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Dez 28 2007

Jamaika – Iberostar Hotel Rose Hall Beach und Dressel Divers Club

Jamaika – Iberostar Hotel Rose Hall Beach und Dressel Divers Club – Erfahrungsbericht

Autorin und Fotografin: Elischeba Wilde
Fotografen der Bilder mit Elischeba als Model: nette Einheimische
Die Reportage ist im SeaStar Magazin erschienen.
Von Dezember 2007

 

„Welcome in your home far away from home“, so werden wir auf Jamaika begrüßt. Und wir fühlen uns tatsächlich schnell zu Hause. Der Blick aus dem klimatisierten Reisebus, der uns zum Hotel in Montego Bay bringt, wird nicht langweilig. Rastafaris die uns breit angrinsen. Jamaikaner die gemütlich am Straßenrand sitzen und Obst verkaufen. Üppige Tropenlandschaft, Bananenplantagen und dichtes Palmenwachstum. Kunterbunte amerikanische Trucks. Überall karibische Farben. Der graue Winter im kalten Deutschland ist schnell vergessen.

Sehr herzlich werden wir auch in der riesigen Empfangshalle des Iberostar Rose Hall Beach begrüßt, welches im Frühjahr 2007 eröffnet wurde. Nach einem Begrüßungscocktail lässt unsere moderne und großzügige Junior Suite unser Herz höher schlagen. Denn mit einem morgendlichen Blick auf das weite Meer fängt der Tag gut an.

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Ammenhai beim ersten Tauchgang

Nach einem reichhaltigen Frühstück wollen wir direkt mit spannenden Tauchgängen loslegen. Zugegeben mit etwas gemischten Gefühlen, denn jamaikanische Tauchbasen sind selbst in Luxusressorts nicht gerade für Professionalität bekannt. Doch schon der erste Eindruck überrascht sehr positiv: Im „Dressel Divers“ wird uns höchster europäischer Standard geboten – bereits ein Blick auf das offensichtlich neuwertige Tauchequipment schafft Vertrauen in die Basis. Also lassen wir uns gerne auf einen „Late-Morning-Dive“ mit den beiden jungen schwedischen Tauchlehrern Jonathan und Yooa ein. Bei 27 Grad Wassertemperatur im Dezember ist nicht einmal ein Tauchanzug nötig – wer nicht schnell friert, genießt pures Wassergefühl und alle Leichtigkeit ganz einfach ohne Neopren. Mit dem Atemregler locker um den Hals getragen, dem Jackett auf dem Rücken und der ABC Ausrüstung in der Hand geht es über einen Steg von der Basis aus zum Tauchboot.

Toll ist, dass man hier fast alle Spots in fünf bis zehn Minuten Fahrt erreichen kann. Mit einem Schritt nach Vorne springen wir nacheinander in die Tiefen des Ozeans. Ich entscheide mich als einzige dafür, mit einem Seil abzutauchen. Durch die leichte Strömung wehen die Fächerkorallen sanft und doch schnell hin und her – ein fantastisches Bild. Die Sicht ist bei circa 20 Metern erstaunlich gut. Wir tauchen durch eine weitläufige Korallenlandschaft mit zahlreichen Salat- und Hirnkorallen weiter, bis sich plötzlich ein schmaler Canyon unter uns auftut. Jonathan – bereits mit jungen Jahren ein sehr erfahrener Tauchlehrer und Teamleiter bei Dressel Diver – zeigt plötzlich begeistert auf den Grund. Und dann sehen wir es auch – einen großen dunklen Schatten, der sich beim näher kommen als drei Meter langen Ammenhai entpuppt. Schade, dass er momentan zu faul ist, um ein paar Runden zu drehen.

Trotz diesem Euphoriekick erfreuen wir uns auch an dem sicher weniger spektakulären, dafür aber weitaus lebendigeren „Alltags-Leben“ auf dem Riff. Trompetenfische suchen kleine Beute, Langusten noch kleinere. Währenddessen ziehen Schmetterlingsfische übers Riff – gefolgt von einer größeren Schule kleiner blauer Schwarmfische – man könnte ewig einfach nur zuschauen. Aber irgendwann geht die Luft aus und es heißt zurück aufs Schiff. Wieder an Bord gibt es eine Stunde Zeit zum Mittagessen – die Ausrüstung bleibt auf dem Boot. Praktisch, dass es direkt neben der Basis ein Restaurant mit Mittags-Buffet gibt, an dem sich die Wassersportler nach Herzenslust bedienen können.

Opfer in Käfigen

Durch Tauchgang Eins verwöhnt, freuen wir uns beim zweiten Sprung ins Wasser wieder über eine weitläufige, teilweise hügelige Fächerkorallenlandschaft. Hier gibt es andere Fische zu sehen, zum Beispiel erfreuen die verschiedensten Arten von Zackenbarschen die Wasserratten. Als ich aber am Grund große Fischkäfige entdecke, werde ich fast zum Befreiungskämpfer. Mit großen Augen schauen mich die Geschöpfe an, die leider bald in der Pfanne landen. Denn die Opfer wurden mit Ködern in eine Falle gelockt, aus der sie sich selbst nicht mehr befreien können. Gut durchdacht von den Fischern – und die möchte ich ja auch nicht um den Lohn ihrer Arbeit bringen und ziehe also friedlich weiter meine Kreise.

Als Jonathan uns ein wenig später eine Spinnenkrabbe hinhält, die jeder von uns einmal über den Arm laufen lassen darf, gebe ich ihm ein Zeichen, dass ich diesmal leider passen muss. Dieses extrem langbeinige Geschöpf sieht mir doch zu sehr nach einer großen dünnen Staubspinne aus, wie ich sie über Wasser kenne. Wieder im Trockenen angekommen lacht der Tauchlehrer: „Typisch Mädchen, die reagieren alles so“.

Der Spot, den wir zwei Tage später anfahren nennt sich einfach “Dressel Discovery“ und ist dem Jamaika Reef ähnlich. Durch den hohen Seegang haben wir noch mehr Strömungen, was uns zumindest unter Wasser eine Menge Spaß macht.

Aber auch sonst gibt es im Iberostar Rose Hall keinen Grund zur Langeweile – rund um die Uhr bietet das Personal Sport- und Unterhaltungsprogramme wahlweise am Pool oder auch direkt am Strand. Die Ballspiele sind besonders beliebt – hier sind Alt und Jung zusammen aktiv.

Für die kulinarischen Highlights der Anlage sorgen drei Spezialitätenrestaurants. Wer es japanisch mag, dem wird spektakuläres Teppanyaki Show-Cooking geboten. Während die Gäste um einen Tisch herum sitzen, zaubern gutgelaunte Jamaikaner auf einer heißen Kochplatte frische Köstlichkeiten und machen dabei Scherze mit den Kindern. Sehr edel präsentiert sich direkt daneben das Cajun Restaurant und besticht durch modernes Südstaatenflair. Fleischliebhaber können im Steakrestaurant köstlich mit Meerblick dinieren. Selten haben wir so ein hervorragendes Tenderloin (Filet Steak) gegessen wie hier.

Tuchfühlung mit Papageien und einem Leguan

Wer würde mit der Trauminsel Jamaika nicht exotische Tiere in dschungelartiger Umgebung verbinden? Für ein tolles Karibik Feeling begeben wir uns nach Ochos Rios zum Prospect Plantation. Den Gästen werden interessante Führungen durch dichtes Grün geboten. Ob Bananen, Maniok, Zuckerrohr, Kaffee oder Pigment – hier kann man beobachten, wie diese Genussmittel in ihrer natürlichen Umgebung wachsen.

Auf dem Rücken der Kamele sind diese Entdeckungen besonders reizvoll. Viele Familien mit Kindern buchen einen halbstündigen Ritt – Zeit zum Kuscheln mit diesen freundlichen Lebewesen gibt es auch. Schnell fällt mir auf, in welch gutem Zustand diese gepflegten Kamele sind. Denn auf anderen Reisen habe ich diese Tiere teilweise recht geschunden erlebt. „Wir lieben unsere Kamele“, klärt mich der sympathische und einfühlsame Hüter auf und reißt vom neben liegenden Busch ein paar Blätter ab. Mit diesem Grünzeug darf ich das Kamel dann füttern und freue mich als Tierliebhaberin über das tolle Erlebnis.

Nur zehn Minuten Autofahrt entfernt befindet sich das Dolphin Cove. Schon von weitem ist Partystimmung spürbar. Piraten, die Quatsch mit Gästen machen, laute Lifemusik, Gegrilltes mit Salatbuffet, Sonnenanbeter am Strand, gut gelaunte Gäste und viele spielende Kinder. Unsere erste Anlaufstelle sind leuchtende Papageien. Besucher können sie mit Melonen und Äpfeln füttern und die süßen Tiere für ein Foto wie ein Baby auf dem Arm tragen. Ich finde sie richtig niedlich – als ich kurz darauf einen Leguan in die Hand gedrückt bekomme, bin ich nicht weniger begeistert. An dichter Dschungellandschaft vorbei führt der Weg zu netten Shops, die schön in die Landschaft eingebettet sind.

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Als ich dann von weitem die Delfine springen sehe, hüpft mein Herz sofort höher. Als störend empfinde ich die Massenabfertigung. Die Gäste erhalten ein Armband, auf dem das gebuchte Delfinprogramm steht. Nacheinander werden Gruppen von circa 20 Personen für jeweils eine halbe Stunde ins Wasser geführt um die Kunststücke der freundlichen Wesen zu beobachten und sich von ihnen mitziehen zu lassen. Euphoriekick pur. Wenn sie um die Besucher schwimmen heißt es für jeden „einmal einen Delfin berühren dürfen“.

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Leider erfahre ich hinterher, dass so ein straffes Programm für die Meeresbewohner Stress pur ist. Mitleid erregend ist der Rochen, der von einem Besucher nach dem anderen für ein Foto in der Hand gehalten wird. Immer wieder vergessen die Gäste vor lauter Begeisterung, dass diese Tiere die Augen unter Wasser haben möchten – so viele Urlauber halten ihn für ein Foto zu lange im Trockenen, bis das Personal den sanften Lebewesen zur Hilfe kommt und einschreitet. Grandios ist es, mit 24 Rochen auf einmal zu Schnorcheln. Es ist faszinierend, sie so nah zu spüren und ihre majestätischen Bewegungen zu beobachten. Und doch denke ich mir, dass ich lieber einen Rochen in Freiheit beim Tauchen treffe, als so viele auf einmal in Gefangenschaft.

Kaffeeliebhaber werden vom jamaikanischen Blue Mountain Kaffee begeistert sein – immerhin soll er zu den Besten der Welt gehören. Wir möchten die Hintergründe der Herstellung entdecken, scheuen aber den weiten Weg ans andere Ende der Insel auf die Blue Mountains. Auf Empfehlung unseres Guides Ainstworth fahren wir zu den Baronhall Estates Plantations, die circa zwei Autostunden vom Hotel entfernt sind. Nach der informativen Besichtigung verstehen wir, warum er so teuer ist, denn die Herstellung erfolgt in vielen manuellen Schritten. Entscheidend ist aber, dass der Kaffee in Bio-Qualität angebaut wird, so dass man sich gegen die Armeen von Schädlingen etwas anderes einfallen lassen muss, als einfach Pestizide zu versprühen. Man geht das Problem auf intelligente und natürliche Art an. So werden zum Beispiel natürliche Feinde des Kaffee-Käfers, nämlich der Bockkäfer, in der Plantage angesiedelt. Das bedeutet großen Aufwand, dafür bekommt man aber grandiosen Kaffee in unbelasteter Qualität.

Spukhaus mit Geschichte

Unsere nächste Sehenswürdigkeit ist ein düsteres Gebäude, dass für besonders lebhafte Gespräche sorgt, bei denen die Fantasie außerordentlich angeregt wird. Jamaikaner meiden dieses Haus, nach 18 Uhr ist es in der Regel menschenleer. Es handelt sich um das eindrucksvoll gebaute Rose Hall Great House, das Anwesen der Annie Palmer in Rose Hall, Montego Bay. Vor circa 200 Jahren soll sie dort ihre Liebhaber grausam ermordet haben, wenn sie ihr langweilig wurden. Auch ihre Sklaven haben sehr unter ihren Launen gelitten. Die so genannte „weiße Hexe“ hat sich außerdem mit schwarzer Magie und Voodoo beschäftigt und laut Überlieferung lässt ihr Geist nach ihrem Tod das alte Haus auch bis heute nicht los.

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Gäste berichten immer wieder von merkwürdigen Schatten und weißen Gestalten auf ihren Fotos. Mulmig ist auch mir in diesem gruseligen alten Gebäude. Meinen Mann bitte ich, mich in keinem der eiskalt wirkenden Zimmer alleine zu lassen. Auch beim Durchschauen der Bilder bitte ich um seinen seelischen Beistand. Auf meinen Fotos gibt es jedoch nichts Überirdisches zu Entdecken.

Alles Schöne hat ein Ende und so auch unser Jamaika Urlaub. Die Sonne können wir nicht mitnehmen. Aber wir können die Lebenseinstellung der Jamaikaner mit nach Hause nehmen. Sie sind auch noch gut gelaunt, wenn ihnen durch den Hurrikan das Dach des Hauses wegfliegt. Denn sie können es ja im Nachhinein sowieso nicht mehr ändern. Gäste dagegen sind gelegentlich mürrisch, wenn wegen des Wetters eine Wassersportart nicht stattfinden kann. Nun, wie wäre es, zu lernen so zu sein, wie die Einheimischen der Karibik und jeden Tag als Geschenk zu genießen? Mit diesem Gefühl fliegen wir zurück und nehmen nicht nur den genialen Rum mit in die Maschine nach Deutschland.

Kontaktdaten:

Jamaika Tours
Providence Drive
Ironshore P.O. Box 227
Montego Bay
Jamaica, West Indies
Email: info@jamaicatoursltd.com
Website: http://www.jamaicatoursltd.com 

Tauchbasis:

Dressel Divers Club
Sports & Diver Club Ltd
Rose Hall Main Road
Little River P.O.
St. James, Jamaica (West Indies)
Website: http://dresseldivers.com

Hotel:

Iberostar Rose Hall Beach
Rose Hall Main Road
Montego Bay
Little River P.O.
St. James, Jamaica (West Indies)
Tel: 1 876 680 0000
Fax: 1 876 680 0007

Iberostar Buchungen sind im Reisebüro Ihres Vertrauens oder über http://www.iberostar.com/de/ möglich.
 

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