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Feb 08 2011

Panchakarma Kur in Deutschland, Erfahrungsbericht

Autorin und Model: Elischeba Wilde
Reisezeitraum: Anfang Januar 2011
Fotografen: Iris Kaczmarczyk und Reinhard Berg (24 Fotos), Elischeba Wilde (3 Fotos), Andreas Wies (2 Fotos), Herbert Frei (1 Foto unter Wasser), Eckhard Krumpholz (1 Foto unter Wasser), Martin Helmers (1 Foto unter Wasser) und privat (5 Fotos).

Aufladen der Batterien, neue Kraft tanken und entgiften – die Journalistin Elischeba Wilde nimmt an einer authentischen Panchakarma Kur in Rheinhessen teil. Schnell stellt sie fest, dass Ayurveda weitaus mehr bedeutet, als nur Wellness und beschreibt ihre emotionalen Höhen und Tiefen sowie das umfangreiche Programm. Gegen Ende der Kur stellt das Model fest, dass sie eine Menge Wissen, lehrreiche Erfahrungen und ein neues Körpergefühl gewonnen hat.

Online-Post aus Rheinhessen

Begeistert genieße ich die winterliche Ente gefüllt mit Backobst, welche mein Schatz liebevoll für uns zubereitet hat. Dann kommt die Mail aus Rheinhessen: Die nächsten Tage möglichst vegetarisch oder vegan essen.

Immerhin steht mir eine knapp zweiwöchige Panchakarma Kur bevor. Dabei handelt es sich um eine königliche Behandlungsform aus der alten indischen Naturheilkunde. Diese ayurvedische Therapie aktiviert die natürlichen Regulationsmechanismen des Körpers.

Vegetarisch geht, aber vegan?

Damit die Kur für mich ein optimales Ergebnis hat, sollte ich folgende Vorbereitungen treffen: Mindestens zweieinhalb Liter warme Getränke pro Tag trinken, jedoch keinen Kaffee oder Schwarztee und möglichst keinen Alkohol genießen. Außerdem sollte ich warme Mahlzeiten, viele Kräuter, wenig Gebratenes und wenig tierisches Eiweiß zu mir nehmen. Die letzten beiden Tage vor der Kur dann bitte möglichst gar kein tierisches Eiweiß und im Idealfall komplett vegetarisch bis vegan speisen.

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Vegetarisch zu essen bekomme ich hin, vegan dagegen wird schwierig. Das fängt schon beim Frühstück an – was schütte ich mir dann ins Müsli?

Meine Freunde und Bekannte sind neugierig. „Elischeba, was machst Du da eigentlich?“ „Ist das eine Diät?“ fragt mich meine Nachbarin Heike Bone, als wir mit ihrem Freund Michael Neujahr 2011 gemütlich bei einem Glas Sekt zusammen sitzen.

Wehe ich bekomme nur Suppe ….

„Hey, die sollen mir mal einen Tag nur Suppe geben, dann habe ich aber so eine schlechte Laune, dass die schnellstens was Richtiges für mich köcheln“ scherze ich in die Runde. Jedoch bin ich mir selbst noch nicht ganz sicher, was mich vor Ort tatsächlich erwartet.

Nun, wenn ich eins definitiv nicht möchte, dann ist das abnehmen. Weniger Gewicht würde nicht mehr weiblich genug aussehen. Wobei man Ayurveda generell gut dafür einsetzen kann, dass die Pfunde purzeln.

Nervosität im Zug – was erwartet mich?

Zugegeben, ein bisschen nervös bin ich schon, als ich mit meinem großen Koffer den Bahnhof Nierstein anpeile. Herr Wolfgang Neutzler steht schon freundlich lächelnd für meinen Empfang bereit. Der Heilpraktiker strahlt eine Menge Ruhe aus und führt mich ins behagliche Beauty Hotelchen. „Mmm………was das hier angenehm duftet“ sage ich begeistert zu seiner Partnerin Sigrid Kempener, während ich die chice Dame begrüße, mich ein bisschen umsehe und die wohlige Atmosphäre auf mich wirken lasse.

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Das gleiche Schicksal hat Dame Nummer Drei

Nachdem ich meine Kleidungsstücke in die großen Schränke räume, nehme ich am Esstisch Platz. Neben mir sitzen drei weitere Gäste: Zwei Damen lösen gerade den „Schönheitstag“ ein, den sie zu Weihnachten von ihren Gatten geschenkt bekommen haben und strahlen über beide Ohren. „So schön hier, so tolle Behandlungen, fühle mich so relaxed“ schwärmt eine der beiden, während ihre Haut frisch eingeölt seidig glänzt. Dame Nummer Drei steht das gleiche Schicksal bevor wie mir: Knapp zwei Wochen Panchakarma Kur!

Wieso Tiere töten, wenn vegetarische Kost auch lecker sein kann?

Kulinarisch fängt die Kur erstaunlich gut an: Sanft gekochtes Kürbisgemüse, indisch gewürzter Tofu und Wildreis. Zum Dessert genießen wir eine selbst gemachte Mango Soja Creme. „Widerspricht sich Fleischverzehr mit Ayurveda?“ fragt meine Gegenüber die Therapeuten. „Nein, Fleisch ist nach der Kur erlaubt, aber wieso müssen Tiere sterben, wenn wir auch etwas anderes essen können?“ antwortet Frau Kempener entschlossen. Eine Einstellung, die sympathisch macht!

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Puh…..was der Therapeut alles wissen möchte

Nach dem Mittagessen erfolgt die knapp zweistündige Diagnose unter der Leitung von Herrn Wolfgang Neutzler, der seit 1989 als Schulungsleiter für die Bereiche Gesundheit, ganzheitliche Heilkunde und Ernährung tätig ist. Ich soll meine Zunge raus strecken, damit er die Farbe des eventuellen Belags einordnen kann. Zum Beispiel kann der 62-jährige durch diese Form der Diagnose belastete Organsysteme erkennen, den Zustand der Wirbelsäule und ob Energiemangel besteht.

Außerdem misst er meinen Puls uns stellt zahlreiche Fragen. Noch nie musste ich so detailliert über meinen Stuhlgang reden. „Wenn man einem Schulmediziner sagt, dass man drei bis fünf Tage keinen Stuhlgang hatte, dann antwortet dieser häufig, dass das nicht so schlimm ist. Im Ayurveda weiß man, dass dies jedoch ein ernsthaftes Problem darstellt, das vom Ansatz an behandelt werden muss.“ Und behandelt wird hier völlig sanft und im ganzheitlichen Einklang mit der Natur.

Vata, Pitta, Kapha – welcher Typ bin ich?

Im Ayurveda wird zwischen drei unterschiedlichen Konstitutions-Typen unterschieden. Ich erfahre, dass ich eine „Vata-Frau“ mit „Pitta-Anteilen“ bin. Typische Merkmale sind eine eher schwache Muskulatur, leichter und schmaler Körperbau, geringes Gewicht, eher trockene Haut, schnelles frieren, sprunghaft sein, ideenreich, weniger stressresistent und einen leichten Schlaf zu haben.

Pitta-Typen haben eine feste Muskulatur, sind wohlproportioniert, intellektuell, verfügen über ein gutes logisches Denken, sind mutig, haben häufig Sommersprossen, neigen zu Ungeduld und Zorn, sind rechthaberisch und haben einen tiefen, aber eher kurzer Schlaf.

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Harmonisierung der Bioenergien

Mein Schatz gehört zu den Kapha-Typen, die meiner Meinung nach besonders angenehme Menschen darstellen. Diese sind entweder groß und kräftig oder klein und stämmig, haben breite Schultern, oft ausladende Hüften, eher gute Haut, sind schwer aus der Ruhe zu bringen, verfügen über ein gutes Langzeitgedächnis, sorgen sich gern um andere und erfreuen sich eines guten und tiefen Schlafes. Sie sind belastbar, aber neigen häufig zu Übergewicht.

Grundsätzlich geht jeder ayurvedischen Therapie eine solche Konstitutionsbestimmung voraus, um Behandlungsmethoden sehr gezielt einsetzen zu können. Das Ziel einer Ayurveda Kur ist die Harmonisierung der Bioenergien.

Angst, dass ich nicht satt werde

Nach einer ayurvedischen Fußmassage geht es schon wieder Richtung Dinner. Hätte man mir vorher gesagt, dass es nur eine Gemüsesuppe mit Kichererbsenbrot (Papadam) gibt, dann wäre ich nicht begeistert gewesen. Vor allem hätte ich Angst gehabt, dass ich nicht satt werde. Falsch gedacht. „Irgendetwas in der Suppe schmeckt nach Parmesan Käse“ so meine lobenden Worte.

Ein bisschen erschrocken antwortet mir Frau Kempener, dass es sich um ein völlig veganes Gericht handelt und dass für den guten Geschmack eine Menge frischer Gewürze enthalten sind. Dazu gehören zum Beispiel Kurkuma, Bockshorkleeblätter, Koriander und Cumin, ein Kräutersalz nach Rezept es Hauses. „Das war als Kompliment gemeint“ zwinkere ich ihr entgegen und bitte entschlossen um Nachschlag.

Dickflüssig, reichhaltig, harmonisch abgerundet und schön würzig – so schmeckt es der Mrs. Germany 2009!

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Das ist doch kein Frühstück!

„Wie, ich bekomme bis 13 Uhr nur ein paar Tropfen Ghee?“ frage ich am nächsten Morgen leicht erschüttert. „Ich bin es gewohnt, morgens eine XL Schale voll Müsli zu essen.“ Richtig verstanden – nur indische, geschmolzene Butter, welche im Siedeverfahren hergestellt wird. In der ayurvedischen Heilkunde werden „dem goldigen Öl“ gesundheitsfördernde und entzündungshemmende Wirkungen zugeschrieben.

Der erste Teil der Kur besteht aus einem „ayurvedischen Ghee-Fasten“ und ist wichtig, um den Körper zu reinigen, bevor er danach aufgebaut wird. Die meisten Patienten nutzen diese Möglichkeit zum Abnehmen, jedoch hilft sie auch bei Antriebsschwäche und chronischen Krankheiten.

Ghee-Fasten und ich werden keine Freunde

„Au Weia – Butterschmalz zum Frühstück, sonst nichts“ denke ich mir. Erster Schluck ……. hmmm ……… recht nussig – gar nicht soooo schlecht! Jedoch dürfen wir vor 13 Uhr außer einem kleinen Glas Traubensaft, Ingwer-Wasser und / oder Tee und eben Ghee nichts anderes zu uns nehmen. Der Grund? Ghee bindet hervorragend Umwelt- und Körpergifte, die anschließend ausgeleitet werden.

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Spinatsuppe vom Ayurveda Koch

Vitalisierende Yoga Übungen mit der 29-jährigen Bianca und eine tolle Fußrefexzonenmassage folgen dem eher spärlichen Frühstück. Total begeistert bin ich von der Spinatsuppe zum Mittag. Ich bin mir sicher, ob sie nicht nur deswegen so gut schmeckt, weil ich mich so „ausgehungert“ fühle.

Der gelernte Koch und Heilpraktiker Wolfgang Neutzler hat sie mit viel Liebe für uns zubereitet – meiner Meinung nach besser als manche Vorsuppe, die ich in Sterne Restaurants genossen habe. Seine Frage, ob ich Nachschlag möchte, stellt der 62-jährige nicht einmal zu Ende, da kommt mir schon ein äußerst entschlossenes „Ja“ über die Lippen. „Bitte den Teller so voll machen wie es geht“ antwortete ich flehend mit Nachdruck.

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Nachmittags komme ich als typische „Vata-Frau“ in den Genuss von Shirodhara. Das ist ein Öl-Stirnguss mit warmen Kräuteressenzen. Er beruhigt das gesamte zentrale Nervensystem und sorgt für innere Ruhe, Harmonie und Losgelöstheit.

Hilfe, ich habe so Hunger!

Nachdem ich abends wieder nur eine Gemüsesuppe löffle, habe ich danach ein kleines emotionales Tief. Da ich absolut nicht satt geworden bin, fühle ich mich völlig ausgelaugt. Die Aussicht, dass ich am Folgetag bis 13 Uhr nur Ghee erhalte, macht mich leicht aggressiv. In meinen Gedanken schwebt alles: Ein saftiges Steak, der warme Himbeerauflauf, den mein Schatz kürzlich für uns geköchelt hat, ein Rosinen-Vollkornbrötchen mit Honig und eine leckere Pizza. Irgendwann später denke ich mir, dass ich gar nicht mal was Leckeres brauche. Ich will jetzt einfach nur einen großen Haufen Kalorien. Irgendwas. Hauptsache viel und schnell.

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Die komischsten Gedanken

Von Stunde zu Stunde werde ich hungriger und bin froh, dass ich alleine im Einzelzimmer bin, denn so gereizt möchte ich niemand begegnen. Dann kommen mir die merkwürdigsten Gedanken. Wie müssen sich die Menschen in einigen Entwicklungsländern fühlen, für die mein heutiges Mahl ein reichhaltiges Festessen gewesen wäre? Wie ist es, obdachlos zu sein? Ich kriege für alles, was ich sonst als selbstverständlich betrachte, größte Wertschätzung.

Nicht mehr sexy genug

Ein nächster Morgen, ein nächstes Ghee-Frühstück. Meine 45-jährige Kurgenossin, die ihr Übergewicht loswerden möchte, leidet erstaunlicherweise gar nicht unter Hungergefühlen. Mittags die große Freude: Da ich Untergewicht habe und mich schlapp fühle, wird mir exklusiv Reis zum Sojasprossen-Möhrengemüse gereicht. Schön! Meine eher „dezenteren“ weiblichen Formen möchte ich nämlich sehr gerne behalten. Nee,  Abnehmen würde bei mir nicht mehr sexy aussehen.

Vata-Duft für Vata-Frau

Frau Kempener hat den freundlich eingerichteten Behandlungsraum mit schönen Kerzen und Räucherstäbchen für mich vorbereitet. „Wie gefällt Ihnen dieser Vata-Duft?“ fragte mich die 60-jährige lächelnd und erklärt mir, dass sie ihn mit reinigendem, warmen Sesamöl vermischen wird.

Liebende Hände und fester Druck

„Mmmm…….die Massage fühlt sich gut an, sie darf gern fester sein. Wie heißt sie denn auf Deutsch?“ möchte ich zu Beginn wissen. „Liebende Hände“ erhalte ich zur Antwort und finde die Bezeichnung passend. „Wird die Abhyanga Ganzkörper-Ölmassage sonst nicht synchron zu Zweit durchgeführt?“ fragte ich neugierig, während ich mich vom Bauch auf den Rücken umdrehe.

Die Therapeutin erklärt mir, dass sie bewusst erst die eine und dann die andere Körperhälfte massiert, da sie sich so auf die individuellen Bedürfnisse jeder Seite gezielter konzentrieren kann. Aber auch als Synchronmassage hat sie eine sehr tiefgreifende, ausgleichende Wirkung.

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Spätere Faltenbildung

„Och wie schön, dass ich auch Pitta in mir trage. Vata Frauen bekommen früh Falten, das will ich nicht.“ Diese Feststellung entkommt mir spontan während unserer Abendsuppe und sorgt für Gelächter. Kurz zuvor hat mir Frau Kempener nämlich beim Dinner mitgeteilt, dass in mir auch viel „feuriges Pitta“ steckt. „Vata Menschen“ neigen zu einer trockenen Haut – deswegen besteht die Tendenz zu einer früheren Faltenbildung.

Vorbeugen ist wichtig: Viel trinken und täglich mit reichhaltigen Produkten eincremen. Wieder mal bin ich die Letzte beim gemeinsamen Mahl, alle anderen haben schon längst aufgegessen. „Zu welcher Konstitution gehört langsames und bewusst genießerisches Essen?“ frage ich Herrn Neutzler neugierig. „Na ja, sagen wir es mal so, manchmal sind auch jene die Letzten, die beim Essen am meisten reden“ antwortet er mir mit einem Augenzwinkern. Huch – ertappt!

Ultimative Lieblingsmassage

Herr Wolfgang Neutzler verschreibt meiner Kurgenossin und mir täglich zwei Anwendungen, welche zu unserer Konstitution passen und ausgleichend wirken sollen. Heute steht die Marmapunktmassage für mich auf dem Programm. Noch ahne ich nicht, dass diese meine ultimative Lieblingsmassage werden wird!

Jeder von uns hat Vitalpunkte, welche mit den Akkupressurpunkten der chinesischen Medizin vergleichbar und mit den inneren Organen vernetzt sind. Mit der 29-jährigen Bianca verstehe ich mich im Beauty Hotelchen am Besten – heute wird sie durch gekonnte Stimulierungen meine Marmapunkte anregen. Dadurch können tief liegende Blockaden gelöst und die Energiebahnen gereinigt werden.

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Erstaunliche Reaktion

Jeder Körper reagiert anders auf diese Massage. „Boa, Elischeba, Deine Füße sind richtig heiß, so extrem habe ich das noch nicht bei einem Gast erlebt“ wunderte sich die Blondine. Merkwürdig, mir ist doch eher ein bisschen kalt. Als die sympathische Therapeutin dann den Raum verlässt, damit ich noch ein bisschen ruhen kann, wird mein Bauch auf einmal ganz warm. Wahnsinn, wie die Behandlung meinen Körper durchblutet.

Nackt durch die Straße laufen

Herr Wolfgang Netzler, der die Praxis zusammen mit seiner Freundin Frau Sigrid Kempener führt, schmunzelt später am Esstisch. „Ich hatte mal einen 60-jährigen Herrn mit dieser Technik massiert, der war danach so energiegeladen, dass er angekündigt hat, dass er nun komplett nackt durch die Stadt laufen wird.“ Wir müssen alle lachen. „Und, hat er es getan?“ frage ich mit einem Augenzwinkern. „Nein, zu Hause angekommen hat unser Gast zehn Stunden am Stück richtig gut geschlafen und am nächsten Morgen war er froh über das Gefühl, etwas für seinen Körper getan zu haben. Er hat sich einfach rundum wohl gefühlt.“

Endlich richtig gut schlafen

Bianca gibt mir den Tipp, dass ich die Marmapunktmassage unbedingt auch einmal von Herrn Neutzler erleben muss. „Er hat es besonders drauf, immerhin habe ich bei ihm gelernt, außerdem hat er eine Menge Erfahrung.“ Ja, ich erhalte einen Termin. Eins meiner größten Probleme ist das tägliche Einschlafen. Ich erinnere mich daran, dass mein Schatz mich einmal gefragt hat, wieso ich denn um zwei Uhr morgens noch wach bin.

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„Ich habe gerade darüber nachgedacht, was ich morgen wie im Blog schreibe, ob ich Kinder will, wo wir unseren gemeinsamen Urlaub verbringen könnten, welche Freunde ich bald treffen möchte und ob ich auch alle Termine für die nächste Woche schaffen kann. Und das Problem: Ich habe an das alles gleichzeitig gedacht.“

Nix da, nach der sensationellen Marmapunktmassage von Herrn Neutzler lege ich mich hin und bin sofort weg. 11 Stunden am Stück habe ich das letzte Mal wohl als Baby durchgeschlafen!

Porridge statt Ghee zum Frühstück – das Schlimmste überstanden?

Später erklärt uns der Heilpraktiker, dass die Marma-Therapie tief in die Psyche eines Menschen hinein gehen und Schmerzpunkte entblockieren kann. Ich mag den kräftigeren Druck in Verbindung mit den streichenden Bewegungen und dem Duft der wundervollen Öle.

Nach vier Tagen erhalte ich endlich ein richtiges Frühstück, während meine Kurgenossin, die abspecken möchte, weiterhin Ghee trinkt. „Ist es schlimm, wenn ich vor Ihnen das leckere Porridge esse?“ frage ich die 45-jährige. „Nein, ich spüre, dass mir alles hier richtig gut tut“ antwortet sie und außerdem hätte sie sowieso keinen Hunger.

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Stoffwechselanregung durch Garshan Massage

Ich genieße vor dem Mittagessen eine anregende „Garshan Massage“ von Bianca. Die junge Frau zieht einen Rohseidenhandschuh an und beginnt mit langsamen und gleichmäßigen Streichbewegungen. Mein Stoffwechsel wirkt angeregt, meine Seele wohlig entspannt und gelassener. Mein niedriger Blutdruck kommt hervorragend in Schwung. Anfangs quatsche ich mit der Yogalehrerin und Therapeutin recht quirlig – irgendwann werde ich ruhiger und begebe mich nur noch genießerisch ihren gekonnten Händen.

Yoga ist ein wichtiger Teil meiner Panchakarma Kur in Rheinhessen und steht jeden Morgen für circa eine Stunde auf dem Programm. Die wohltuenden Übungen bieten einen ganzheitlichen Ansatz. Ziel ist es, unruhige Gedanken runter zu fahren, zu sich zu kommen und Stress abzubauen.

Die Religion spielt keine Rolle

Generell soll Yoga durch die Kombination von Körperhaltungen, Bewegungsabläufen und dem gezielten Atmen die Lebensenergie stimulieren. Yoga ist überkonfessionell und kann von Menschen jeder Religion genossen werden. Wir werden dazu motiviert, dass wir auch zu Hause jeden Tag ein paar Übungen durchführen. „Wenn man eine Übung 30 Sekunden lang hält, dann fängt sie an, auch auf dem seelischen Gebiet zu wirken“ erklärt uns Bianca.

Abführ-Therapie mit Rizinusöl

Eine Panchakarma Kur ist eher eine ayurvedische Therapie als Wellness, auch wenn man die Behandlungen sehr genießen kann. Ein wichtiger Aspekt ist die Abführ-Therapie, welche man im ayurvedischen auch „Virechana“ nennt. Bei diesem Prozess werden durch die Einnahme von circa 40 bis 80 ml Rizinusöl die Körperabfälle durch die unteren Körperkanäle ausgeschieden.

„So schlimm, wie ich dachte, schmeckt das gar nicht“ verkünde ich mit einem Lächeln, während ich das Mittelchen mit warmen Apfelsaft zu mir nehme. „Ab jetzt bitte jede halbe Stunde eine Tasse heißes Wasser, heißen Tee oder heißes Wasser mit Ingwer trinken“ bittet mich Heilpraktiker Wolfgang Neutzler ein paar Minuten nach der Einnahme.

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Die Elischeba fällt uns noch vom Fleisch

Normalerweise bekommen Patienten an diesem Abend keine Mahlzeit mehr. „Die Elischeba fällt uns noch vom Fleisch“ lächelt die mütterliche Frau Sigrid Kempener und bittet ihren Lebensgefährten, dass dieser mir ein leichtes Porridge zubereitet. Was auch immer der gelernte Koch herzaubert – es schmeckt köstlich!

Nachdem Frau Kempener mir den Darm massiert, geht es bald auch schon los. Gäste berichten von bis zu 30 Darmentleerungen. Bei mir verläuft es weniger heftig – schön.

Darmeinläufe – auch Mrs. Germany 2009 muss dran glauben

Das Bild, das sich jetzt vor mir abspielt, scheint sich zu widersprechen. Da steht die zierliche 1,60 Meter kleine Frau Kempener mit so einer riesigen Spritze vor mir und verkündet: „Gar nicht so schlimm. Das ist eine sehr angenehme Behandlung.“ Mein Gesäß habe ich schon frei gemacht und weiß, dass ich nun einen Einlauf mit Pflanzenölen, Ghee, Milch- und Kräuterzubereitungen erhalte. Stimmt, weh tut es nicht. Ich denke an einige der positiven Wirkungen: Mein Herz und Nervensystem wird beruhigt. Das kann ich jetzt auch gut gebrauchen.

Ups, was kommt jetzt?

„Elischeba, Sie bekommen heute Vormittag eine Gesichtsmassage, welche die Nasenschleimhaut regeneriert.“ Doch ein paar Minuten, nachdem ich auf der Liege Platz genommen habe, scheint Heilpraktiker Wolfgang Neutzler etwas eher Unangenehmes mit mir vor zu haben. „So, jetzt bekommen Sie Öl in ein Nasenloch. Wenn Sie ganz feste einatmen, dann läuft alles bestens. Ziehen Sie jedoch nicht genug Luft, dann gelangt das Öl in die Kehle und das wird unangenehm.

„Na toll“ denke ich mir. Ich fühle mich wie ein kleines Kind, das bittere Medizin vom Doktor kriegt und lächle bei dem Gedanken ein bisschen in mich rein. Und Schwupp – das beißende Zeug ist ordnungsgemäß drin. Danach die andere Seite. Als ich erfahre, dass diese Prozedur nun noch zwei Mal wiederholt wird, schlage ich dem 62-jährigen einen Deal vor: Beim zweiten Mal mehr Tröpfchen und dafür das dritte Mal weglassen. Abgemacht!

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Wieso habe ich das nicht eher erfahren?

Mein Gesicht und Kopf wird noch einmal kurz massiert und blockierte Energien in Fluss gebracht. Nasya-Öle wirken abschwellend, antibakteriell und regenerieren die Nasenschleimhaut. „Wieso haben Sie mir denn nicht vorher gesagt, dass ich Tropfen in die Nase bekomme?“ frage ich den Ayurveda Koch und Therapeuten grinsend.

Er fragt mich, ob ich mich dann auf die Behandlung gefreut hätte? So wäre ich doch viel lockerer und würde nachher sagen: „War doch gar nicht schlimm.“ Recht hat er.

„Es kann sein, dass Sie jetzt sehr häufig niesen müssen“ bereitet mich Herr Neutzler auf die nächsten Stunden vor. Nö – niesen muss ich nicht, habe jedoch eine schön freie Nase.

„Wie im Schwimmbad, nur dass es nicht juckt“

„Wenn Sie im Chlorwasser die Augen öffnen, dann kann es zu Reizungen kommen“ erklärt mir Herr Wolfgang Neutzler am Folgetag, als meine nächste Behandlung bevorsteht. „Ghee ist rein und natürlich, es wird gar nicht wehtun.“ Ich liege gerade auf dem Rücken und habe noch beide Augen geschlossen.

Der Heilpraktiker bittet mich darum, dass ich nun das rechte Auge erst mal nur ganz kurz öffne und schnell wieder schließe. Huch, das fühlt sich komisch an. Immerhin schwimmt eine Art Butterschmalz auf meinem Auge, welches von einem Kichererbsenteig umrandet ist.

„Ich bin ja auch Unterwassermodel“

Der Vergleich mit dem Chlorwasser ist gut. Dann berichte ich dem 62-jährigen, dass ich ja regelmäßig als Unterwassermodel arbeiten würde. Also wäre ich es gewohnt, die Augen im flüssigen Nass aufzumachen. „Gut, dann diesmal das rechte Auge ein bisschen länger öffnen und wieder schließen.“

Ich folge den Anweisungen des Therapeuten und sehe ein goldiges, gelbes Licht. Ja, das klappt! „Gut“ antwortet Herr Neutzler zufrieden und fordert mich nun dazu auf, dass ich einmal nach oben und unten schaue und später mit meinen Augen Kreise drehe.

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„In Indien ist Akshi-Tarpana übrigens eine Schönheitsbehandlung“

Der Heilpraktiker berichtet mir, dass Akshi-Tarpana (Netra Tarpana) in Indien als Schönheitsbehandlung für die Entspannung der Augen bekannt ist. Dann erklärt mir der Therapeut, dass durch das Ölbad die Sehkraft gestärkt wird und Linderung bei Augenschmerzen und müden, gereizten Augen geboten wird.

„Manno, bringen Sie mich nicht wieder zum Lachen“

Im Rahmen unseres Gespräches muss ich plötzlich lachen – dadurch, dass ich ein Chinesenauge mache, verrutscht das Ghee ein bisschen und die Sache fühlt sich für ein paar Sekunden unangenehm an. Wer ernst bleibt, ist im Vorteil. Das nehme ich mir vor, bis ich wieder lachen muss. Autsch. Linkes Auge – gleiche Prozedur. Doch die Wirkung kann sich sehen lassen: Mein natürlicher Glanz in den Augen und dessen Ausstrahlung wurde verstärkt – schön!

Mein treuer Freund während der Kur

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mich die Behandlungen noch sensibler machen. Meine Liebe zum Golden Retriever Anton – der wunderschöne Haushund vom Beauty Hotelchen Nierstein – bewirkt, dass ich mir ernsthaft Gedanken darüber mache, ob ich gar kein Fleisch mehr essen sollte. Wieso das?

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Meine innere Stimme wird immer lauter

Ich spüre, wie sich mein vierbeiniger Freund riesig auf das gemeinsame Gassi gehen freut. Begeistert bin ich, wenn mich der Golden Retriever täglich quirlig anspringt, als ich mit meiner Jacke aus meinem Hotelzimmer herauskomme. Ich leide innerlich, als Anton von Frauchen Ärger bekommt, weil er sich im Dreck gewälzt hat. Und ich lache mich kaputt, als der tolle Vierbeiner seine Gangart ein bisschen arrogant wechselt, als er andere Hunde entdeckt.

Täglich kuschele ich stundenlang mit meinem neuen Freund. Und dann kommt es in mir hervor. Ganz plötzlich. Irgendein Gefühl ganz tief in mir, das immer lauter wird. Eine innere Stimme, die heftig ruft: „Elischeba, man isst nix, was Augen hat!“ Denn nicht nur Hunde haben Gefühle. Auch Rinder und Hühner – die ich bis jetzt gern auf meinem Teller hatte.

Ich beschäftige mich lieber mit der Einfuhr von Essen

Endlich – es ist Freitagabend und mein geliebter Schatz Pierre kommt zu Besuch. Beim Dinner unterhalten sich ein paar Damen über ihre Erlebnisse bei diversen Ayurveda Kuren. Während die eine über therapeutisches Erbrechen aufklärt, redet die nächste von ihren Darmeinläufen. Plötzlich hakt mein Schatz energisch ein. „Also ich unterhalte mich lieber über die Einfuhr, als über die Ausfuhr von Essen“ und runzelt ein bisschen die Stirn.

Ayurvedischer Kochkurs mit Wolfgang Neutzler

Gern lässt sich der Ayurveda Koch Herr Wolfgang Neutzler beim Zubereiten der Speisen über die Schulter gucken. Auf Wunsch dürfen Gäste auch mit kochen. Pierre und ich brennen regelrecht nach neuen kulinarischen Erfahrungen.

Während der 62-jährige Ghee in die heiße Pfanne gibt, berichtet er uns, dass eine ganzheitliche Mahlzeit eine harmonische Zusammenstellung aller Geschmacksrichtungen darstellt. Diese bildet die Grundlage für eine optimale Verdauung, Nahrhaftigkeit und Gesundheit.

Ich bin erstaunt darüber, wie schnell ein leckeres Gemüsegericht fertig ist und wie viele Kräuter und Gewürze Herr Neutzler benutzt. „Schauen Sie doch mal, wie unser Kräutersalz aussieht“ sagt er uns, während der Koch eine Dose mit eher grünem Inhalt in unsere Richtung hält.

Viele Menschen würden oft zu viel Salz benutzen, dabei seien Kräuter und indische Gewürze schmackhafter und stellen gleichzeitig wohltuende Medizin für den ganzen Körper dar. Ich finde das Gemüsecurry mit ceylonesischer Ingwer-Kokossoße sehr lecker, während mein Schatz sich an die exotischere Essenweise gewöhnen muss. „Interessant“ findet er.

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„Wie, Sie essen abends nichts?“

Beim Dinner sitzen wir wieder in einer gemütlichen Runde beisammen und löffeln eine schmackhafte Suppe. Plötzlich nimmt mein Schatz wahr, dass Frau Sigrid Kempener uns lächelnd zuschaut, aber selbst keine Speisen zu sich nimmt. „Keinen Hunger heute?“ fragt Pierre verwundert.

„Ich esse abends gar nichts“ antwortet die Dame. „Wie, Sie essen abends nichts? Sie essen doch auch schon morgens nichts!“ Mein Schatz antwortet mit völlig entrüstetem Gesicht, während ich so spontan und laut los lachen muss, dass es mir im nächsten Moment auch schon wieder unangenehm ist.

Frau Kempener erklärt, dass sie nur mittags isst und nie Gewichtsprobleme hat. Da hat sie Recht – ich wäre froh, wenn ich mit 60 Jahren so aussehen würde wie sie. Während die Dame ihren Platz verlässt, um etwas aus der Küche zu holen, rückt mein Schatz näher und flüstert mir etwas ins Ohr. „Mausi, eine Gourmetwoche in Frankreich wäre mir jetzt wesentlich lieber.“ Schon wieder muss ich laut schallend los lachen. Die Ayurveda Kuren werden eben überwiegend von Frauen gebucht.

Eine vegane Woche

„Herr Neutzler, wieso haben Sie meinem Schatz gerade geraten, dass er versuchen sollte, nur mal eine Woche lang vegan zu essen? Bringt diese kurze Zeit ihm denn überhaupt etwas?“ Der 62-jährige erklärt mir, dass er Männern, die gerne Fleisch essen, nicht sagt, dass sie ab jetzt Vegetarier werden sollen. Dieser Rat würde sie nur entmutigen – sie würden es auch nicht durchführen. Aber wenn sie eine Woche lang die Ernährung umstellen, dann fühlen sie sich häufig so gut, dass sie diese Lebensqualität gern aufrechterhalten wollen und reduzieren aus eigener Überzeugung tierisches Eiweiß.

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Abschlussdiagnose

Bevor mein Schatz mich am Sonntag mit nach Hause nimmt, werde ich noch einmal vom Heilpraktiker Herr Wolfgang Neutzler untersucht. Prima! Die Zunge hat kaum noch Belag und mein Puls zeigt an, dass meine Bioenergien ausgeglichen wurden. „Jetzt liegt es an Ihnen, unsere Tipps in Ihren Alltag mit einzubauen, Frau Wilde“ gibt mir der Therapeut zum Schluss einen wichtigen Hinweis mit auf den Weg.

Drei Wochen nach der Kur

Als Journalistin und aufgeschlossener Mensch werde ich häufig mit Ernährungsmethoden und Gesundheitstipps überschüttet. Mir ist Ausgeglichenheit und Genuss wichtig. Aus verschiedenen Theorien picke ich mir das heraus, was zu mir passt und womit ich mich authentisch und wohl fühle. Was für mich gut ist, mag für meinen Nachbarn ungünstig sein und was er braucht, mag zu mir nicht passen.

Jedoch habe ich festgestellt, dass es mir als „Vata-Frau“ unheimlich gut tut, wenn ich drei Mal täglich warm esse – so wie ich es im Beauty Hotelchen gelernt habe. Mein ehemaliger Reizdarm fühlt sich mit der Anwendung dieser Erkenntnis nun völlig gesund an. Ich setze mir kleine Ziele und mache Atemübungen nur so lange, wie ich Lust habe. Und was stelle ich fest? Die Tipps machen mich gelassener, ruhiger und entspannter. Denn in der Ruhe liegt die Kraft.

Sehen Sie hier den passenden Film von Model und Mrs. Germany 2009 Elischeba Wilde im Beauty Hotelchen Nierstein (Januar 2011).

Lesen Sie hier das Interview, welches die Journalistin Elischeba Wilde mit dem Therapeuten Herrn Wolfgang Neutzler im Ayurveda Hotel in Nierstein führte.

Kontakt zum Ayurveda Hotel:

Beauty-Hotelchen
Mozartstr. 35
55283 Nierstein
Tel: 06133 – 50205
Fax: 06133 – 927326
E-Mail: info@beauty-hotelchen.de
Internet: https://www.beauty-hotelchen.de

Disclaimer: Danke für die Pressereise
 

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