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Amerika

New York City, Ausflüge, Tipps, Hinweise

 

Zeitpunkt der Reise: 9. bis 16. Juni 2010
Unterkunft: Privat, bei Freunden in New Jersey
Autorin: Elischeba Wilde
Fotografen: Elischeba Wilde (15 Fotos), Pierre Wilde (2 Fotos), Meilin Rohrer (1 Foto) Janusz Schnura (2 Fotos) und Remi Cassini (5 Fotos)

Wie wäre ein Trip in eine Stadt, die niemals schläft? New York bietet Sehenswürdigkeiten und Attraktionen für jeden Geschmack: Grüne Ecken, Museen, Theater, internationale Restaurants, Nachtleben und avantgardistische Gebäude. Gewaltige Hochhäuser, die jede Ecke Deutschlands unscheinbar und klein erscheinen lassen.

ausblick
New York ist die Stadt der Gegensätze - das trifft auch auf die Shoppingmöglichkeiten zu: Es gibt alles im Superlativ. Exklusiv, extravagant und ausgefallen. Andererseits wird viel Ramsch geboten. Betuchte und Schnäppchenjäger kommen beide auf ihre Kosten. Man kann richtig teuer, aber auch total billig einkaufen gehen.

Fast Food für wenig Geld gibt es an nahezu jeder Ecke zu erwerben. Hot Dogs sind besonders beliebt und werden am Straßenrand für circa 2,50 Dollar angeboten. Andererseits boomen ökologische Einkaufszentren, Vitamin-Drinks, Mineralstofftabletten und Bio-Restaurants.

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Big Apple bietet zahlreiche religiöse Gemeinschaften und internationale Einwohner. Ob Homosexuelle, Künstler, Welt-Stars, Multimillionäre oder Politiker - hier sind sie alle versammelt.

Gibt es in New York etwas, was es nicht gibt? Irgendwelche Defizite? Ich habe nichts dergleichen entdeckt. In schönen Natur-Parks wird sogar Erholung und Ruhe geboten. Mitten drin - in der Metropolregion. Wer hätte das gedacht?

brooklynausblick
Nach meiner einwöchigen Tour möchte ich Ihnen ein paar Tipps mit auf den Weg geben:

1. Stadtrundfahrten mit dem Doppeldeckerbus

Wir entscheiden uns für eine bequeme Art, New York zu entdecken: Für 54 Dollar pro Kopf können wir drei verschiedene Fahrten von jeweils circa zwei Stunden Länge antreten: Downtown, Brooklyn und eine Nacht-Tour. Toll: Unser Ticket ist zwei volle Tage gültig.

Lieber im Bus sitzen bleiben

Aber Vorsicht: Zwischendurch aussteigen und mit dem nächsten Bus weiter fahren klappt bei den Tagesfahrten häufig nur in der Theorie. Vor dem Woolworth Building steigen wir aus, sehen uns ein bisschen um und fügen uns in die Warteschlange ein, die auf den nächsten Bus wartet.

Problem: Die Länge der anstehenden Menschenkette geht irgendwann über eine halbe Straße. Zwar kommen Busse vorbei, aber die sind brechend voll mit Gästen, die gerne sitzen bleiben möchten. Eine gute Entscheidung! Die meisten Urlauber der Warteschlange winken nach einer knappen Stunde verärgert ein Taxi herbei. Schade ums verschenkte Geld. Auch wir entscheiden uns dafür, mit der U-Bahn (Subway) zum Ausgangspunkt zurück zu fahren.

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Ein Muss: Die Nachtfahrt

Von dort aus starten wir die Nachtfahrt - diese Tour dürfen wir mit unserem Ticket, das wir die gesamten 48 Stunden gut aufbewahren, ebenfalls mit machen. Wow - das ist ein komplett anderes Feeling, als die Weltstadt an der Ostküste tagsüber zu erkunden. Die Luft, das Flair, die Beleuchtung der Laternen und die vielen bunten Lampen. Unser momentaner weiblicher Guide trägt zwar in einer milden Sommernacht eine dicke Wollmütze und Sonnenbrille, aber sie hat eine äußerst angenehme Stimme und ist gut zu verstehen. Dann folgt das Erlebnis schlechthin: Gigantisch ist die Fahrt über die Manhattan Bridge. Wow! Ich fühle mich wie auf einer riesigen Kirmes im „Fantasy Land."

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Nachts sieht alles irgendwie noch faszinierender aus: Times Square, Empire State Building, Greenwich Village, SoHo, Chinatown and Little Italy. Atemberaubend ist die Skyline von Manhattan.

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2. Peninsula Roof Top Bar

In New Jersey nächtigen wir bei Misses Schweiz, die nach Amerika ausgewandert ist und im Rahmen der Misses World Wahl in Vietnam im November 2009 meine tolle Zimmerpartnerin gewesen ist. Für den heutigen Abend hat die Schönheitskönigin einen Insider-Tipp für uns. „Lasst uns zusammen auf die Peninsula Roof Top Bar gehen" schlägt sie begeistert vor.

Der Ausblick auf die Stadt sei faszinierend - wir würden auf großen weichen Kissen sitzen und das Nachtleben genießen können. Alles wäre sehr stilvoll und edel gemacht. Gut, wir kommen mit.

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„Über 20 Dollar für einen Cocktail?" frage ich meinen Schatz erstaunt beim Blick in die Karte. Das Flair der Peninsula Roof Top Bar entschädigt für den Preis. Von jeder Ecke raubt uns die Sicht ins unendliche Big-Apple-Feeling kurz den Atem.

Dann schaue ich mich in der gepflegten Bar mit weißen Tüchern und bunten Kissen um. Hier sind momentan nur amerikanische Gäste zugegen, die äußerst elegant gekleidet sind. Viele Damen tragen Abendkleider und elegante Hochsteckfrisuren. New Yorker achten allgemein sehr auf ihr Aussehen.

Das Licht verändert sich, die Sonne geht unter. WOW! Die Nacht bringt die Glitzerwelt New Yorks zum Vorschein. Ist das schön hier!

3. Shoppen im "Century 21"

"New York's Best Kept Secret" lautet der Werbespruch vom New Yorker Einkaufsparadies.

Von unserer lieben Freundin Meilin Roher bekommen wir den „Geheim-Tipp." Direkt neben „Ground Zero" liegt das Einkaufszentrum, welches sich auf mehreren Etagen befindet. „22 Cortland Street" schreibt die Wahl-Amerikanerin uns auf den Zettel und wünscht uns viel Spaß beim Shoppen.

„So voll wie es hier ist, war das mal ein Geheimtipp" scherze ich beim Einteten zu meinem Mann. Wir schlagen uns vom Erdgeschoss nach oben hin durch und beginnen in der Herren-Abteilung. Ralph Lauren, Calvin Klein, Boss - hier gibt es alles erstaunlich günstig und wir langen richten zu. Weiter geht's - zwei Etagen höher - zum Frauen-Paradies.

Meine Kleidergröße 36/38 ist häufig vorhanden - das ist schon mal gut. Mein Liebster entdeckt eine Marke, die ich vorher noch gar nicht kannte. Nämlich „Save the Queen". „Mausi, das musst Du mal anprobieren....ach ja und das schöne Kleid hier auch noch." Nacheinander trage ich ihm die Teile vor und verliebe mich in die bunten und ausgefallenen Stoffe und Schnitte. Gut, alles muss mit nach Deutschland.

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Wir stehen eine Viertelstunde an der Kasse - Century 21 wird von vielen als gut befunden und demenstprechend lang sind die Wartezeiten. Der Preis-Schock kommt dann kurz vor dem Hervorholen der Kreditkarte. „In Deutschland kaufe ich dann die nächste Zeit weniger ein" denke ich in mich hinein. „So tolle Sachen wie hier gibt es bei uns eh nicht." Erholsames Einkaufen ist zwar doch etwas anders, aber wir schauen ins unsere großen Tüten uns sind glücklich über unsere Eroberungen.

Circa zehn Gehminuten vom "Century 21" entfernt befindet sich "Ground Zero" zur Erinnerung an die Opfer des Anschlages vom 11. September 2001. Wir beobachten Menschen, die Blumen bringen und empfinden es als unheimlich, an dem Platz zu stehen, wo das Attentat auf das World Trade Center stattfand.

4. Rockefeller Center

Es ist eine Stadt in einer Stadt. Von der 5th Avenue bis zur 7th Avenue und von der 47th bis zur 51st Street lockt das spektakuläre Rockefeller Center.

Multimillionär John D. Rockefeller wollte der Menschheit etwas Gutes tun. Das ist ihm gelungen: Um 1930 herum baute der Idealist eine große Vergnügungsfläche und schuf damit Arbeitsplätze und Erholungsorte mit großem Spaßfaktor.

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Wir laufen herum und ich verliere ein bisschen die Orientierung: „Sind wir jetzt noch im Rockefeller Center oder nicht?" Mein Schatz checkt die Lage und bejaht mir dies, während wir auf ein pompöses Theater zulaufen. Hier gibt es unzählige Cafés und tolle Unterhaltungsmöglichkeiten. Mir gefällt der Platz mit den Flaggen aus allen Ländern - der internationaler Flair begeistert mich.

Ich schaue weiter nach oben uns staune. Das General Electric Building ist mit 259 Metern Höhe und 70 Stockwerken der 10-höchste Wolkenkratzer in New York City und zählt zu den bekanntesten Hochhäusern des Rockefeller Zentrums.

5. Central Park

Die grüne Oase ist ein riesiger Stadtpark im Herzen Manhattans in New York City. 1859 wurde er als Landschaftspark eingerichtet und knapp 15 Jahre später fertig gestellt. Heute erstreckt sich der Park auf einer Länge von mehr als vier Kilometer.

Der Kontrast zwischen der Wald-Landschaft, den Flüssen, den grünen Wiesen und den weißen Wolkenkratzern im Hintergrund hat etwas Magisches. Ich träume für einen Moment davon, wie es wäre, wenn ich in einem Appartement eines Wolkenkraters leben würde, dessen Dachterrasse einen Blick auf diese tolle Fläche Grün bieten würde.

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Wie kam es denn überhaupt dazu, dass so ein riesiger Park mitten in New York City erbaut wurde? Andrew Jackson Downing reagierte auf den Wunsch der Bevölkerung nach einem Erholungsgebiet, da es im damaligen New York kaum Freizeit- und Sportmöglichkeiten wie reiten, rudern, Baseball oder Kricket spielen gab.

Außerdem sollte es Spielplätze für die Kinder geben und man wollte ihnen die Möglichkeit schaffen, trotz Großstadtleben mit Bäumen, Gras und Seen aufzuwachsen. Sogar ein Kunst- und ein Naturkundemuseum sind hier zu finden.

Vor dem Park gibt es tolle Attraktionen für Touristen. Wir entscheiden uns für ein Foto mit einer New Yorkerin, die von Kopf bis Fuss in silberne Farbe getaucht ist und sich als Freiheitsstatue verkleidet hat.

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Gekonnt zeigt die Bodypainting-Fachfrau uns, wie wir uns fürs perfekte Bild mit ihr und der Landesflagge platzieren können. Zehn Dollar kostet der Spaß. Völlig in Ordnung, finde ich. Den ganzen Tag bei 30 Grad mit dickflüssiger Farbe angemalt auf den Beinen zu stehen, ist schließlich anstrengend.

6. Statue of Liberty - kostenlose Fähre zum Symbol der Freiheit

Sie ist das Symbol für Freiheit, Glück und Erfolg. Im Juni 1885 traf „Miss Liberty" in 200 Kisten verpackt in New York ein. Es handelt sich um ein Geschenk der Franzosen, die ihre Begeisterung und ihren Dank für die Vollendung der französischen Revolution ausdrücken wollten.

Mit einem Fuß steht die 46 Meter hohe Statue auf zerbrochenen Ketten, welche die Sklaverei symbolisieren. Lady Liberty hält in ihrer linken Hand eine Tafel mit der Inschrift „JULY IV MDCCLXXVI" (4. Juli 1776), dem Datum der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Die sieben Strahlen der Krone symbolisieren die sieben Meere und Kontinente.

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Wer „Miss Liberty" nicht gesehen hat, der war nicht wirklich in New York. Von Amerikanern vor Ort erhalten wir einen guten Tipp: Wartezeit und die Kosten für die Fähre nach Ellis Eiland lassen sich sparen, wenn man mit der Staten Island Ferry kostenlos in den New Yorker Stadteil Staten Island übersetzt.

Wir warten gerade mal knapp zehn Minuten, steigen auf die Fähre und haben im Außenbereich einen schönen Sonnen-Platz. Eine halbe Stunde dauert die Tour. Da ist sie! Alle Gäste packen ihre Kameras heraus, als wir die Statue frontal zu sehen bekommen. Zudem wird uns noch ein atemberaubendes Panorama von Manhattans Skyline geboten.

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7. Times-Square

Die Neon-Nacht erscheint hell. Ich bin total reizüberflutet und begeistert zugleich. Wo soll ich zuerst hinschauen? Rechts, links, oben, unten - überall passiert etwas. Es glitzert, es funkelt, gelbe Taxen fahren, Reklame-Filme locken von riesigen Leinwänden und alles um mich herum passiert schnell.

Wir befinden uns an der Kreuzung Broadway und Seventh Avenue. Der Platz, der niemals schläft, ist nach der Zeitung New York Times benannt. Seine weltberühmten Straßen erstrecken sich von West 42nd Street bis West 47th Street. Hier gibt es alles: Etwa 40 Theatern, zahlreiche Cafés, Fast-Food-Ketten, Souvenir-Shops, Nobelrestaurants, Multiplex-Kinos, Film Studios, Vogue und sämtliche Einkaufsmöglichkeiten. Puh - ich bin beeindruckt.

Am Ende der Woche stelle ich fest, dass man zwei Wochen einplanen sollte, um den Großteil dessen zu sehen, was New York City und die Umgebung bietet. Ein Stückchen Amerika haben wir trotzdem mit nach Hause genommen: Eine circa 40 Zentimeter große Freiheitsstatue und viele schöne Urlaubs-Bilder.

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Jamaika - Iberostar Hotel Rose Hall Beach und Dressel Divers Club

Jamaika - Iberostar Hotel Rose Hall Beach und Dressel Divers Club - Erfahrungsbericht

Autorin und Fotografin: Elischeba Wilde
Fotografen der Bilder mit Elischeba als Model: nette Einheimische
Die Reportage ist im SeaStar Magazin erschienen.
Von Dezember 2007

 

 

„Welcome in your home far away from home“, so werden wir auf Jamaika begrüßt. Und wir fühlen uns tatsächlich schnell zu Hause. Der Blick aus dem klimatisierten Reisebus, der uns zum Hotel in Montego Bay bringt, wird nicht langweilig. Rastafaris die uns breit angrinsen. Jamaikaner die gemütlich am Straßenrand sitzen und Obst verkaufen. Üppige Tropenlandschaft, Bananenplantagen und dichtes Palmenwachstum. Kunterbunte amerikanische Trucks. Überall karibische Farben. Der graue Winter im kalten Deutschland ist schnell vergessen.

Sehr herzlich werden wir auch in der riesigen Empfangshalle des Iberostar Rose Hall Beach begrüßt, welches im Frühjahr 2007 eröffnet wurde. Nach einem Begrüßungscocktail lässt unsere moderne und großzügige Junior Suite unser Herz höher schlagen. Denn mit einem morgendlichen Blick auf das weite Meer fängt der Tag gut an.

Ammenhai beim ersten Tauchgang

Nach einem reichhaltigen Frühstück wollen wir direkt mit spannenden Tauchgängen loslegen. Zugegeben mit etwas gemischten Gefühlen, denn jamaikanische Tauchbasen sind selbst in Luxusressorts nicht gerade für Professionalität bekannt. Doch schon der erste Eindruck überrascht sehr positiv: Im „Dressel Divers“ wird uns höchster europäischer Standard geboten – bereits ein Blick auf das offensichtlich neuwertige Tauchequipment schafft Vertrauen in die Basis. Also lassen wir uns gerne auf einen „Late-Morning-Dive" mit den beiden jungen schwedischen Tauchlehrern Jonathan und Yooa ein. Bei 27 Grad Wassertemperatur im Dezember ist nicht einmal ein Tauchanzug nötig - wer nicht schnell friert, genießt pures Wassergefühl und alle Leichtigkeit ganz einfach ohne Neopren. Mit dem Atemregler locker um den Hals getragen, dem Jackett auf dem Rücken und der ABC Ausrüstung in der Hand geht es über einen Steg von der Basis aus zum Tauchboot. Toll ist, dass man hier fast alle Spots in fünf bis zehn Minuten Fahrt erreichen kann. Mit einem Schritt nach Vorne springen wir nacheinander in die Tiefen des Ozeans. Ich entscheide mich als einzige dafür, mit einem Seil abzutauchen. Durch die leichte Strömung wehen die Fächerkorallen sanft und doch schnell hin und her – ein fantastisches Bild. Die Sicht ist bei circa 20 Metern erstaunlich gut. Wir tauchen durch eine weitläufige Korallenlandschaft mit zahlreichen Salat- und Hirnkorallen weiter, bis sich plötzlich ein schmaler Canyon unter uns auftut. Jonathan – bereits mit jungen Jahren ein sehr erfahrener Tauchlehrer und Teamleiter bei Dressel Diver – zeigt plötzlich begeistert auf den Grund. Und dann sehen wir es auch – einen großen dunklen Schatten, der sich beim näher kommen als drei Meter langen Ammenhai entpuppt. Schade, dass er momentan zu faul ist, um ein paar Runden zu drehen. Trotz diesem Euphoriekick erfreuen wir uns auch an dem sicher weniger spektakulären, dafür aber weitaus lebendigeren „Alltags-Leben“ auf dem Riff. Trompetenfische suchen kleine Beute, Langusten noch kleinere. Währenddessen ziehen Schmetterlingsfische übers Riff - gefolgt von einer größeren Schule kleiner blauer Schwarmfische – man könnte ewig einfach nur zuschauen. Aber irgendwann geht die Luft aus und es heißt zurück aufs Schiff. Wieder an Bord gibt es eine Stunde Zeit zum Mittagessen – die Ausrüstung bleibt auf dem Boot. Praktisch, dass es direkt neben der Basis ein Restaurant mit Mittags-Buffet gibt, an dem sich die Wassersportler nach Herzenslust bedienen können.

Opfer in Käfigen

Durch Tauchgang Eins verwöhnt, freuen wir uns beim zweiten Sprung ins Wasser wieder über eine weitläufige, teilweise hügelige Fächerkorallenlandschaft. Hier gibt es andere Fische zu sehen, zum Beispiel erfreuen die verschiedensten Arten von Zackenbarschen die Wasserratten. Als ich aber am Grund große Fischkäfige entdecke, werde ich fast zum Befreiungskämpfer. Mit großen Augen schauen mich die Geschöpfe an, die leider bald in der Pfanne landen. Denn die Opfer wurden mit Ködern in eine Falle gelockt, aus der sie sich selbst nicht mehr befreien können. Gut durchdacht von den Fischern – und die möchte ich ja auch nicht um den Lohn ihrer Arbeit bringen und ziehe also friedlich weiter meine Kreise. Als Jonathan uns ein wenig später eine Spinnenkrabbe hinhält, die jeder von uns einmal über den Arm laufen lassen darf, gebe ich ihm ein Zeichen, dass ich diesmal leider passen muss. Dieses extrem langbeinige Geschöpf sieht mir doch zu sehr nach einer großen dünnen Staubspinne aus, wie ich sie über Wasser kenne. Wieder im Trockenen angekommen lacht der Tauchlehrer: „Typisch Mädchen, die reagieren alles so“.

Der Spot, den wir zwei Tage später anfahren nennt sich einfach “Dressel Discovery“ und ist dem Jamaika Reef ähnlich. Durch den hohen Seegang haben wir noch mehr Strömungen, was uns zumindest unter Wasser eine Menge Spaß macht.

Aber auch sonst gibt es im Iberostar Rose Hall keinen Grund zur Langeweile – rund um die Uhr bietet das Personal Sport- und Unterhaltungsprogramme wahlweise am Pool oder auch direkt am Strand. Die Ballspiele sind besonders beliebt – hier sind Alt und Jung zusammen aktiv. Für die kulinarischen Highlights der Anlage sorgen drei Spezialitätenrestaurants. Wer es japanisch mag, dem wird spektakuläres Teppanyaki Show-Cooking geboten. Während die Gäste um einen Tisch herum sitzen, zaubern gutgelaunte Jamaikaner auf einer heißen Kochplatte frische Köstlichkeiten und machen dabei Scherze mit den Kindern. Sehr edel präsentiert sich direkt daneben das Cajun Restaurant und besticht durch modernes Südstaatenflair. Fleischliebhaber können im Steakrestaurant köstlich mit Meerblick dinieren. Selten haben wir so ein hervorragendes Tenderloin (Filet Steak) wie hier gegessen.

Tuchfühlung mit Papageien und einem Leguan

Wer würde mit der Trauminsel Jamaika nicht exotische Tiere in dschungelartiger Umgebung verbinden? Für ein tolles Karibik Feeling begeben wir uns nach Ochos Rios zum Prospect Plantation. Den Gästen werden interessante Führungen durch dichtes Grün geboten. Ob Bananen, Maniok, Zuckerrohr, Kaffee oder Pigment – hier kann man beobachten, wie diese Genussmittel in ihrer natürlichen Umgebung wachsen. Auf dem Rücken der Kamele sind diese Entdeckungen besonders reizvoll. Viele Familien mit Kindern buchen einen halbstündigen Ritt - Zeit zum Kuscheln mit diesen freundlichen Lebewesen gibt es auch. Schnell fällt mir auf, in welch gutem Zustand diese gepflegten Kamele sind. Denn auf anderen Reisen habe ich diese Tiere teilweise recht geschunden erlebt. „Wir lieben unsere Kamele“, klärt mich der sympathische und einfühlsame Hüter auf und reißt vom neben liegenden Busch ein paar Blätter ab. Mit diesem Grünzeug darf ich das Kamel dann füttern und freue mich als Tierliebhaberin über das tolle Erlebnis.

Nur zehn Minuten Autofahrt entfernt befindet sich das Dolphin Cove. Schon von weitem ist Partystimmung spürbar. Piraten die Quatsch mit Gästen machen, laute Lifemusik, Gegrilltes mit Salatbuffet, Sonnenanbeter am Strand, gut gelaunte Gäste und viele spielende Kinder. Unsere erste Anlaufstellte sind leuchtende Papageien. Besucher können sie mit Melonen und Äpfeln füttern und die süßen Tiere für ein Foto wie ein Baby auf dem Arm tragen. Ich finde sie richtig niedlich – als ich kurz darauf einen Leguan in die Hand gedrückt kriege bin ich nicht weniger begeistert. An dichter Dschungellandschaft vorbei führt der Weg zu netten Shops, die schön in die Landschaft eingebettet sind. Als ich dann von weitem die Delfine springen sehe, hüpft mein Herz sofort höher. Als störend empfinde ich die Massenabfertigung. Die Gäste kriegen ein Armband, auf dem das gebuchte Delfinprogramm steht. Nacheinander werden Gruppen von circa 20 Personen für jeweils eine halbe Stunde ins Wasser geführt um die Kunststücke der freundlichen Wesen zu beobachten und sich von ihnen mitziehen zu lassen. Euphoriekick pur. Wenn sie um die Besucher schwimmen heißt es für jeden „einmal einen Delfin berühren dürfen“.

Leider erfahre ich hinterher, dass so ein straffes Programm für die Meeresbewohner Stress pur ist. Mitleid erregend ist der Rochen, der von einem Besucher nach dem anderen für ein Foto in der Hand gehalten wird. Immer wieder vergessen die Gäste vor lauter Begeisterung, dass diese Tiere die Augen unter Wasser haben möchten – so viele Urlauber halten ihn für ein Foto zu lange im Trockenen, bis das Personal den sanften Lebewesen zur Hilfe einschreitet. Grandios ist es, mit 24 Rochen auf einmal zu Schnorcheln. Es ist faszinierend, sie so nah zu spüren und ihre majestätischen Bewegungen zu beobachten. Und doch denke ich mir, dass ich lieber einen Rochen in Freiheit beim Tauchen treffe, als so viele auf einmal in Gefangenschaft.

Kaffeeliebhaber werden vom jamaikanischen Blue Mountain Kaffee begeistert sein – immerhin soll er zu den Besten der Welt gehören. Wir möchten die Hintergründe der Herstellung entdecken, scheuen aber den weiten Weg ans andere Ende der Insel auf die Blue Mountains. Auf Empfehlung unseres Guides Ainstworth fahren wir zu den Baronhall Estates Plantations, die circa zwei Autostunden vom Hotel entfernt sind. Nach der informativen Besichtigung verstehen wir, warum er so teuer ist, denn die Herstellung erfolgt in vielen manuellen Schritten. Entscheidend ist aber, dass der Kaffee in Bio-Qualität angebaut wird, so dass man sich gegen die Armeen von Schädlingen etwas anderes einfallen lassen muss, als einfach Pestizide zu versprühen. Man geht das Problem auf intelligente und natürliche Art an. So werden zum Beispiel natürliche Feinde des Kaffees, nämlich vernichtende Bockkäfer, in der Plantage angesiedelt. Das bedeutet großen Aufwand, dafür bekommt man aber grandiosen Kaffee in unbelasteter Qualität.

Spukhaus mit Geschichte

Unsere nächste Sehenswürdigkeit ist ein düsteres Gebäude, dass für besonders lebhafte Gespräche sorgt, bei denen die Fantasie außerordentlich angeregt wird. Jamaikaner meiden dieses Haus, nach 18 Uhr ist es in der Regel menschenleer. Es handelt sich um das eindrucksvoll gebaute Rose Hall Great House, das Anwesen der Annie Palmer in Rose Hall, Montego Bay. Vor circa 200 Jahren soll sie dort ihre Liebhaber grausam ermordet haben, wenn sie ihr langweilig wurden. Auch ihre Sklaven haben sehr unter ihren Launen gelitten. Die so genannte „weiße Hexe“ hat sich außerdem mit schwarzer Magie und Voodoo beschäftigt und laut Überlieferung lässt ihr Geist nach ihrem Tod das alte Haus auch bis heute nicht los. Gäste berichten immer wieder von merkwürdigen Schatten und weißen Gestalten auf ihren Fotos. Mulmig ist auch mir in diesem gruseligen alten Gebäude. Meinen Mann bitte ich, mich in keinem der eiskalt wirkenden Zimmer alleine zu lassen. Auch beim Durchschauen der Bilder bitte ich um seinen seelischen Beistand. Auf meinen Fotos gibt es jedoch nichts Überirdisches zu Entdecken. Alles Schöne hat ein Ende und so auch unser Jamaika Urlaub. Die Sonne können wir nicht mitnehmen. Aber wir können die Lebenseinstellung der Jamaikaner mit nach Hause nehmen. Sie sind auch noch gut gelaunt, wenn ihnen durch den Hurrikan das Dach des Hauses wegfliegt. Denn sie können es ja im Nachhinein sowieso nicht mehr ändern. Gäste dagegen sind gelegentlich mürrisch, wenn wegen dem Wetter eine Wassersportart nicht stattfinden kann. Nun, wie wäre es, zu lernen so zu sein, wie die Einheimischen der Karibik und jeden Tag als Geschenk zu genießen? Mit diesem Gefühl fliegen wir zurück und nehmen nicht nur den genialen Rum mit in die Maschine nach Deutschland.

Kontaktdaten:

Jamaika Tours
Providence Drive
Ironshore P.O. Box 227
Montego Bay
Jamaica, West Indies
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
Website: http://www.jamaicatoursltd.com 

Tauchbasis:

Dressel Divers Club
Sports & Diver Club Ltd
Rose Hall Main Road
Little River P.O.
St. James
Website: http://www.dresseldivers.com

Hotel:

Iberostar Rose Hall Beach
Rose Hall Main Road
Montego Bay
Little River P.O.
St. James, Jamaica W.I.
Tel: 1 876 680 0000
Fax: 1 876 680 0007

Iberostar Buchungen sind im Reisebüro Ihres Vertrauens oder über http://www.iberostar.com möglich.

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