Kinder ein Stückchen aus dem Becken, da sie den Kontakt zu Menschen lieben. Anfassen darf man sie jedoch nicht, damit ihre Haut unverletzt bleibt. Plötzlich steht die Band "City" vor mir. Ein paar breit grinsende Männer begrüßen mich.

„City" wurde 1972 in Ost-Berlin gegründet und erlangte den Durchbruch mit dem Titel „Am Fenster." Anfangs nannten sie sich „City Rock Band" oder „City Band Berlin." Nach einem kleinen Wortwechsel bin ich gespannt auf deren Musik und die gefällt mir. Pep, Power und Rhythmus. Mit Schweinwerfen werden sie angestrahlt - über ihnen hängen die riesigen Modell-Wale. Mal Rot, mal blau, mal gelb - wir befinden uns mitten in einem Farbenparadies, welches eine gelungen Symbiose zur Musik bietet. Was für ein Erlebnis.

„Die Mauer haben wir einfach weg gesungen" leiten sie nach dem ersten Lied ihre Rede ein. Gelächter im Publikum. Nach einer halben Stunde wird stimmungsmäßig noch einmal einen drauf gelegt. Die Gäste beginnen laut und dynamisch mit zu singen.

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Kein Bammel gehabt

Mein Schatz erklärt mir, dass die Band vor der Wende häufig DDR-kritische Texte benutzt hatte. Mit großen Augen schaue ich meinen Mann an. „Hatten sie denn keine Angst?" frage ich ihn. „Die waren einfach viel zu beliebt beim Volk," erwidert er mir. Mutig finde ich das Verhalten trotzdem und entwickele Sympathien für die Jungs.

Negative Gefühle am Abreisetag

Am letzten Tag telefoniert mein Mann mit dem Büro. „Pierre, wie geht es Dir?" fragt seine Kollegin. „Schlecht" antwortet er, als er auf dem Balkon unserer Suite sitzt. „Der schöne Urlaub geht zu Ende."

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Kontaktdaten, Internet und Adressen:

Hotel Radisson Blu
Grünhufer Bogen 18 - 20
D-18437 Stralsund
Phone: +49 3831 37730

Webseite

HanseDom Stralsund GmbH
Grünhufer Bogen 18 - 20
D-18437 Stralsund
Phone: +49 3831 37 33 - 0

Webseite

OZEANEUM Stralsund GmbH
Hafenstraße 11
18439 Stralsund
Phone: +49 3831 2650 61

Webseite

Deutsches Meeresmuseum
Katharinenberg 14 - 20
18439 Stralsund
Phone: +49 3831 26 50 210

Webseite

 

 

 


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Urlaub in Niedersachsen


bett_hannoverAutorin: Elischeba Wilde

Zeitraum der Reise: Ostern 2010

Fotografen: Elischeba Wilde (20 Bilder), Pierre Wilde (sechs Bilder), Andreas Loeffl (zwei Bilder), Marcus Prell (zwei Bilder), Erlebnis Zoo Hannover (ein Bild, das Foto mit dem Löwen im Vordergrund)

Niedersachsen bietet schöne Flüsse, nette Brücken, zahlreiche Sehenswürdigkeiten und eine Menge Aktivitäten. Wir wählen für die Ostertage das romantische "Hotel Viva Creativo", genießen Gourmet-Essen und erleben die Tiervielfalt im „Erlebnis Zoo" Hannover. Besonders viel Spaß haben wir bei unserer Erkundungsstadtfahrt auf einem Segway. Was anfangs wackelig ist, wird spätestens nach ein paar Minuten richtig gut!

Wie, als Kölnerin machst Du in Hannover Urlaub?

"Wie .... Urlaub in Hannover? Wieso gerade da?" Mein Bekannter ist mit seinem erstaunten Blick und fragenden Augen kein Einzelfall. Ein paar weitere Personen können ebenfalls kaum verstehen, wie ich als Kölnerin mit meinem Schatz nach Niedersachsen fahren möchte, um dort den zwölften Hochzeitstag zu feiern. Dabei wird dieser nördliche Teil Deutschlands häufig unterschätzt.

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Wir fühlen uns in unseren vier Wänden pudelwohl, aber die Lust nach einem Tapetenwechsel treibt uns samt Koffer in unseren schwarzen Audi A 6. Bereits auf der Hinfahrt freuen wir uns auf das Bullerjan Traumofenzimmer, welches dank warmen Rottönen, essen_hannoverweißer Eckbadewanne und Dachgeschoss Behaglichkeit bietet. Dass wir jedoch ein bisschen zu viel Gepäck mitgenommen haben, das spüren wir, als wir aufgrund nicht vorhandenen Aufzugs die Treppen benutzen müssen. Sport ist hilfreich, wenn man bedenkt, welch gute Küche das benachbarte Restaurant "La Vivezza" bietet. Fischwoche über Ostern, gemütliches Ambiente und freundliches Personal. Als Delphin-Schützerin wähle ich Forelle mit Petersilienkartoffeln und Wurzelgemüse - besonders die Beilagen schmecken erstaunlich aromatisch. Das Naturschutzgebiet, welches sich unmittelbar vor unserem "Hotel Viva Creativo" befindet, macht Lust auf einen Spaziergang im Abendlicht.

Liebe zu Mensch und Tier

"Mein Bauer behandelt mich richtig gut" steht auf der Kuh aus Pappe. Dass die Kuh auf der Wiese tatsächlich glücklich ist, das schmeckt man beim Kosten des Yoghurts. Im italienischen Restaurant "La Vivezza" frühstücken die Gäste des "Viva Creativo" in netter Runde. Die Auswahl ist klein, aber dafür mit Liebe zubereitet. Lecker, frisch und äußerst hochwertig. Der tägliche Obstsalat befindet sich in niedlichen Einweggläsern und die Marmeladen stammen hausgemacht von kleinen Bauernhöfen. Bioqualität eben. Liebe spürt der Gast auch beim Betrachten der schönen Themenzimmer im kreativen Hotel. Es ist, als wenn man bei Freunden nächtigt. Mit diesem Gefühl kann so manches Luxushotel nicht mithalten.

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Hilfe! Wo ist die Bremse?

Sonne - wie schön! Die brauchen wir, denn heute erwartet uns eine Premiere. Wir werden auf einem Segway die historischen Bauten und Schönheiten Hannovers erkunden. "Wie jetzt... das Ding hat keine Bremse? Echt? Neee, wir fahren trotzdem auf der Straße? Was mache ich an der Ampel? Uiii....da habe ich aber Bammel" Andreas Loeffl grinst. "Elischeba, ganz ruhig, das machst ueben_segwaybuchen_segwayDu mit Deinem Körpergefühl. Stell Dich einfach drauf, beuge Dich leicht nach vorne und fahre mir entgegen". "Waaahhh" schreie ich laut, als ich Hilfe suchend seinen Arm greife, um zu stoppen. "Bremsen kannst Du, wenn Du Dein Gewicht nun ein bisschen nach hinten verlagerst". Stimmt. Das klappt sogar. Nach ein paar Minuten habe ich Feuer gefangen. Der Tourguide übt währenddessen mit meinem Schatz.

Vorrecht für ledige Herren

"Bruchmeister" nennt man den freundlichen Helfer meines Mannes, der passend zu seiner Position einen schwarzen Hut und einen schwarzen Anzug mit Fliege trägt. "Muss man seine Auszeichnung kennen?" frage ich meinen Schatz flüsternd ins Ohr, als keiner guckt. Pierre lacht. "Mausi, die Bedeutung muss man nur kennen, wenn man in Hannover wohnt". Dann erklärt mir mein Liebster, dass er vom Bruchmeister erfahren hat, dass jedes Jahr vier Herren vom Oberbürgermeister der Stadt für diese Repräsentationsaufgaben ernannt werden. Thorald Abramowski kommt uns entgegen und wirft noch ein, dass "Ledig sein und einen guten Leumund haben" zu den Vorraussetzungen seines Amtes gehören. Ob das heißen würde, dass der arme Kerl ein Jahr lang enthaltsam leben müsse, frage ich Pierre später leise, als wir uns beide schon gut auf unseren Segways halten können. Laut schallend fängt mein Süßer an zu lachen und wirft den Kopf nach hinten. "Keine Sorge, wir leben nicht mehr im Mittelalter" fügt er hinzu und bestätigt, dass er sich ziemlich sicher ist, dass der Bruchmeister eine Freundin haben darf. Ich grinse zustimmend in mich hinein und möchte Herrn Abramowski, den ich seit fünf Minuten kenne, nicht mit solch intimen Fragen erschrecken.

Hannovers Bauch

Andreas Loeffl schaut uns prüfend an. "Klappt doch". Wir sollen noch einmal Slalom fahren, ihm gerade entgegen und dann plötzlich bremsen. Prüfungen bestanden - die Tour kann losgehen. "Innerhalb der ersten Sekunden auf dem Segway hätte ich niemals gedacht, dass ich das Fahren doch so schnell lernen kann" gestehe ich dem Vermieter der tollen Geräte mit einem Glanz in den Augen. Nun ist sogar Multitasking möglich. Ich nehme meine Umgebung war, während ich auf einem Zweirad stehe: Die Marktkirche und das alte Rathaus wird von meinen Augen gemustert und für schön empfunden. "Bis jetzt habe ich - außer meiner eigenen Frau - noch jeden auf diesen Roller bekommen" bestätigt Andreas freudig, während die Tour auf den Rollern weiter geht: Vorbei am Leibnizhaus und Holzmarktbrunnen. Dann düse ich immer selbstsicherer zum Beginenturm zur Leine „Am Hohen Ufer" und weiter zum Leineschloss, dem heutigen Niedersächsischen Landtag. „Die Markthalle gefällt mir als leidenschaftlicher Koch besonders gut" räumt Pierre ein, als wir diese passieren. „Na dann hast Du den Bauch Hannover schon kennen gelernt" erwidert Andreas grinsend.

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Blaue Finger und grüne Fleckchen

Langsam spüre ich, dass mir immer kälter wird. Meine Hände haben eine bläuliche Farbe erhalten. Wer eine Tour-Fahrt mit einem Segway bucht, sollte daran denken, dass diese circa vier Stunden lang dauern kann. Die Bewegungen auf dem Zweirad sind relativ liebespaar_niedersachsengering - außerdem bleiben die Urlauber zwischendurch immer wieder stehen, um den spannenden Erklärungen vom Bruchmeister zu lauschen. Mich beeindrucken die vielen schönen Brücken und Flüsse sowie die Waldlandschaft, welche großzügig in die Stadt Hannover eingebettet sind. Gehobenes Stadtfeeling und grüne Fleckchen - hier wird beides geboten. Nach der Aegidyenkirche folgt der nächste Stopp am Opernhaus. „Mozarts Hochzeit des Figaros war die erste Aufführung hier im September 1852." Mit diesen Worten macht uns Thorald Abramowski ein Stückchen schlauer.

Tatort Kulisse

„Wie gut, dass ich nun schon einigermaßen mit dem Ding fahren kann" denke ich mir bei dem dichten Gedrängel mitten in der Fußgängerzone. Leute umfahren möchte ich nämlich wirklich nicht. Auf dem Weg zur Kröpcke-Uhr ist viel los auf Hannovers Straßen. „Das ist die Stelle für Treffpunkte aller Art" sagt uns der Bruchmeister am Ziel und zeigt nach oben zu den Zeigern der dunkelgrünen Statue. „Hier trifft man sich zum Schorsenbummel" fügt der schwarz gekleidete Herr mit Hut hinzu. „Das ist das Herz der Stadt" ergänzt Andreas und verteilt ein paar seiner Flyer, denn zahlreiche neugierige Menschen fragen uns, wo man sich die Segways ausleihen kann. „Wenn der Tatort aus Hannover kommt, dann achtet mal auf das Polizeipräsidium" sagt der Bruchmeister später mit Zeigefinger nach oben auf den dreizehnten Stock eines Edelstahl-Gebäudes. „Da sitzt dann Frau Furtwängler drin" so seine ergänzenden Worte.

Favorit gefunden

Die nächsten Ziele sind die Leibniz-Universität und der Georgengarten. Von dort aus fahren wir durch die Calenberger Neustadt zur Waterloo-Säule. Wir sehen dann die AWD-Arena, das ehemalige Niedersachsenstadion und die Heimstatt von Hannover96. „Hey, der Maschsee ist bis jetzt mein Favorit der Tour!" gebe ich meinen Mitfahrern begeistert zu verstehen. Mediterran und freundlich lockt das künstlich angelegte Stückchen Urlaub - jetzt fehlt nur noch Sonne und Wärme. Zuletzt halten wir am neuen Rathaus, welches von kleinen Flüssen und gepflegten Grünanlagen umgeben ist. Das bekannteste Wahrzeichen Hannovers wurde auf 6026 Buchenpfählen gegründet, welche das Absacken des Gebäudes auf dem sumpfigen Gelände der Leine-Masch verhindern sollten. Am 20. Juni 1913 wurde die Sehenswürdigkeit auf dem „Trammplatz Zwei" nach zwölfjähriger Bauzeit festlich eingeweiht.

Aufwärmen und stärken

Durchgefroren aber glücklich geben wir Andreas Loeffl die Segways zurück. Nun freue ich mich aufs ausgiebige Aufwärmen. Zuerst queens_hotel_hannoverwildschweinbabyswünsche ich mir ein leckeres Dinner im noblen Queens Hotel und anschließend ein warmes Bad in unserer Suite im Hotel Viva Creativo. Neben einer Wärmeflasche in einer knuffigen Stofftasche mit Bäremkopf hat man uns nämlich liebevoll "love letter" Badesalz mit Wildrose und ätherischen Ylang-Ylang Öl im Hotel Viva Creativo bereitgelegt.

Doch bevor es zum Dinner geht, muss trotz der Kälte ein kurzer Spatziergang im Tiergarten her. Das Queens Hotel bietet im Stadtteil Kirchrode eine hervorragende Lage - wer hier nächtigt, der kann jeden Morgen mit Wildtieren um die Wette joggen. „Schön, dass wir im 21. Jahrhundert auch als Fußvolk Zugang zu den frei lebenden Tieren haben" scherze ich beim Betrachten der Rothirsche. Immerhin wurde dieses Vorrecht gegen Ende des 17. Jahrhunderts nur der waldwanderungHochherrschaft vorbehalten. „Och wie süß" schreie ich begeistert, als ich die Babys von Mama Wildschwein entdecke. „Oh die laufen alle auf uns zu" ruft mein Mann hinterher, während wir das fröhliche Treiben der Jungtiere beobachten. Für eine nette Portion Musik ist dank der zahlreichen Singvögel ebenfalls gesorgt.

Steak schmeckt besser als Tofu

„Mausi, der Spatziergang hat mich noch hungriger gemacht" mit diesen Worten ziehe ich meinen Süßen plötzlich hinter mir her. Im Queens Hotel weiß man damit umzugehen. „Wie wären Tortellinis? In unserem Hause sind diese selbst gemacht!" Der smarte junge Kellner überzeugt uns und wir wählen diese als Vorspeise. Nachdem ich die Tiere im Wildpark gesehen habe, möchte ich aus Liebe zu den Geschöpfen etwas Vegetarisches essen. „Wirklich Tofu?" fragt der junge Mann grinsend und leicht erstaunt zugleich. „Unser Steak schmeckt noch viel besser." Am Folgetag wähle ich das „Lady Cut" Filetsteak mit gerösteten Zwiebeln sowie einer Offenkartoffel und bin von der Zartheit des Fleisches begeistert. „Ja, Sie hatten Recht" gestehe ich dem Azubi kleinlaut. „Schön, dass die jungen Kellner hier mit so viel Leidenschaft tätig sind" bestätigt mein Gatte beim nächsten Schluck Dornfelder, nachdem wir auf eine weitere schöne Zeit in Hannover angestoßen haben.

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Kinderparadies

„Schau mal, außer uns sind hier nur Familien mit Kindern unterwegs" sage ich staunend zu meinem Liebsten, als wir an der Kasse geschenk_celinevom „Erlebnis Zoo Hannover" stehen. Uns erwarten circa 2.000 Tiere auf gut vier Kilometer Rundweg durch sechs verschiedene Zoowelten. „23 Euro Eintritt pro Erwachsener, bitte." Dann geht es los. Wir gehen an wunderschönen Flamingos vorbei, welche wir später an einem der vielen Shops als Stofftierchen sehen. „Guck mal, Elischeba, wäre die nicht etwas für Celine?" Auch ich musste bei dem Anblick sofort an unsere geliebte achtjährige Nichte denken, deren Lieblingsfarbe rosa ist. Bevor wir das Geschenk erwerben, schauen wir uns die anderen vielen Plüsch-Vögelarten an, welche wir erlebnis_zoo_hannovergerade noch live gesehen haben. Als ich die zahlreichen Bote sehe, da wird das Kind in mir geweckt. Also stellen wir uns an der langen Schlange an und warten. „Einsteigen bitte." Es geht vorbei an Nilpferden, Wasserfällen und Giraffen. Wäre da nicht diese nervende Kälte, dann würde ich glatt denken, dass ich in den Tropen wäre. Wie das funktioniert, dass die kleinen Boote ohne Fahrer von alleine die gleiche Richtung fahren und wieder zurück, das brauche ich als Blondine nicht zu verstehen. „Guck mal da, Mausi, eine Kamera!" Auch diese wird nicht von einem Menschen bedient, sondern schwebt zwischen Palmen irgendwie in der Luft und verewigt automatisch jedes vorbei fahrende Boot. Wir wählen die günstigere Internet-Variante und erwerben ein Erinnerungsbild zum Download.

Der Kampf um Sitzplätze im Nudelhaus

Hunger kommt auf. Meine vorherige Befürchtung, dass es im „Erlebnis Zoo" nur Würstchen und Pommes gibt, ist unbegründet. Ob asiatisch, bürgerlich, Kaffee und Kuchen oder typisch niedersächsisch, die Auswahl ist groß. Wir entscheiden uns für das urgemütliche Nudel- und Pfannekuchenhäuschen. Ups. Hier stehen die Gäste ein wenig genervt in einer Schlange, um auf Sitzplätze zu warten. Wir wählen beide Pfannekuchen und haben ein bisschen Mitleid mit der Dame, die täglich acht Stunden am Tag auf den Beinen steht, um immer wieder den gleichen Teig für unzählige hungrige Menschen zu drehen.

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Böse Blicke im Stall

Auf dem Weiterweg hören wir Mähh und Muhh.....und kommen am Streichelzoo an. Ziemlich süß finden wir die wuscheligen Lamas mit schwarzen Kulleraugen. Beim nächsten Mal nehmen wir - wie viele der anderen Gäste - Möhren mit, um diese zu füttern, denken wir uns. Eine junge Frau ärgert das Tier und dieses spuckt als Rache. Selbst Schuld, die Dame.

100 Jahre alte Bauernhöfe sind authentisch nachgebildet - sogar mit einer Original-Zeitung aus dem Jahr 1927. Außerdem sind historische Radios und Nähmaschinen in urigen Gebäuden zu entdecken. „Hey guck mal, das Ferkel hat vor drei Tagen Junge erhalten" macht mich mein Schatz auf den nächsten Stall aufmerksam. „Puh, was sind die süß," antworte ich. Danach gucke ich meinen Mann böse an. „Schau mal, wie findest Du die Lämmer?" Er antwortet mir, dass er diese ebenfalls ziemlich niedlich findet und fragt mich, wieso ich auf einmal so streng sei. „Isst man Tiere, die keine Chance hatten, erwachsen zu werden?" Er grinst und sagt leise „Typisch Frau" und erklärt mir, dass die Mama daneben nicht schmecken würde.

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Der König der Tiere

Dann entdecken wir ein kleines Fenster, um das sich große Menschenmengen scharen. Wir erhaschen ein Guckloch und verstehen den Grund. Der Löwe. Eindrucksvoll und erhaben. Nach einiger Zeit stehen wir unmittelbar vor dem König der Tiere. Noch nie im Leben hatten wir so viel Wertschätzung für eine Glasscheibe. Plötzlich steht das majestätische Tier auf und brüllt laut. „Er verteidigt sein Revier" erklärt mein Schatz fasziniert. Dann guckt mich der Löwe an. Genau in die Augen. Wow. Ein Blick der durch geht. „Komisch, die Tiere, die einen fressen können, die halten einen besonders im Bann" sage ich staunend zu meinem Liebsten.

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Die Affen bringen mich zum Grübeln. Es gibt einen Käfig, in dem sie vergnügt rumturnen. Die Nachbarn sind größer und sehen traurig aus. „Ist halt nicht ganz artgerecht hier, die Tiere gehören in den Dschungel." Nach meinen Worten füge ich jedoch noch hinzu, dass ich, als ich auf Anweisung meines Vaters mit 16 Jahren ganztags in der Buchhaltung hinter Zahlen und Akten verstaubte, auch nicht artgerecht gehalten wurde. Bei diesem Vergleich muss mein Schatz laut lachen. Doch diese zwei Affen tun mir wirklich leid. Sie schauen mich an und scheinen „hol mich hier raus" zu denken. Mein Beschützerinstinkt kann leider nichts tun.

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Vermehrungskünstler

Nicht nur verliebte Menschen schlafen häufiger miteinander, wenn sie zufrieden sind. Auch glückliche Tiere tun dies. Wir treten in eine indische Tempelwelt ein und erfahren, dass ein männlicher Elefant in verschiedene Zoos geschickt wurde, um für Nachwuchs zu sorgen. Im Zoo in Hannover gefielen ihm direkt fünf Damen - deswegen erfreuen sich die Gäste hier zahlreicher Elefantenbabys. Wer wissen möchte, wie so eine Geburt verläuft, der kann im daneben liegenden rosa-farbigen Palast einen Dokumentations-Film anschauen. Mit großen Augen verfolgen wir die ersten Lebensstunden eines winzigen Erdbewohners.

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Zeitmangel


Plötzlich klingelt mein Handy. Mein bester Freund Martin Helmers aus dem 15 Kilometer entfernten Sarstedt ist dran. „Na, wie gefällt Dir das Tiergefängnis?" fragt er provozierend, da er weiß, dass ich mich als amtierende Mrs. Germany für den Schutz der Unterwasserwelt arrangiere.

Ich erkläre ihm, dass es die Tiere hier besser haben, als die, welche für den Kochtopf gehalten werden und dass gut geführte Zoos die neue Arche Noah für bedrohte Arten darstellen. Immerhin verschwinden stündlich drei Tier- und Pflanzenarten von der Erde. Die Gründe dafür können illegale Jagd, Vergiftung der Umwelt und Vernichtung der Lebensräume sein. Der Zoo Hannover führt Auswilderungsprojekte für die Rettung der bedrohten Tierarten durch. So können wir in großen Vitrinen verfolgen, wie für den Erhalt von Addax-Antilopen sowie Drill-Affen gesorgt wird.

Dann lacht mein Gesprächspartner am anderen Ende des iPhones. „Hey, Elischeba, ich wollte Dich doch nur ärgern" Er wollte doch auch nur anrufen, um meinen Schatz und mir noch eine Sehenswürdigkeit in Hildesheim zu empfehlen. „Um das Römer Museum zu fotografieren, kommen Japaner aus Asien angeflogen und Ihr schaut Euch dieses Highlight nicht an?" Anschließend erfahre ich, dass die europaweit einmalige Ausstellung über die Insel der Aphrodite vom 13. März bis zum 12. September 2010 andauert. Schade, morgen fahren wir wieder zurück nach Nord-Rhein-Westfalen. Wir sind uns jedoch einig: Wer Niedersachsen richtig kennen lernen möchte, der muss mehr als eine Woche Zeit einplanen. Na, vielleicht beim nächsten Mal!

zoofahrt zeitung bootsfahrt_niedersachsen

SAT 1 Bericht über unsere Segway Fahrt mit Andreas Loeffl und dem Bruchmeister:

niedersachsen

 

Kontaktadressen:

Queens Hotel Hannover
Tiergartenstraße 117
30559 Hannover
Telefon (05 11) 151 030
Telefax (05 11) 5103 510

Internet:

queens_hotel_hannover


HOTEL VIVA CREATIVO GmbH
Im Heidkampe 80
30659 Hannover / Bothfeld
Telefon (05 11) 647 55-0
Telefax (05 11) 647 55-15

Internet:

viva_creativo


segwayeco4drive

Segway Rent & Event

Inh. Andreas Loeffl

Lister Kirchweg 106 A

30177 Hannover

Telefon: (0171) 9873030

Internet:

segway_fahren

 


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Erfahrungsbericht Rixos Hotel Bodrum Türkei Oktober 2009

ausstrahlungRixos Hotel Bodrum - Erholung im St. Tropez der Türkei (von Oktober 2009)

Autorin und Fotografin: Elischeba Wilde. Fotograf der Bilder von Elischeba und Pierre Wilde: Korki vom Rixos Hotel Bodrum

Neue Kraft und Energie tanken, relaxen und ursprüngliche Natur genießen. Dafür gönnen wir uns fünf Tage im Rixos Hotel in Bodrum. Das St. Tropez der Türkei besticht durch eine wunderschöne Oase inmitten grüner Palmenlandschaft, sanften Hügeln, Pinienwäldern und Olivenbäumen. Ob professionelles Fotoshooting, Hamam, Musicalshows oder Sportprogramme - hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten für einen erholsamen und vielseitigen Urlaub.

Sind denn auch tatsächlich alle Passagiere gesund?

Ob ich die Schweinegrippe habe oder hatte, ob ich jemanden berührt habe der sie hatte oder hat und ob meine Familie virenfrei ist. Meine Güte! Was die im Flugzeug alles wissen wollen. Schön, dass wir gesund sind - so gebe ich mein ausgefülltes Formular der Stewardess wieder so zurück, wie sie es erwartet. Wir haben Fliegenpreise bei Condor genutzt - jedoch sitzen wir nun in einer "Sun Express" Maschine. "Die fliegen für Condor" erklärt mir mein Schatz. Das leibliche Wohl fällt wesentlich bescheidener aus als in Alternativmaschinen, aber sonst ist alles in Ordnung. Ich schaue mir Garfield Zwei an und lache über seine süßen Grimassen.

hotel_rixos_bodrum_fotoAntalya und Bodrum - nicht mit einander zu vergleichen

Als wir nach guten drei Stunden Flugzeit den Flughafen in Bodrum erreichen, steht schon ein Fahrer mit einem Schild bereit, auf dem unsere Namen zu erkennen sind. Mit unseren Koffern gehen wir auf ihn zu und werden im modernen Auto Richtung Rixos Hotel gefahren. „Iyi günler! Merhaba!" lese ich ihm aus meinem Reiseführer vor. Der junge Mann, der kaum Deutsch und Englisch spricht, muss lachen. Dann wiederholt er „Merhaba" noch einmal um mir die richtige Aussprache beizubringen. Das scheint die Variante von „Guten Tag" zu sein, die wohl häufiger gebraucht wird. Der Blick aus dem Fenster ist überraschend. Dass die Westküste besonders schön sein soll, wurde mir schon häufiger gesagt. Jetzt stelle ich fest, dass man Antalya und Bodrum gar nicht miteinander vergleichen kann! Vor circa neun Jahren wurden mein Süßer und ich vom Flughafen Antalya nach Side in unser Hotel "Stone Palace" gefahren. Krass! Überall gab es Baustellen, kaputte Häuser, heruntergekommene Hütten und Ruinen. Uns wurde damals gesagt, dass das Geld zum zu Ende bauen fehlen würde. In der Nähe unseres Hotels wurde enorm viel gebaut, was wohl in der Nebensaison zumindest zum damaligen Zeitpunkt normal war. Ganz anders ist jedoch Bodrum! Wir haben das Gefühl, dass wir uns im St. Tropez der Türkei befinden. Gepflegte weiße Häuser erfreuen überall in der sanften Hügellandschaft. Chic! Das Meer scheint noch farbenfroher zu leuchten als anderswo und erfreut das Auge mit verschiedenen Blauschattierungen.

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Das Wetter ist im Oktober Glückssache

Nach circa 20 Minuten Fahrzeit erreichen wir die Milas-Bodrum Landstrasse, auf der das wunderschöne 187.000 Quadratmeter große Grundstück des Rixos Hotels liegt. Mit seinen zahlreichen Olivenbäumen, den vielen schönen Blüten und den Pinienbäumen wirkt die Gegend sehr einladend. Nicht umsonst zählt sie zu schönsten Küsten des Ägäischen Meeres. In traditioneller Kleidung werden wir am Empfang der geräumigen Rezeptionshalle liebevoll mit einem kleinen Konfekt aus original türkischem Honig begrüßt. Mit einem Mini Shuttle geht es zu unserem Bungalow. Schön, unser Zimmer liegt auf der oberen Etage des zweistöckigen Gebäudes. „Jetzt wird es spannend" denken wir, als der sympathische Hotelpage unsere Zimmertür 3222 aufschließt. Super: Meerblick, Weinflasche, Obstkorb und ein abgetrennter kleiner Sitzraum. So kann man es aushalten.

„Sie haben Glück mit dem Wetter," erzählt uns der Kellner am Abend im großen Hauptrestaurant. „Letzte Woche gab es vier Tage Regen und der Wind war ziemlich frisch" fügt er hinzu. Er berichtet uns weiter, dass das Hotel von November bis April geschlossen ist. Das Rixos in Antalya sei dagegen durchgehend geöffnet, da der westliche Bereich des Landes kühler sei als der Süden. Im Herbst, Winter und Frühling hätte Bodrum viel mehr Regentage. Obwohl wir nachmittags bei Sonne und 25 Grad angereist sind, spüren wir schnell, wie stark es sich abends abkühlt. Auch etwas anderes fällt mir auf: Die Speisen der türkischen Küche sind häufig besonders ölhaltig. Wer genug Brot dazu isst, anstatt die vielen Pasten und Vorspeisen pur zu sich zu nehmen, dessen Magen kommt besser damit klar. Toll ist hier die Musik: Kuschelrock, 80er Jahre, Evergreens und französische Chansons.

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„Ich brauche Schärfe, Hitze und Alkohol"

Das Haus besticht neben einem Fischrestaurant noch mit anderen Spezialitäten: All Inklusive Gäste können ohne Mehrkosten Mexikanisch, Französisch oder Italienisch a la carte dinieren. Lediglich das Japanische Restaurant verlangt nach einem Zuschlag, doch Ende Oktober ist dieses und das Fischrestaurant bereits geschlossen. Wir reservieren für den zweiten Abend Mexikanisch. „Gibt es hier keine Heizkörper?" frage ich den Kellner mit frieranmutender Geste, als ich in das reine Outdoor-Restaurant gelange. „Nein, leider nicht," entschuldigt er sich freundlich. „Na dann muss ich mich von innen wärmen," gebe ich ihm zu verstehen. „Ich brauche etwas Scharfes und Heißes zum Essen und ein Glas Rotwein dazu, dann werde ich es hier wohl aushalten," zwinkere ich ihm zu. Wir nehmen Chili con Carne zur Vorspeise - es gibt ein Dreigang-Menü mit ein paar Varianten zur Auswahl. Es schmeckt gut, jedoch gibt es anstatt großzügigen Beilagen zu 95 Prozent würziges Fleisch auf dem Teller. Alkoholische Getränke sind hier auch rund um die Uhr inklusive. Gegen Aufpreis kann man hier auch eine Weinauswahl erhalten, wie sie in Sternerestaurants zum Dinner angeboten wird - als Liebhaber von gutem Rotwein nehmen wir dieses Angebot an. Wer den Urlaub genießen möchte, der sollte im Oktober ein paar Pullis und Jacken mitnehmen. Die Alternative wäre nämlich Frieren oder täglich mit der Garderobe dinieren, die man im Flugzeug getragen hat.

Der abendliche Kampf um die Spezialitätenrestaurants

Reservieren kann man die Spezialitätenrestaurants täglich am Vorabend zwischen 18 und 20 Uhr. „Schnell Mausi, ruf an" bitte ich ihn energisch, als ich sehe, dass es wieder Zeit zum Buchen ist. Besetzt. Immer noch besetzt. Toll: Mein Süßer ist durchgekommen. Wir haben es geschafft und können für den letzten Abend italienisch dinieren. Eine halbe Stunde später kommt die Nachricht von der Rezeption per Telefon: Leider ist doch nichts mehr frei. Schade - so gerne hätten wir hier die Spezialitäten probiert. Im äußerst gemütlichen französischen Indoor-Restaurant haben wir zwei Mal Glück. Ein absolutes Muss ist hier das Vanille-Soufflé, welches direkt vor den Tischen der Gäste auf einem Dessertwagen mit Gas-Brenner zubereitet wird.

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Urlaubsspaß für Groß und Klein

Hier hat mein ein Herz für Kinder - zahlreiche Familien genießen ihren Urlaub im Rixos Hotel in Bodrum. An der Art wie die Kellner und das Personal mit den Kleinen umgehen, wie begeistert sie von ihnen sind und wie viele Späße sie mit ihnen machen, spüre ich, dass man in der Türkei ein Herz für Kinder hat. Kids haben ihr eigenes Spezialitätenrestaurant, welches alles bietet was sie mögen: Spaghetti, Pizza und Pommes. Im Rixy Club haben sie eine Menge Spaß beim Spielen mit gleichaltrigen und gegen einen Aufpreis gibt es Babysitter für die kleinsten Erdbewohner.
Ob Disko, Schwimmbad mit riesigen bunten Rutschen oder ein toller Spielplatz - die süßen Sprösslinge nehmen das Rixos als Kinder-Paradies wahr. Als ich ins circa 22 Grad warme Meerwasser springe, stelle ich jedoch fest, dass es hier wichtig ist, dass die Kleinen Schwimmflügel tragen und Eltern auf ihre Liebsten achten. Denn es wird schnell richtig steil - mit einer Größe von 1,80 Meter konnte ich nach ein paar Schritten plötzlich nicht mehr gerade im Meer stehen.

„Schaut mal, ich habe 90 Prozent der Türkei gesehen, aber das hier ist für mich der allerschönste Platz"

Die Sonne scheint und wir haben Lust auf eine bleibende Erinnerung. Also schnappen wir uns den hauseigenen Profifotografen Korki, mit dem wir zwischen den Bildersessions äußerst interessante Gespräche führen. „ich war Ingenieur," berichtet uns der 38jährige. „Dann habe ich dieses Hotel gesehen und mich sofort in die Schönheit dieser Gegend verliebt. Da musste ich Fotograf werden um hier täglich arbeiten zu können. Schaut mal, wir sehen hier das Meer und überall drum herum wunderschöne grüne Hügel und eine tolle Palmenlandschaft. Welches Hotel bietet das sonst?" Wir finden es richtig süß, dass jemand, der diese Eindrücke täglich wahrnimmt, sich noch so dafür begeistern kann. Entzückt sind wir auch von den Bildern, die wir im Display sehen - Korki hat starke Ideen. Mit der Kamera in der Hand wandert er mit uns zur nächsten Location. „Hier ist der zweite Teil meines Studios" lacht der türkische junge Mann. Dann bleibt er stehen. Und schaut einfach nur nach gerade aus. „Seht ihr das? Weißer Sand. Schneeweißer puderweicher Strand." Wir befinden uns in einer der kleinen hoteleigenen Oasen. „Ich habe bestimmt schon 90 Prozent der Türkei gesehen, aber das hier ist der schönste Platz vom ganzen Land." Dann haben wir ja eine tolle Ecke gebucht, denken wir uns. Von Korki abgelichtet zu werden macht sogar meinen Süßen eine Menge Spaß, der ohne mich eher nicht auf die Idee gekommen wäre, sich im Urlaub zwei Stunden lang fotografieren zu lassen.

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„Frauen hatten in der Türkei noch vor den Deutschen das Wahlrecht"

„Wusstet Ihr, dass Frauen in der Türkei noch vor den Deutschen das Wahlrecht hatten?" fragt uns Korki, während wir auf eine kleine hoteleigene hügelige Insel zulaufen. Meinem Mann Pierre war bereits bewusst, dass unter der Regierung vom Staatsgründer Atatürk - der viel Gutes für das Land bewirkt hatte - auch für die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern gesorgt wurde. Ich bin positiv überrascht und berichte ihm, dass es unter türkischen Personen in Deutschland noch Zwangsehen gibt. „Hier im Westen kann man sich sogar problemlos scheiden lassen" berichtet er und erzählt von seiner russischen Exfrau. Mischehen oder Beziehungen zwischen Moslems und Christen wären hier auch in Ordnung. Mein Schatz und ich klettern nun auf die Felsen, welche zu Füssen der kleinen Insel liegen. „Vorsichtig bitte" ruft uns der Fotograf hinterher, während wir richtig fasziniert von dem schönen Ausblick auf die anderen Hügel und das türkisfarbige Meer sind. Jetskis rasen an uns vorbei und große Vögel fliegen über uns. Unter diesen herrlichen Umständen könnte man häufiger posieren.

„Canon ist männlich und stark - Nikon eher wie eine Frau"

Ich nehme mir vor, die Bilder von der Gegend mit meinen Augen zu machen und mir diese traumhaften Eindrücke dauerhaft zu merken. Denn bereits am ersten Tag geht das Kartenlesegerät meiner Nikon D70 kaputt, so dass ich nur wenige selbst erstellte Aufnahmen mit nach Hause nehmen kann. Korki berichtet, dass er ein Jahr eine Nikon hatte uns sonst immer mit Canon fotografierte. „Canon ist stark und männlich, macht nie Probleme. Nikon hatte jede Woche ihrer Wehwehchen, diese Marke ist eben so wie eine Frau," berichtet er scherzhaft. Die schönsten Fotos macht man sowieso mit dem Herzen, also atme ich tief durch und genieße die Palmenlandschaft intensiver, damit ich diese Erlebnisse in Erinnerung behalte. Die exotische Anlage erinnert mich teilweise an meinen schönen Bali Aufenthalt im September 2006. In der Hochsaison hat man hier lange heiße Sommertage.

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Der Gründer vom Rixos - geschäftstüchtig und mit einem guten Herzen

Wir laufen weiter zum Japanischen Restaurant, welches gleichzeitig eine große Dachterrasse darstellt. Es ist schön mit Pflanzen bewachsen und besitzt einen tollen Fischteich. Hier gibt es einen herrlichen Ausblick auf die gesamte Anlage. Während einer Fotopause erfahren wir, dass der Gründer der Hotelkette erst 38 Jahre alt ist und es praktisch vom „Tellerwäscher zum mehrfachen Millionär" geschafft hat. Trotz seines Erfolges ist er auf dem Boden geblieben. „Dieser Mann ist ein sehr guter Moslem, der gerne den Armen hilft und regelmäßig Familien einlädt, sie sich keinen Urlaub leisten können," berichtet mir der leidenschaftliche Fotograf. Hier in der westlichen Türkei werde ich wieder in meiner Meinung bestätigt: Wer seinen Glauben in Ausgeglichenheit, Nächstenliebe und Toleranz ausübt, den finde ich sympathisch und der trägt zum Wohl der Allgemeinheit bei. Außerdem fällt mir auf, dass es zahlreiche türkische Gäste hier im Hotel gibt - für sie ist Bodrum wie die Ostsee für die Deutschen. Ich beobachte, dass die weiblichen Besucherinnen aus der Türkei ihre schönen Haare alle sichtbar tragen.

Power und Rhythmus im Amphitheater

„Wer kommt aus England? Russland? Und aus Polen? Wie sieht es mit Dänemark aus? Deutschland???" ruft der charismatische Animateur in verschiedenen Sprachen abends fragend im Amphitheater. Das fröhliche Gegröle und Gekreische der einzelnen Nationen ist dynamisch - hier herrscht einfach Spaß. „Typisch Deutsch" flüstert mir mein Gatte lächelnd zu, als unsere Landsleute sich nur sehr dezent melden und nur ganz leise „hier" rufen. Engländer sind in diesem Hause am meisten vertreten. Es geht mit Mr. Producer weiter. Wahnsinn - die Show aus einer Mischung der besten Muscals wie Phontom der Oper, Mama Mia und Moulin Rouge ist absolut genial. Was für ein Sound. Was für eine Stimmung. Was für Kostüme. Perfekt. Zu guter Letzt heißt es „Tanzen" für das ganze Publikum während der türkische Animateur in seiner Landssprache singt. Coole Stimmung hier. Fast alle Gäste machen mit. Schade, dass Mr. Producer aufgrund des unbeständigen Wetters unsere einzige Show ist, die wir in unserem Urlaub sehen können.

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Hamam, Peeling und Massage im orientalischen Spa

„Schatz, wie wäre es mit der Cellulite Massage?" fragt mich mein Gatte scherzhaft, als wir uns das Angebot in der behaglichen Wellness Oase anschauen. Die hübsche Angestellte von der Spa-Rezeption lacht und erklärt mir, dass diese Behandlung einmal nichts bringt, man müsste sie circa zehn Mal durchführen. „Aber Sie brauchen das sowieso nicht" fügt sie diplomatisch hinzu. Mein Mann entscheidet sich für Hamam und ich wähle ein Ganzkörperpeeling mit Kristallen und Feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen. Anschließend werde ich noch eine Stunde massiert. Ich erinnere mich daran, dass in bisherigen Türkeiurlauben Damen weibliche Gäste massiert haben und Männer von Herren bearbeitet wurden. Also lasse ich meinen Bikini im Zimmer. Ein bisschen überrascht bin ich dann, dass es hier genau andersherum gehandhabt wird. Kein Problem, aber ein bisschen peinlich, als ich mit dem gut aussehenden, jungen und hoch gewachsenen Mann in einen kleinen Raum gehe. Kuschelmusik, Kerzen, toller Duft und ein extrem sanftes Auftragen des Peelings steht auf dem Programm. „Ein bisschen fester dürfe es sein, zum Streicheln habe ich meinen Mann" denke ich mir. Außerdem lenke ich mich damit ab, dass der Masseur ja den ganzen Tag unbekleidete Damen sieht. Danach heißt es Abduschen. Wow! Was ist meine Haut babyweich. Als es mit der richtigen Massage weiter geht, da denke ich gar nichts mehr und genieße nur noch. Meine Muskeln lockern sich und durch die gekonnten und festen Bewegungen werde ich komplett entspannt. Als ich den Hinweis erhalte, dass ich fertig bin, liege ich noch völlig bedudelt im Raum. „Elli, alles in Ordnung?" fragt mich der Masseur vorsichtig. Ja, alles bestens, die Massage war toll! Mit meinem Süßen sitze ich danach noch eine Weile im inspirierenden und Ruhe ausstrahlenden Spa.

Warum kann man nicht die Zeit anhalten?

Zahlreiche Sportangebote werden geboten - ich entscheide mich dazu, einmal Yoga mit zu machen. Das moderne und gut ausgestattete Fitnessstudio ist nichts für mich, da dies keinen Spaß macht. Yoga dagegen ist toll. Die frische Brise vom Wind, der Blick auf das Meer und die gekonnte Führung der professionellen Lehrerin. Gut durchblutet und erholte fühle ich mich danach.

Am letzten Tag sitzen wir auf den weichen hellblauen und grünen Kissen der Sofa-Ecke des schönen Balkons vor der Bar. Wir schauen auf die Bucht, welche von den grünen Hügeln sanft umrandet wird. Die Ruhe und Stille des bezaubernden Ortes nehmen wir wahr. Eine rote türkische Fahne, die auf der kleinen hoteleigenen Insel weht. Dann schauen wir auf das große Segelschiff und nehmen anschließend die vielen bunten Blumen und duftenden Rosen wahr. Herrlich. Es wird Abend. Der Himmel verändert sich in eine warme und atemberaubende Farbenpracht, welche sich alle paar Minuten wundervoll verändert. Warum kann man jetzt nicht die Zeit anhalten? Ich bediene mich noch einmal beim Nachmittagsbuffet und nehme mir köstliche Kokosgebäcke und grünes Baklawa mit Pistazien. Diesmal ist es kein reines Genussessen. Auch Frust. Denn unser Wecker geht am nächsten Morgen um circa drei Uhr. Ich möchte mit meinem geliebten Schatz noch länger hier bleiben! Schön, dass wir dank Korki tolle Bilder haben - damit werden wir unser Haus in Deutschland verschönern und diese Momente immer wieder für ein paar Augenblicke herholen. Und dann sind wir in Gedanken wieder in Bodrum.

Hier geht es zur Internetseite des Hotels:

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Auf Rügen zeigt sich Deutschland von seiner Schokoladenseite


Autorin: Elischeba Wilde
Von September 2009
Fotografen: Elischeba Wilde, Rügenpresse,
Cliff Hotel und privat.  

Einmal Rügen - immer wieder Rügen. Das Eiland fasziniert Urlauber aus ganz Deutschland. Nach zwei Tagen zieht uns die Insel sogar bei Dauerregen in den Bann. Das chice Cliff Hotel ist auch für schlechtes Wetter mit tollen Wellness Angeboten bestens gerüstet. Spätestens als wir abends auf die romantisch beleuchtete Seebrücke zugehen sagen auch wir: „Rügen, wir kommen wieder!" Am dritten Tag lockt die Ostsee mit Sonne - wir sind so verzaubert, dass wir unseren Kurztrip spontan verlängern.

Auf der Rügenbrücke fängt der Urlaub an

„Muss man eigentlich mit einer Fähre nach Rügen fahren?" frage ich meinen Mann auf der Hinfahrt. „Nein, seit einigen Jahren nicht mehr," lächelt er. Als wir nach circa sechs Autostunden Mecklenburg-Vorpommern erreichen, verändert sich auch die Landschaft. Anders. Sie ist einfach ein bisschen anders. Goldiger, rauer und einfach sehr interessant. „Schau, das Grün hat unterschiedliche Schattierungen als bei uns in Nordrhein-Westfalen," stelle ich bei dem Blick aus dem Fenster fest. Doch das Highlight steht uns noch bevor. Der Moment, als wir die Rügenbrücke überqueren. Wow! Für einen Moment schäme ich mich. Ich habe bereits die Traumstände von den Seychellen, den Malediven, Thailand und Jamaika erkundet. Warum hat es mir bis jetzt gereicht, Deutschlands mediterrane Seite nur auf Fotos zu bewundern?

Autofahren will hier gelernt sein

„Mausi, was bin ich froh, dass Du hier fährst," stelle ich auf der Insel fest. Mein Mann lacht. Er liebt diese romantischen schmalen Alleen. „Na, es ist auch besser so, wenn wir nicht bald ein paar Erinnerungsmuster auf dem Auto haben möchten," antwortet er mir. Wir sind auf dem Weg zum Seebad Sellin und wollen das Cliff Hotel erreichen. Die gute Küche des Hauses wurde uns von einem Bekannten wärmstens empfohlen - da wir feines Essen lieben freuen wir uns bereits. Der Badeort ist Ende des 19. Jahrhunderts am langen feinsandigen Sandstrand entstanden und erfreut Besucher mit schönen Strandpromenaden. Mir fallen einige weiße Villen in sommerlicher und mediterraner Bauweise auf. Jedoch kann ich nach der langen Autofahrt absolut nicht mehr still sitzen und empfinde es für einen Moment als unangenehm, dass wir direkt für den Anreisetag Karten für die abendlichen Störtebeker Festspiele haben. Lieber würde ich am schönen Hotelstrand entlang laufen.

Störtebeker - Piratenfeeling und Gänsehaut garantiert

Sobald ich mit meinem Schatz in der ersten Reihe sitze und sich Rauch auf der Freilichtbühne bildet, ändere ich meine Meinung. Wie alle anderen Gäste hier wärmen wir uns am vierten Septembertag mit Winterjacken, Decken und Pullovern - abends kann es auf Rügen schnell richtig kalt werden. Die Kulisse ist atemberaubend. Die Kostüme beeindruckend. Der Sound großartig. Die Musik mitreißend. Ich bin schnell entspannt und genieße den wunderbaren Abend.

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Die Story beginnt im Jahr 1395 und erzählt eine Episode aus der Lebensgeschichte des Piraten Klaus Störtebeker, der tatsächlich aus Rügen stammte. Da er viel für die Armen getan hat wird er in der Ostsee als Volksheld gefeiert. Ob „Störtebeker Bier" oder „Störtebeker Pension" - überall begegnet der Urlauber dieser historischen Persönlichkeit, die häufig mit Robin Hood in Verbindung gebracht wird. So toll die Aufführung auch gemacht ist, so wird zumindest indirekt daran erinnert, wie grausam das Leben im Mittelalter gewesen ist. Auch das Leid der Templer und die Suche nach dem Schatz ist Teil der Geschichte. Ein wenig erschreckend wird gezeigt, dass es den Menschen auch damals schon um Macht und Geld ging. Jedem Gast wird deutlich, wie viel Blutschuld die Christenheit im Namen der Religion auf sich geladen hat. Viele Persönlichkeiten, die aus dem Geschichtsunterricht bekannt sind, werden beeindruckend dargestellt. Im Hintergrund kreuzen historische Hanse-Koggen durch das Hafenbecken von Ralswiek. Zuletzt gibt es ein gigantisches Feuerwerk über der Freilichtbühne und dem Meer zu sehen. Wow! Ich fühle mich wie bei meinen letzten Silvesternächten. Nein, noch besser! Wie an einem romantischen und unvergesslichen Rügenabend. Ein toller Start für unseren Urlaub.

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„Mmm............sind die lecker!"

Was für ein Pech. Der erste Morgen auf Rügen beginnt mit starkem Dauerregen. Wir hören den pfeifenden Wind lautstark in unserem komfortablen Seeblickzimmer zischen. Ein wenig enttäuscht trage ich einen warmen Pullover anstelle eines luftigen Sommerkleides. Für bessere Laune sorgt das reichhaltige Frühstücksbuffet. „Mmm............sind die lecker" schwärmt mein Mann mit geschlossenen Augen. Gerade hat er warme Mini-Germknödel mit Aprikosenfüllung probiert. Er hätte sie schon häufiger gegessen, aber sie wären noch nie so gut gewesen wie hier im Cliff Hotel, gibt er mir zu verstehen. Mir gibt das cremige Birchler Müsli mit Weintrauben und gehackten Nüssen neue Power. Auch von den Fischspezialitäten bin ich begeistert und schlage zu. Wir staunen über die vielen verschiedenen Brotsorten, die alle sehr detailliert beschrieben werden. Hausgemachte Wurst mit frischen Kräutern gibt es ebenfalls in diversen Variationen. Eine liebevoll gestaltete Morgenpost bringt Vorfreude auf Veranstaltungen des Hauses. So könnte man täglich den Tag beginnen. Für Regentage bietet das Cliff Hotel ein wenig Trost: Eine behagliche Wellnessanlage lockt mit Erholung. Von der Größe des Hallenbades sind wir begeistert - als wir anschließend vom Dampfbad zur Kräutersauna gehen, haben wir das schlechte Wetter fast vergessen. Für 12 Euro pro Person kann man sogar eine halbstündige Sitzung buchen, die als Sonnenersatz gilt: In einem saunaähnlichen Raum schaut der Tourist regelmäßig in heilendes Licht welches stimmungsaufhellend wirkt. Toll, dass jeder Gast kuschelig-weiße Bademäntel im Zimmer hängen hat, mit denen die meisten Besucher direkt leger in die Sauna laufen. Hoteldirektor Peter Schwarz liebt jedoch auch das ungemütliche Wetter auf Rügen. „Wenn es regnet hat man den Strand für sich ganz alleine und die Luft ist wunderbar frisch," findet er.

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Xing Business Treffen auf der Seebrücke

Am Abend sind wir mit einigen Rügender Geschäftsleuten und Freiberuflern auf der Seebrücke verabredet. Und diese sorgt für einen enormen „Wow-Effekt." Romantisch und märchenhaft wirkt sie im Licht des Vollmondes, der sich auf dem Meer glitzernd spiegelt. Wie ein kleines Schloss auf dem Meer. Als ich mit meinen Abätzen die extrem steilen und glitschig-nassen Stufen der langen Treppe hinuntergehen möchte, fürchtet es mich kurz. Ich halte mich gut am Rand fest und halte zwischendurch immer wieder kurz inne um den bezaubernden Ausblick zu genießen. „Das Wahrzeichen Rügens - es wirkt einfach viel beeindruckender als auf allen Fotos die ich gesehen habe," fügt mein Gatte hinzu. Bereits im Jahr 1906 ist eine erste Seebrücke in Sellin entstanden, die nach einem Brand des Brückenkopfes im Jahre 1925 neu entstand. Leider wurde die Bausubstanz des Gebäudes während der Zeit der DDR vernachlässigt, so dass der marode Brückenkopf 1978 samt Aufbauten abgerissen werden musste.

Toll, dass im August 1992 nach der Wende der Wiederaufbau stattfand. Ich habe Bilder von der chicen Brücke vom Jahr 1906 und 1925 gesehen und finde es beeindruckend, wie sehr man sich daran circa neunzig Jahre später orientiert hat. Wir gehen auf dem Steg Richtung Restaurant welches sich mitten auf dem Meer wie eine kleine Insel befindet. Was ist das gemütlich hier drinnen, denke ich mir, während mein Schatz mich auf ein inhaltreiches Aquarium aufmerksam macht. Als amtierende Mrs. Germany werde ich von Herrn Ulrich Pommerenke mit einer Rede empfangen - noch werde ich von den Gästen des Xing Business Treffens ein wenig kritisch angeschaut. Doch spätestens als ich später im Interview zu Wort komme und erzähle, wie mein Mann mir über den Wolken auf dem Weg nach Amerika einen romantischen Heiratsantrag gemacht hat, ist das Eis gebrochen. Ich lerne interessante Menschen kennen - so zum Beispiel Ralf Eppinger aus Bonn, der hier ein paar Ferienwohnungen betreibt. Später setzt sich Dr. Ralf Marius Bittner neben mich an den Tisch und fragt mich, ob er meinem Mann und mir eine wunderbare Energiequelle Rügens näher bringen darf.

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Der Friedensberg - ein Ort voller Inspirationen, Entspannung und Einheit mit der Natur

Bereits am nächsten Morgen befinden wir uns mit dem Wahlrügender auf einem wunderschönen kleinen Berg auf Sellin. „Gott spricht mit uns durch die Schönheit der Natur," findet der Individualist. Das Wetter ist äußerst ungemütlich - normalerweise schickt man bei diesem Dauerregen keinen Hund vor die Tür - doch dieser Ort der Kraft zieht uns magisch an und wir wollen bleiben. Ich sehe bei meinem Rundgang ständig Schnecken - selten habe ich so viele auf einmal entdeckt. „Könnte das ein Zeichen dafür sein, dass Du alles ruhig mal ein bisschen langsamer angehen solltest, Elischeba?" fragt mich der Wissenschaftler. Ja, ich fühle mich ertappt. Als die Schnecken, die ich anfangs unten am Baum gesehen habe, später viel weiter oben sind, erklärt er mir, dass man auch mit weniger Tempo seine Ziele erreicht. Recht hat er - in der Ruhe liegt die Kraft und ich nehme mir die Botschaften der Natur an. Zumindest versuche ich es. Interessant ist, dass Dr. Bittner hier zuvor noch nie Schnecken gesehen hat - obwohl er den Friedensberg sehr häufig mit seinen Gästen besucht. Auf die Frage nach seiner Konfession antwortet er mir, dass er einfach Gott im Mittelpunkt seines Lebens hat. Außerdem kennt er sich erstaunlich gut in der Bibel aus - auch wenn wir manches anders sehen als er, so freuen wir uns über anregende Gespräche. Mittags speisen wir auf der Seebrücke und sind begeistert von der guten Qualität und Frische unseres Gerichtes, der Gemütlichkeit des Hauses und dem fantastischen Blick auf das tiefblaue Meer von allen Seiten. Die Köstlichkeiten sind nicht so teuer wie ich angenommen hätte - jeder von uns liegt mit Getränk unter 20 Euro.

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Tagestrip nach Sassnitz - die Heimat der berühmten Kreidefelsen

Rügen ist sogar im Regen schön. Doch als die Sonne vom Himmel lacht und die Wolken vertreibt, da müssen wir unsere Kurzreise einfach spontan um einen Tag verlängern. Es geht mit dem Auto durch viele schöne Alleen und landschaftlich nette Gegenden zum staatlich anerkannten Erholungsort Sassnitz. Auf dem Weg stellen wir fest, dass Rügenurlaub nicht teuer sein muss. Überall locken Ferienwohnungen und Pensionen mit sensationellen Preisen. Da die schönsten Bleiben in der Hochsaison jedoch häufig ausgebucht sind, lohnt es sich seinen Urlaub früh zu buchen. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in Sellin und Sassnitz zahlreiche - außerdem locken viele kleine und gemütliche Restaurants teilweise mit einem guten Preisleistungsverhältnis. Mittags sollte jedoch bedacht werden, dass viele Gasthäuser zwischen 14 und 18 Uhr geschlossen haben. Nach einer knappen Stunde erreichen wir den Hafen. Von hier aus steuern Schiffe nach Schweden, Dänemark, Finnland, Russland oder ins Baltikum. Der Fährhafen Sassnitz verfügt als einziger Hafenstandort Westeuropas über Gleis- und Umschlaganlagen für Eisenbahnwaggons der russischen Breitspur. Deswegen ist  er auch als "westlichster Cargo-Bahnhof der Transsibirischen Eisenbahn" bekannt. Etwas unheimlich finden wir das düstere U-boot welches in Kriegszeiten in 300 Meter Tiefe zum Einsatz kam. Heute können Gäste reinklettern um dieses als Museum zu besichtigen. Es ist auch möglich sich die Schlafkabinen der Soldaten anzuschauen.

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„Beim nächsten Mal empfehle ich Ihnen die Seniorenportion"

Mittagszeit bringt Hunger mit sich - schön, dass wir von einem Bekannten einen tollen Restauranttipp bekommen haben, nämlich das „Gastmahl des Meeres." Da wir dieses nicht sofort finden, fragen wir eine freundliche Verkäuferin eines Souvenirstandes um Hilfe. Nachdem sie uns den Weg erklärt berichtet sie uns, dass dieses Restaurant bereits zu DDR Zeiten ein absolutes Highlight gewesen ist und dass es auch im Winter immer voll wäre. Gespannt treten wir ein wenig später ein und fühlen uns in dem stilvollen blau-weißen Häuschen mit mediterraner Hafenatmosphäre sofort pudelwohl. Die Preise überraschen uns - denn sie sind erstaunlich günstig. Da ich Spaß am Probieren von unbekannten Zusammenstelllungen habe, bestelle ich mir ein Zanderfilet auf Sanddorn-Wirsing mit einem Kartoffel-Oliven-Spieß. Mein Schatz wählt eine Sprottenpfanne mit Bratkartoffeln. Vorher teilen wir uns eine Fischsuppe. Obwohl wir beide gute Esser sind müssen wir am Schluss richtig stopfen. Damit der Fisch nicht umsonst gestoben ist, esse ich ihn zuerst und lasse lieber zwei, drei Kartoffeln liegen. Doch auch dies mache ich nicht gerne und sage der Kellnerin, dass es absolut köstlich war - nur ein bisschen zu viel. „Beim nächsten Mal können Sie eine Seniorenportion bestellen," entgegnet sie mir lächelnd. Dann erklärt sie mir, dass diese nur 75 Prozent der Menge enthält. „Na für Dich nennen wir das lieber Girlie-Portion," entgegnet mein Schatz mit einem Augenzwinkern. Gestärkt machen wir uns auf dem Weg zurück zum Hafen und erwerben uns Karten für die Binz bei der Ticketverkäuferin. Es handelt sich um ein Schiff welches diverse Touren auf der Ostsee anbietet. Wir entscheiden uns für die Kreidefelsenrundfahrt um 15 Uhr.

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Massenauflauf und Stehplätze

Pünktlich kommt die Binz an unserem Anlegeplatz an. Allerdings bin ich ziemlich erstaunt, dass sich einige der Gäste auf dem Schiff gerade noch ein großes Mahl bestellt haben. Sie müssen doch sowieso jetzt aussteigen und für uns Platz machen, denke ich mir. Falsch überlegt - die bleiben alle drauf. Diese haben nämlich die Vierstundenfahrt gebucht und kommen nun aus Sellin und möchten ebenfalls die Kreidefelsen sehen. Einen Sitzplatz kann also niemand von uns für die eineinviertelstündige Fahrt ergattern, dafür aber ein bisschen Quetschen und einen guten Stehplatz. Der Kapitän lächelt mich freundlich an und zeigt mir eine Stelle von der ich mehr sehen kann - um schönere Fotos zu machen. Klasse, da habe ich auch genug Platz und muss nicht mit fremden Leuten kuscheln. Die beeindruckenden Kreidefelsen befinden sich auf der Nachmittagsfahrt komplett im Schatten. Dazu kommt starkes Gegenlicht - keine idealen Bedingungen für optimale Bilder. Der Kapitän empfiehlt mir beim nächsten Mal die Morgenfahrt mitzumachen. Dann hätte ich ein traumhaftes Licht und würde die Kreidefelsen von der Sonne angestrahlt bewundern können.

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Haus mit Geschichte

Jeden Abend genießen wir in unserem stilvollen Hotel das hochwertige Dreigang-Abendmenü welches jeweils ein Fisch oder Fleischgericht als Hauptgang zur Auswahl hat. Insgesamt sitzen wir täglich circa zwei Stunden am Tisch und genießen die behagliche Zweisamkeit. Bei persönlichen Wünschen kommen die freundlichen Angestellten des Hauses ihren Gästen sehr entgegen. Mit einem hoch gewachsenen Oberkellner kommen wir beim Dinner näher ins Gespräch und unterhalten uns über die Geschichte des Cliffs Hotels. Mir wird ein bisschen anders, als ich erfahre, dass die Anlage zu DDR Zeiten ausschließlich führenden Parteifunktionären diente und für normale Bürger nicht zugänglich gewesen ist. Doch wird mir schnell bewusst, dass dies lange her ist und nun von einem komplett neuen und recht jungen Management geführt wird. Es gibt für Interessenten noch einen Raum der genauso gelassen wurde wie damals vor der Wende. „Dieser Raum der Erinnerungen riecht noch förmlich nach Osten," werden wir von unserem Gesprächspartner aufgeklärt.

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„Mausi, Du hast noch eine Qualle am Rücken kleben!"

Unser Abreisetag verwöhnt uns noch einmal mit 29 Grad Sonne und einem wolkenlosen Himmel. Nachdem wir auf der Terrasse frühstücken springen wir ins Meer. Was sich erst als kleiner Kälteschock darstellt wird nach der Gewöhnung zur angenehmen Erfrischung. Die Ostsee misst Anfang September circa 16 bis 19 Grad. Wir sind weit und breit die einzigen Menschen im Meer. Die vielen Strandwanderer schauen uns ein wenig verwundert an. „Findest Du auch, dass das Wasser weniger salzhaltig ist als im roten Meer oder am indischen Ozean?" fragt mich mein Schatz. Ja, das habe ich auch schon gemerkt. Außerdem patschen wir mit Händen und Füssen ständig versehentlich in die vielen unschädlichen Quallen rein. Leider werden viele von ihnen an den Strand gespült und verenden dort. Es wird nach 20 Minuten Zeit wieder an Land zu gehen. „Hey, warte mal! Du hast noch eine Qualle am Rücken kleben!" ruft mein Partner, während ich vor ihm zum weißen Sandstrand laufe. „Ihhh......mach die weg!" kreische ich zurück. Er küsst mich auf den Rücken und beruhigt mich, dass das nur ein kleiner Scherz gewesen ist.

Preisschock am Obststand und trauriger Abschied

500 Meter vom Hotel entfernt möchten wir zum Schluss noch ein bisschen Frisches am Obst- und Gemüsestand für die nächsten Tage zu Hause in Nordrhein-Westfalen einkaufen. Es wird mit tollen Angeboten gelockt: Ab sechs Nektarinen eine gratis. Wir lassen uns ein paar eintüten und nehmen auch noch von anderen Früchten. „29,90 Euro bitte," heißt es dann. „Was war denn davon so teuer?" frage ich meinen Gatten leise. „Das kann ich Ihnen sagen, was davon so teuer war," entgegnet uns die Marktfrau scharf. Wir hätten auch das „Kleingedruckte" lesen sollen: Für ein Kilo Nektarinen muss man hier circa acht Euro hinlegen. Die gleiche Qualität gibt es im nahe liegenden Edeka für weniger als 1,50 Euro. Fürs nächste Mal weiß man Bescheid.  Auf der Rückfahrt sage ich meinem Schatz Pierre, dass ich beim nächsten Besuch gerne an der anderen Seite von Rügen übernachten möchte. Einfach um mal etwas anderes zu sehen und zu probieren. „Ob dort ein Hotel so eine gute Küche hat wie das Cliff?" fragt er mich. Darüber müssen wir noch mal reden. In einer Sache sind wir jedoch einig: Wir werden wieder kommen! Rügen - Du hast uns verzaubert.

Kontaktdaten zum Hotel:

Privathotels Dr. Lohbeck GmbH & Co.KG
Cliff Hotel Rügen
Siedlung am Wald 22 a
18586 Ostseebad Sellin

Telefon: +49 3 83 03 - 82 14
Telefax: +49 3 83 03 - 84 90

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
Internet: http://www.cliff-hotel.de

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Gran Canaria - die Insel der unbegrenzten Möglichkeiten

Gran Canaria - die Insel der unbegrenzten Möglichkeiten

Autorin und Fotografin: Elischeba Wilde
Die Reportage ist im SeaStar Magazin erschienen.
Von Juni 2007

 

Ein gemäßigtes Klima das ganze Jahr hindurch, eine moderne Infrastruktur und interessante Wracktauchgänge sowie tolle Fischschwärme – das sind längst nicht alle Vorzüge der abwechslungsreichen Insel. Neben diesen Attributen wird für den gestressten Urlauber durch die Thalassotherapie eine Alternative zum konventionellen Tourismus geboten. Doch der imposante Landschaftskontrast und die Vielfältigkeit ist ihr größter Reichtum.

Circa 750.000 Menschen leben auf der Insel vulkanischen Ursprungs. Als drittgrößte der Kanarischen Inseln ist Gran Canaria knapp 200 Kilometer vom afrikanischen Festland entfernt. Die Vielfalt des Eilandes reicht von schönen Sandstränden mit herrlichen Dünenlandschaften bis hin zu fast 2000 Meter hohen Gebirgsmassiven im Zentrum der Insel.

Nach unserer Ankunft spüren wir die wohltuende Sonne auf unserer Haut, die hier das ganze Jahr mit einem milden und angenehmen Klima Gran Canaria Besucher verwöhnt. Der stets leichte und frische Wind ist auch im Sommer vorhanden – nun, man nennt Gran Canaria nicht umsonst „Insel des ewigen Frühlings“.

Piratenschiffe und spektakulärer Atlantik-Blick

Ein Highlight liegt noch vor uns, als wir in die Richtung Puerto Rico gefahren werden. Im Südwesten der Insel angekommen, fällt den Gästen die Lebendigkeit des quirligen Ortes auf. Überall ankern Jachten und Ausflugsboote – teilweise erinnern sie an Requisiten aus Piratenfilmen. Beim Näherkommen stellen wir tatsächlich fest, dass das Personal der uralten Schiffe teilweise als Freibeuter verkleidet ist – das ideale Fotomotiv. Zahlreiche Shops, Bars, Kneipen, internationale Restaurants und mehrere Einkaufszentren garantieren, dass die Bedürfnisse der Gäste rundum gedeckt werden. Kinderfreundlichkeit wird hier großgeschrieben, der Ort ist bekannt als Anziehungspunkt für Familien.

Thalasso – Stress gehört zur Vergangenheit

Oberhalb des Ortes Puerto Rico, in direkter Hanglage, haben wir unsere Bleibe für die nächsten Tage gefunden. Der spektakuläre Blick auf den Atlantik lässt uns erst einmal innehalten. Richtig cool finden wir den gläsernen Panoramafahrstuhl – so genießen wir einen genialen Blick aufs Meer während wir von der Strandpromenade von Amadores aus zu unserer Suite fahren. Erholung steht für viele Gäste im Urlaub an erster Stelle. Gegen gesundheitsschädlichen Stress lässt man sich hier etwas Besonderes einfallen: Ein 2.500 m² großes Thalassotherapie-Zentrum im Hotel, das zu den modernsten in Europa zählt. Ein richtiges Paradies für Wellness-Liebhaber. Das möchten wir am nächsten Tag auch genießen und buchen das Programm beim Spa-Team. Zuerst werden wir knapp zwei Stunden im 37 Grad warmen Wasser mit wertvollen Nährstoffen wie Jod, Schwefel, Kalzium und Magnesium versorgt, die durch die Wärme sofort aufgenommen werden. Der Whirlpooleffekt in diesem Zirkelbad mit Meerblick verstärkt unseren Hochgenuss. Einige Gäste nutzen die Thalassotherapie auch zur Linderung von Rheuma und anderen Erkrankungen. Um uns herum erholen sich Urlauber, die genau wie wir schnell und effektiv entspannen wollen. Danach erhalten wir eine wohltuende Algenganzkörperpackung und abschließend steht eine traumhafte Massage auf dem Programm. Einfach fantastisch, dass hier ausschließlich die natürlichen Ressourcen des Meeres genutzt werden. Ein wenig belämmert vom genussvollen Erlebnis legen wir uns auf die Terasse unserer großzügigen Suite und genießen einfach nur den Moment.

Puerto de Mogán – das „Klein Venedig“ von Gran Canaria

Zehn Minuten Autofahrt von Puerto Rico entfernt befindet sich der charmante und ursprüngliche Fischerort Puerto de Mogán. Doch auch hier heißt es wieder, dass der Weg das Ziel ist. Von der Straße aus bewundern wir grandiose Steilküsten, bis wir den gepflegten Ort mit zahlreichen Restaurants und Terrassen erreichen, die für besonders frischen und guten Fisch aus der Zone bekannt sind. Aus dem Auto ausgestiegen, schließe ich die Augen und nehme einen angenehmen Duft von Kiefern wahr. Die UNESCO hat das Mikroklima von Mogán als das beste Klima weltweit ausgezeichnet. Sobald ich meine Augen wieder öffne, verstehe ich, warum der hübsche Ort mit seinen farbenfrohen Häusern den Beinamen „Klein Venedig“ trägt. Denn das Urlaubsparadies besticht durch seine vielen bezaubernden Brücken, die mit Laternen geschmückt und mit einer wahren Blütenpracht bewachsen sind.

In dieser schönen Stadt haben wir eine U-bootfahrt geplant. Doch der Trip in die Tiefen des Ozeans hat auch einen Ohrwurm zur Folge: Mir geht permanent das Lied “Yellow submarine” von den Beatles durch den Kopf. Nun, ich befinde mich in einem großen gelb-leuchtenden U-Boot. Mit mir tauchen eine Menge fröhlich kreischender Kinder ab. Außerdem ein paar Gäste, die auf trockenem Wege einen Eindruck von der Unterwasserwelt bekommen möchten. Langsam steigt das Wasser an den Fenstern des Bootes und die ersten Fische erfreuen die Herzen der Touristen. Auf circa 20 Metern wächst die Begeisterung und die Geräuschkulisse der Urlauber. Das liegt nicht am alten Wrack allein, das nun ins Blickfeld gerät und das bei einer erstaunlich guten Sicht betrachtet werden kann.

Ein Wrack für Taucher und Wasserscheue zugleich

Die Kinder entdecken ihre Väter, die gerade um das versunkene Schiff herum tauchen. Dahinter steckt eine Idee von Atlantik Diving. Daniel Rodrieguez, Inhaber der Basis, die direkt am Yachthafen von Mogán liegt, erklärt Familien vor dem Tauchgang, dass sich Wasserscheue nicht langweiligen brauchen, wenn der Rest der Bande das Meer unsicher macht. „Ihr könnt vom U-Boot aus den Papa sehen“, verkündet er den Kleinen, die mit großen Augen neugierig schauen. Diese Idee wird mit großer Begeisterung angenommen. Am Tauchplatz Mogán liegen zwei Wracks auf dem Meeresboden. Das zweite Wrack ist das ältere von beiden und bereits durch schwere Stürme stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die "Alegranza", auch ein Fischtrawler, liegt cirka 60 Meter vom ersten Wrack entfernt und beide können in einem Tauchgang gesichtet werden. Fische verschiedenster Couleur die sich im versunkenen Schiff tummeln, runden das Erlebnis ab. Da alle Tauchplätze mit dem Schlauchboot in kleinen Gruppen angefahren werden, muss der Taucher teilweise mit mehr Seegang rechnen.

Die Tauchschule Atlantik Diving ist am Drei-Sterne-Hotel Club de Mar angeschlossen, doch Neoprenfans vom gesamten Umfeld kommen hier her – selbst vom Nachbarort Puerto Rico. Die Basis bietet einen professionellen Service und hat sich damit in dieser Gegend einen Namen gemacht.

Mit besonders großer Leidenschaft bereitet Daniel Rodrieguez mit seinem Team regelmäßig Fotowettbewerbe vor und zeigt uns begeistert ein paar Aufnahmen. Dafür werden vier Tauchplätze ausgewählt, die ein repräsentativer Querschnitt der Spots vor Ort sind.

Nachdem wir noch durch einen lebhaften Markt mit toller Handarbeit und indianischen Schmuckstücken laufen, machen wir uns auf den Weg zum Vier-Sterne-Superior Hotel Cordial Mogán Playa.

Dschungellandschaft und eine hervorragende Küche im Cordial Mogán Playa

Unsere luxuriöse Bleibe für die nächsten Tage bezaubert die Gäste sofort mit einer Architektur im Stil eines original kanarischen Dorfes. Trotz der teilweise etwas kargen Kanarenlandschaft haben wir hier das angenehme Gefühl im Urwald angekommen zu sein. Dafür sorgt ein großer subtropischer Garten – hier wachsen Bananen und sämtliche farbenprächtigen exotische Pflanzen. Die Sandimitate an der malerischen Poollandschaft laden zum Erholen und Entspannen ein. Und auch hier wird wieder Wellness satt geboten – ob Aromatherapie, Shiatsu oder Fango- und Algenwickel – es gibt eine Vielzahl von Beauty-Anwendungen für noch mehr Lebensfreude. Spätestens beim reichhaltigen Abendbuffet sind wir uns einig: Wir sind im besten Hotel vom ganzen Ort. Die vielen Stammgäste bestätigen unser Urteil.

Die Rocky Mountains der Kanareninsel

Doch so schön diese Touristenecke auch ist – wir möchten auf eigene Faust auch mal das „ursprüngliche“ Gran Canaria entdecken. Mit dem Mietwagen und der Landkarte in der Hand geht es los. Schnell verstehen wir, warum Reiseführer Touren für Individualisten dieser Art nur für sehr sichere und geübte Autofahrer empfehlen. Die Kilometerentfernung steht nicht auf den Straßenschildern, den Gegenverkehr kann man vor den vielen extrem engen Kurven nicht sehen und es geht teilweise sehr stark bergauf. Doch die hohen mächtigen Felsen aus dunklem Gestein mit den mind- und alabasterfarbenen Sandstellen entschädigen uns für die engen Straßen. Als wir im Ort „Mojones“ ankommen, erhalten wir unsere Belohnung: Wir fühlen uns wie in den Rocky Mountains – nur der Bär fehlt noch, der plötzlich aus dem dichten Wald kommt. Niemals hätten wir auf Gran Canaria mit so viel Grün gerechnet, noch dazu liegt ein sehr intensiver und angenehmer Duft von Pinienwäldern in der Luft. Auf der Rückfahrt sind wir froh, dass wir zum Abschluss auch einen anderen Teil der Kanareninsel kennengelernt haben, den reine Strandurlauber leider nie erleben werden.

Kontaktadressen:

U-Boot fahren:
Yellow Submarine
Local 389 – Tel: 00-34-928565108
Puerto de Mogán
Gran Canaria

Hotels auf Gran Canaria:

Hotel Cordial Mogán Playa
Avda. de Canarias
35138 – Playa de Mogán
Gran Canaria
Tel: 00-34-928724100
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
http://www.cordialcanarias.com

Hotel Gloria Palace Amadores
Avda. de la Cornisa s/n
35139 - Puerto Rico - Mogán - Gran Canaria
Tel: 00-34-928128505
Fax: 00-34-928128 517
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
http://www.hotelgloriapalace.com

Sonstiges:

Das Gloria Palace Amadores und das Cordial Mogán Playa sind Partnerhotels der internationalen Hotelmarketing-Vereinigung The Spa Collection Hotels & Resorts. Die attraktiven Vier- und Fünf-Sterne-Hotels befinden sich in den schönsten Ferienregionen Deutschlands, Österreichs, Italiens, Spaniens und der USA. Weitere Informationen gibt es unter http://www.spa-collection.info

Kontakt zur Tauchschule:

Atlantik Diving
Hotel Club de Mar
35138 Puerto de Mogán
Gran Canaria Spanien
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
http://www.clubdemar.com

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